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Ökologische Innovation aus Thüringen für den deutschen Wohnungsbau

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Die Bauwirtschaft in Deutschland hat aufgrund ihrer Größe und ihrer
Verflechtung erhebliche Bedeutung für die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung. 2022 betrug ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 12,3
Prozent und damit mehr als die gesamte Automobilindustrie“, machte Roland
Meißner, Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Kalk-Sand e.V. (FVKS)
die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Branche bei einem Austausch von
Vertretern aus Unternehmen und Forschung mit dem Bundestagsabgeordneten
Dr. Holger Becker am 24. November 2023 in Elxleben, unweit der
thüringischen Landeshauptstadt Erfurt, klar.

Die Baubranche zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in
Deutschland und ihre Produkte, wie Gebäude oder Straßen, sind für unseren
Alltag unverzichtbar. Gleichzeitig ist Bauen rohstoff- und
energieintensiv. „Wir haben aktuell einen Bauüberhang von rund einer
Million Wohneinheiten in Deutschland, die aus den unterschiedlichsten
Gründen derzeit nicht gebaut werden. Momentan sieht sich die
Kalksandsteinindustrie, wie die gesamte Baubranche, einem scheinbar
unüberwindbaren Paradoxon gegenüber: Der Bedarf an Wohnraum ist größer
denn je, aber es wird nicht gebaut. Hierfür sind unter anderem stark
gestiegene Bauzinsen und Materialkosten, fehlende Förderprogramme sowie
weiter kletternde Energiekosten verantwortlich. Dabei ist der Bedarf an
Wohnraum bei einem Nettozuzug von fast 1,5 Millionen Menschen allein im
Jahr 2022 riesig. In der aktuellen Wohnungsbaukrise können wir es uns
daher als Gesellschaft nicht leisten, Baustoffe politisch einseitig zu
fördern. Vielmehr müssen wir technologieoffen alle Materialien in den
Blick nehmen. Deshalb sollten wir den Blick auf Baustoffe lenken, die
ökologisch und wirtschaftlich überzeugen. Kalksandstein ist hier im
besonderen Maße geeignet: Langlebig, nachhaltig, klimafreundlich und
ressourcenschonend - nicht umsonst ist er mit einem Marktanteil von über
40 Prozent das beliebteste Bauprodukt im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Die
Bauwirtschaft in Deutschland hat aufgrund ihrer Größe und ihrer
Verflechtung erhebliche Bedeutung für die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung. 2022 betrug ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 12,3
Prozent und damit mehr als die gesamte Automobilindustrie“, machte Roland
Meißner, Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Kalk-Sand e.V. (FVKS)
die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Branche bei einem
Erfurt/Elxleben, 24. November 2023 - Die Baubranche zählt zu den
bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Deutschland und ihre Produkte, wie
Gebäude oder Straßen, sind für unseren Alltag unverzichtbar. Gleichzeitig
ist Bauen rohstoff- und energieintensiv. „Wir haben aktuell einen
Bauüberhang von rund einer Million Wohneinheiten in Deutschland, die aus
den unterschiedlichsten Gründen derzeit nicht gebaut werden. Momentan
sieht sich die Kalksandsteinindustrie, wie die gesamte Baubranche, einem
scheinbar unüberwindbaren Paradoxon gegenüber: Der Bedarf an Wohnraum ist
größer denn je, aber es wird nicht gebaut. Hierfür sind unter anderem
stark gestiegene Bauzinsen und Materialkosten, fehlende Förderprogramme
sowie weiter kletternde Energiekosten verantwortlich. Dabei ist der Bedarf
an Wohnraum bei einem Nettozuzug von fast 1,5 Millionen Menschen allein im
Jahr 2022 riesig. In der aktuellen Wohnungsbaukrise können wir es uns
daher als Gesellschaft nicht leisten, Baustoffe politisch einseitig zu
fördern. Vielmehr müssen wir technologieoffen alle Materialien in den
Blick nehmen. Deshalb sollten wir den Blick auf Baustoffe lenken, die
ökologisch und wirtschaftlich überzeugen. Kalksandstein ist hier im
besonderen Maße geeignet: Langlebig, nachhaltig, klimafreundlich und
ressourcenschonend - nicht umsonst ist er mit einem Marktanteil von über
40 Prozent das beliebteste Bauprodukt im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Die
Bauwirtschaft in Deutschland hat aufgrund ihrer Größe und ihrer
Verflechtung erhebliche Bedeutung für die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung. 2022 betrug ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 12,3
Prozent und damit mehr als die gesamte Automobilindustrie“, machte Roland
Meißner, Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Kalk-Sand e.V. (FVKS)
die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Branche bei einem Austausch von
Vertretern aus Unternehmen und Forschung mit dem Bundestagsabgeordneten
Dr. Holger Becker am 24. November 2023 in Elxleben, unweit der
thüringischen Landeshauptstadt Erfurt, klar.

Die Forschungsvereinigung Kalk-Sand e.V. betreibt die
unternehmensübergreifende, praxisbezogene Forschung für die
Kalksandsteinindustrie und unterstützt vor allem kleine und mittlere
Unternehmen bei ihrem Forschungs- und Innovationsengagement. Aktueller
Schwerpunkt ist die Herausforderung, die Technologieumstellung der
Kalksandsteinproduktion und der Bauanwendung im Rahmen des „Green Deals“
zu meistern. Die FVKS ist eines von 101 Mitgliedern der AiF
Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von
Guericke“ e.V.

Lehmstein für die industrielle Fertigung

Im thüringischem Elxleben forscht das mittelständische Bauunternehmen Kimm
GmbH & Co. KG aus dem Kalksandstein-Industriebereich gemeinsam mit der
Materialforschungs- und Prüfanstalt an der Bauhausuniversität Weimar an
einer ökologischen Ergänzung für die Baustein-Herstellung: Ein
großformatiger Lehmstein, der auch für die industrielle Fertigung geeignet
ist und im Wohnungsbau und für andere wirtschaftliche Gebäude genutzt
werden kann. „Mit unserem Verfahren können wir erstmalig Lehmsteine, die
tragende Eigenschaften haben, in großen Mengen herstellen – eine wirklich
nachhaltige Alternative zum Beispiel für den Wohnungsbau“, erklärte Stefan
Kimm-Friedenberg, Inhaber und Geschäftsführer der Kimm GmbH & Co. KG.

Die Nachfrage nach diesem nachhaltigen Baustoff sei bereits merklich
gestiegen. Allerdings stehen für den Neubaubereich aktuell kaum tragende
Lehmsteine zur Verfügung. Die bisherigen Herstellungsweisen sind zu zeit-
und kostenintensiv, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu sein und können
kaum die Nachfrage decken. Hier setzt das Forschungsvorhaben an. Ein
Projektziel ist die Entwicklung eines Qualitätssicherungskonzeptes für die
industriell hergestellten formgepressten Lehmsteine, dass die stofflichen
Eigenschaften des Lehms wie auch die produktionstechnischen Besonderheiten
berücksichtigt. Die Herangehensweise, die in Thüringen umgesetzt wird, ist
laut Kimm-Friedenberg völlig neu: Dazu wird Stampflehm in großformatige
Bausteine mit entsprechendem Webzeug versetzt. „Auf der einen Seite wird
der Wohnungsbau teurer, auf der anderen Seite wird er dringend gebraucht.
Trotz der im Augenblick ungünstigen Finanzierungslage wird der Wohnungsbau
wieder zunehmen und wir werden mit unserem Lehmstein einen wichtigen Teil
beitragen können“, so Klimm-Friedenberg weiter.

Mittelständischer Forschergeist in Richtung Klimaschutz

„Das ist ein tolles Thüringer Beispiel für mittelständischen Forschergeist
in der AiF. Diese neuen Technologien stehen stellvertretend für die
nachhaltige Transformation einer klassischen Industriebranche, die extrem
wichtig für die Erreichung unserer CO2-Ziele ist. Gerade in schwierigen
Zeiten ist Forschung entscheidend, deshalb setze ich mich dafür ein“,
erklärte Dr. Holger Becker, Mitglied der SPD-Fraktion im Deutschen
Bundestag und Mitglied im Ausschuss für Digitales und für Bildung,
Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie Mitglied im AiF-Senat. Sein
Wahlkreis 191 liegt in der Region Jena-Sömmerda-Weimarer Land I.

Das Forschungsengagement des Unternehmens mit Sitz in Hessen und Thüringen
ist ein Bespiel für das nachhaltige und zukunftsorientierte Agieren des
Mittelstandes. Angewandte Forschung ist ein wesentlicher Faktor, um die
deutsche Wirtschaft, die zu 99,5 Prozent von mittelständischen Unternehmen
getragen wird, weltmarktfähig zu erhalten. „Bisher fließen zirka 80
Prozent der Förderungen in die Grundlagen- und viel zu wenig in die
anwendungsorientierte Forschung. Als Stimme des forschenden Mittelstandes
unterstützen wir seit Jahrzehnten erfolgreich die enge Kooperation von
Wirtschaft und Wissenschaft“, betonte Dr. Marko Häckel von der AiF
abschließend. Die AiF mache immer wieder die Wirkung von Innovationen aus
der Wirtschaft in Bezug auf Themen wie Kreislaufwirtschaft,
Ressourceneinsparung oder Wasserstoff-Nutzung gegenüber der Politik
deutlich.

Über die AiF

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von
Guericke“ e.V. ist das Forschungs- und Transfernetzwerk für den deutschen
Mittelstand. Sie fördert Forschung, Transfer und Innovation. Als
Dachverband von 101 gemeinnützigen Forschungsvereinigungen mit rund 2.500
direkt in die AiF eingebundenen und weiteren ca. 140.000 über die
Forschungsvereinigungen eingebundenen Unternehmen sowie über 1.200
beteiligten Forschungseinrichtungen leistet sie einen wichtigen Beitrag,
die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbs- und
Weltmarktfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF Projekt GmbH, eine
einhundertprozentige Tochtergesellschaft des AiF e.V., betreut die
Projektform FuE-Kooperationsprojekte des Zentralen Innovationsprogramms
Mittelstand (ZIM) und betreibt gemeinsam mit zwei weiteren
Konsortialpartnern die Bescheinigungsstelle Forschungszulage. Die AiF FTK
GmbH, ebenfalls eine einhundertprozentige Tochter, ist unter anderem
Initiatorin, Konstrukteurin und Koordinatorin des AiF-InnovatorsNet, eines
Netzwerks von Innovatoren für Innovatoren. Seit ihrer Gründung im Jahr
1954 lenkte die AiF rund 14 Milliarden Euro öffentliche Fördermittel in
neue Entwicklungen und Innovationen und brachte mehr als 247.000
Forschungsprojekte auf den Weg.