Geopark Emsland als neuer Nationaler GeoPark zertifiziert
Die Zertifizierungskommission Nationale GeoParks der GeoUnion Alfred-
Wegener-Stiftung hat auf ihrer Herbstsitzung in Kassel am 14. November
2023 den Geopark Emsland in die Liste der Nationalen GeoParks in
Deutschland aufgenommen. Damit steigt die Zahl der Nationalen GeoParks in
Deutschland auf 19.
Geoparks sind Gebiete – ungefähr in der Größe von einem oder mehreren
Landkreisen – , die ihr geologisches Erbe in besonderer Weise der
Öffentlichkeit präsentieren. Damit verbunden sind die Vermittlung der
Geowissenschaften in die Gesellschaft sowie die regionale Entwicklung
durch die Förderung des Geotourismus. In Deutschland gibt es seit 2002
sowohl Nationale GeoParks als auch international zertifizierte Geoparks;
letztere wurden 2015 zu UNESCO Global Geoparks ernannt.
Träger des Geoparks Emsland ist die Gesellschaft zur Förderung des Emsland
Tourismus mbH (GFELT), eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des
Landkreises Emsland. Im Mittelpunkt der Thematik des Geoparks stehen die
Moore, die das Emsland zu einer der bedeutendsten Regionen Mitteleuropas
für diesen Landschaftstyp machen. Darüber hinaus bietet das Emsland Dünen-
und Flugsandgebiete sowie ausgedehnte Flussauenlandschaften. Erdöl und
Erdgas sind bedeutende durch geologische Prozesse entstandene Rohstoffe,
was ebenfalls im Geopark thematisiert wird. In ihrer
Bewerbungspräsentation konnten Uwe Carli, der Geschäftsführer der GFELT,
und der Geograph Bernd Hofer, dessen Landschaftsplanungsbüro den Geopark
bei seiner Bewerbung fachlich unterstützte, die Kommission davon
überzeugen, dass der Geopark Emsland alle Voraussetzungen zur
Zertifizierung als Nationaler GeoPark erfüllt: Er besitzt eine
leistungsfähige Trägereinrichtung und kann bereits auf eine Reihe
bestehender Anlaufstellen für die Besucher/-innen verweisen wie das
Emsland Moormuseum, die Naturparkstation Theikenmeer und das Erdöl-Erdgas-
Museum Twist. Besondere geowissenschaftliche Sehenswürdigkeiten – Geotope
– im Gelände sind benutzerfreundlich mit Schautafeln ausgestattet, im
Emsland sind dies neben den Moorstandorten und deren Aufschlüssen vor
allem große Findlinge und Steingräber. Die Geologie des Emslands wird in
attraktiven Print- und Onlinepublikationen vorgestellt. Erreichbar sind
die geologischen Anlaufstellen im Emsland auch per Fahrrad auf den
touristischen Fahrradrouten, die die GFELT eingerichtet hat.
Mit dem Geopark Emsland wächst die Familie der zertifizierten Nationalen
Geoparks in Deutschland auf 19; acht dieser Geoparks sind zugleich als
UNESCO Global Geoparks anerkannt. Der jüngste Neuzugang bei den Nationalen
Geoparks präsentiert mit seinen Mooren dabei die jüngste Phase der
geologischen Entwicklung: die rund 10.000 Jahre seit der letzten Eiszeit.
In der aktuellen Umwelt- und Klimadiskussion gewinnen Moore enorm an
Bedeutung wegen ihrer Leistung für den regionalen Wasserhaushalt und ihrer
Fähigkeit zur Speicherung großer Mengen an CO2. Mit dieser Thematik und
ihrem attraktiven geotouristischen Angebot bildet der Geopark Emsland für
die gesamte Geopark-Gemeinschaft in Deutschland eine große Bereicherung.
