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Bernadette Bessick erhält Forschungsförderpreis der DIVI-Stiftung

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Die mit 5.000 Euro dotierte Forschungsförderung der DIVI-Stiftung im
Bereich der intensiv- und notfallmedizinischen Gesundheitsfachberufe geht
im Jahr 2023 an Bernadette Bessick, Physiotherapeutin am
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Foto). Sie arbeitet an der
Entwicklung eines Scoring-Systems in der Intensivmedizin, das
physiotherapeutische Behandlungspriorität von Patienten bestimmen soll.
Intensivfachpersonal soll damit die Entscheidungsfindung erleichtert
werden. Auch Behandlungsergebnisse ließen sich damit verbessern.

„Bei erhöhter Nachfrage nach früher physiotherapeutischer Intervention und
gleichzeitig begrenzten Personalressourcen stehen Fachkräfte in der
Intensivmedizin häufig vor einem ethischen Dilemma bei der Frage, welche
Patienten prioritär behandelt werden sollen. Die Arbeit von Frau Bessick
trägt dazu bei, diese Situation zu verbessern. Wir freuen uns, sie bei der
Weiterentwicklung dieses förderungswürdigen Projekts unterstützen zu
können“, sagte Stiftungsvorstand und Laudator Professor Gerhard W.
Sybrecht bei der gestrigen Preisverleihung im Rahmen des DIVI23, dem
Jahreskongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-
und Notfallmedizin (DIVI), in Hamburg.

„Aktuell ist es in der intensivmedizinischen Praxis noch so, dass die
Priorisierung von Patienten, die eine physiotherapeutische Behandlung
bekommen sollen, weniger auf der Grundlage evidenzbasierter, objektiver
Kriterien, sondern eher auf Basis von subjektiven, klinischen
Beurteilungen erfolgt“, erklärt Bernadette Bessick. In der Vergangenheit
entwickelten Forscher bereits einen Scoring-Algorithmus für Patienten auf
kardiologischen und herzchirurgischen Intensivstationen, dessen mögliche
Anwendung für die UKE-Intensivmedizin in einer Pilotstudie getestet wurde.
Die Ergebnisse liefern allerdings noch keine klare Evidenz und die
Arbeiten liegen mehr als zehn Jahre zurück. „Ich möchte gerne den Faden
wieder aufnehmen und dabei auf der großartigen bisher geleisteten
Studienarbeit aufbauen“, so Bessick.

Scoring-System könnte viel Stress reduzieren

Die Studie ist in vier Phasen aufgeteilt. Nach einer Literaturanalyse und
Entwicklung eines Interview-Leitfadens (Phase 1) befindet sie sich derzeit
in Phase 2 der Interview-Studie. „Dabei möchte ich herausfinden, welche
Kriterien Ärzte, Physiotherapeuten und Intensivpflegepersonal im Moment
heranziehen, um Entscheidungen zur Priorisierung zu treffen. Auf dieser
Basis und zusammen mit den Erkenntnissen aus der Literaturanalyse will ich
dann ein Scoring-System entwickeln, das nutzerfreundlich,
patientenzentriert und auch aktualisierbar ist“, so Bessick. Das System
soll dann zunächst in einer Pilotstudie (Phase 3) und schließlich in einer
Validierungsstudie (Phase 4) auf intensivmedizinischen Stationen erst
innerhalb und im Weiteren ggf. auch außerhalb des UKE getestet werden.
„Wenn wir flächendeckend ein solches Scoring-System implementieren,
könnten wir viel ethisch-moralischen Stress reduzieren“, so Bessick.

Forschungsförderung für intensiv- und notfallmedizinische
Gesundheitsfachberufe

Die DIVI-Stiftung vergibt seit 2017 jedes Jahr eine Forschungsförderung in
Höhe von 5.000 Euro für Projekte im Bereich der intensiv- und
notfallmedizinischen Gesundheitsfachberufe. Darunter fallen Berufe im
Gesundheitswesen, der Gesundheitsförderung, der medizinischen Therapie und
Diagnostik sowie der Rehabilitation. Eingesetzt werden kann die
finanzielle Zuwendung für Sachmittel und Aufwendungen, die bei der
Umsetzung dieser wissenschaftlichen Projekte helfen. Mehr Informationen
dazu gibt es unter der Rubrik Forschungsförderung im Bereich der intensiv-
und notfallmedizinischen Gesundheitsfachberufe (divi.de)