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Weihnachtszeit ist Nuss-Allergie-Zeit!

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Bei Erwachsenen und Jugendlichen wird eine Allergie auf Nüsse meist durch
eine Kreuzreaktion aufgrund einer Pollenallergie ausgelöst. Man spricht
von einer Pollen-assoziierten Nahrungsmittelallergie. Kinder hingegen
haben die Allergie meist unabhängig von einer Pollenallergie in den ersten
Lebensjahren entwickelt. Die für sie allergenen Eiweiße der Nüsse werden
auch durch Erhitzen nicht zerstört. Wenn die Kinder dann Nussplätzchen
essen, kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die manchmal schwer und
zum Teil lebensbedrohlich sind.

Mit der Vorweihnachtszeit beginnt wieder die Zeit der Nussplätzchen und
die Vorstellungen von Kindern in der Ersten Hilfe wegen allergischen
Reaktionen.

Hier unterscheiden sich die Kinder meist von Ihren Eltern, wenn diese auch
eine Nussallergie haben. Bei Erwachsenen und Jugendlichen wird die
Allergie meist durch eine Kreuzreaktion aufgrund einer Pollenallergie
ausgelöst. Aufgrund der Ähnlichkeit der Allergene in Birkenpollen, die den
Heuschnupfen auslösen, und einigen Nüssen entwickeln sich allergische
Reaktionen beim Essen dieser Nüsse, die sich in der Regel durch Juckreiz
im Mund äußern. Man spricht von einer Pollen-assoziierten
Nahrungsmittelallergie. Diese Reaktionen treten aber nur beim Essen von
rohen oder wenig erhitzen Produkten auf. Die allergenen Eiweiße werden
durch ausreichendes Erhitzen zerstört. So können Plätzchen gefahrlos
konsumiert werden, weil sie gebacken sind.

Anders ist es, wenn Kinder eine Nussallergie zeigen. Diese haben die
Allergie meist unabhängig von einer Pollenallergie in den ersten
Lebensjahren entwickelt. Viele Kinder hatten schon im frühen
Säuglingsalter eine Neurodermitis und damit eine gestörte Hautbarriere.
Bei diesen Kindern bilden sich oft Allergieantikörper durch den
Hautkontakt mit Nussallergenen die sich überall im Haushalt finden. Die
für sie allergenen Eiweiße der Nüsse werden auch durch Erhitzen nicht
zerstört. Wenn die Kinder dann Nussplätzchen essen, kann es zu
allergischen Reaktionen kommen, die manchmal schwer und zum Teil
lebensbedrohlich sind. Bei Kindern mit so einer Nussallergie muss eine
konsequente Meidung erfolgen. Des Weiteren brauchen diese Patienten einen
Adrenalinautoinjektor für den Fall einer allergischen Reaktion bei
versehentlichem Verzehr. Sie und ihre Eltern sollten auch den Umgang mit
den Notfallmedikamenten in Schulungskursen lernen. Leider werden
entsprechende Anaphylaxiekurse von den Kassen meist nicht übernommen. Hier
ist dringender Änderungsbedarf notwendig um die Sicherheit und
Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Aber es gibt auch positive Nachrichten. Nur die wenigsten Nussallergiker
reagieren auf alle Nüsse allergisch. Dies liegt unter anderem daran, dass
die Saaten, die landläufig als „Nüsse“ bezeichnet werden, verschiedenen
Gruppen zuzuordnen sind: einige gehören zu den echten Nüssen wie Haselnuss
und Walnuss, wohingegen Erdnüsse Hülsenfrüchte und Mandeln und Cashew
Steinfrüchte sind.

Für die Patienten ist es eine große Hilfe, wenn sie nicht alle Nüsse
meiden müssen. Um eine klare Empfehlung geben zu können, ist eine
gründliche Diagnostik sinnvoll. Durch eine Bestimmung spezieller IgE-
Antikörper gegen die Nüsse und Erdnuss und einzelner Eiweiße aus dem
jeweiligen Allergen kann das Risiko eingegrenzt werden. Eine endgültige
Sicherheit geben Nahrungsmittelprovokationen, die in spezialisierten
Kinderkliniken durchgeführt werden können. Leider sind sie sehr
personalaufwändig und die Vergütung durch das DRG-System ist nicht
ausreichend. So werden die Nahrungsmittelprovokationen zu selten
angeboten.