Bundeskanzler Scholz und Ministerin Schüle auf dem Telegrafenberg
In seiner Eigenschaft als Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises "Potsdam
– Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II" informierte sich Olaf Scholz
zusammen mit Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle beim
Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ, beim Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung PIK und bei der GFZ-Ausgründung DiGOS zu Geothermie,
Wasserstoffspeicherung und weiteren Themen der Energiewende sowie zur
Satellitenbeobachtung per Laser.
Am Montag, 4.12.2023, haben Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Funktion
als Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises "Potsdam – Potsdam-Mittelmark
II – Teltow-Fläming II" und Brandenburgs Forschungsministerin Dr. Manja
Schüle das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ und das Potsdam Institut für
Klimafolgenforschung PIK sowie die GFZ-Ausgründung DiGOS auf dem
Telegrafenberg besucht. Im Mittelpunkt des intensiven Austauschs standen
Themen der Energiewende.
In einem gemeinsamen Gespräch mit der Wissenschaftlichen Vorständin Prof.
Susanne Buiter und den Geoenergie-Expert:innen des GFZ, Prof. Ingo Sass
und Dr. Cornelia Schmidt-Hattenberger, diskutierten MdB Olaf Scholz und
Ministerin Manja Schüle die Themen Geothermie und Wasserstoffspeicherung
im Untergrund. Von Seiten des PIK sprach die Administrative Direktorin Dr.
Bettina Hörstrup, und Prof. Gunnar Luderer berichtete und diskutierte über
aktuelle Erkenntnisse zur Transformation hin zu einem klimaneutralen
Energiesystem. Anschließend führte DiGOS-Geschäftsführer André Kloth die
Gäste hoch über die Dächer des Telegrafenbergs zur Besichtigung einer
Laser-Ranging-Station für Satelliten.
Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte sich beeindruckt von dem Besuch der
Forschungseinrichtungen auf dem Telegrafenberg:
„Ich habe nicht nur beeindruckende Wissenschaft kennengelernt, sondern
auch viel gelernt. Ich bekam auch Antworten auf viele Fragen, die mich
schon lange umtreiben. Wir haben uns vorgenommen, bis 2045 klimaneutral zu
wirtschaften und dabei ein ökonomisch erfolgreiches Land zu bleiben, das
seine Technologien auch weltweit vertreibt. Dafür spielen die
Technologien, von denen ich heute ein paar zusätzliche Aspekte
kennengelernt habe, eine große Rolle: Zum einen die Geothermie, wo es sehr
große Potenziale in Deutschland gibt, um einen Teil der Wärmeversorgung
gut zu gewährleisten. Da liegt viel Forschung dahinter, die für uns
nützlich und wichtig ist. Das gleiche gilt auch für die Frage der
Wasserstoffversorgung. Damit das möglich ist, haben wir die Gesetze auf
den Weg gebracht, damit milliardenschwer in Deutschland
privatwirtschaftlich in ein Wasserstoffnetz investiert werden kann. Zu dem
System, das dafür nötig ist, gehört auch die Möglichkeit, Wasserstoff zu
speichern. Auch dazu habe ich hier viele zusätzliche Erkenntnisse
gewonnen. Sie werden für das, was wir ganz konkret in der Politik machen,
sehr hilfreich sein.“
Auch Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle zeigte sich
nach dem Besuch beeindruckt:
„Brandenburg ist mit seinen Wissenschaftseinrichtungen im Bereich
Nachhaltigkeit, Bioökonomie, Ressourcenschonung, Energiealternativen und
Klimawandel spitze. Und das ist gut so. Denn damit Deutschland 2045
klimaneutral ist, müssen wir fast komplett auf fossile Energie verzichten.
Für den Weg dorthin brauchen wir kluge und innovative Wissenschaftlerinnen
und Forscher mit Leidenschaft und Exzellenz – wie auf dem Telegrafenberg
in Potsdam. Sowohl das GFZ als auch das PIK forschen an Szenarien,
Technologien und Strategien für die Energiewende – und das Überleben der
Erde. Und die GFZ-Ausgründung DiGOS Potsdam GmbH strebt mit ihren
Innovationen ins Weltall: Sie entwickelt Laser-Bodenstationen, mit denen
man die Flugbahn von Weltraumschrott berechnen und so den Zusammenprall
mit Satelliten vermeiden kann – ein europaweites Alleinstellungsmerkmal.
Drei Einrichtungen – drei Zukunftsinstitutionen.“
Die Wissenschaftliche Vorständin des GFZ, Prof. Susanne Buiter, sagte:
„Egal ob für die Nutzung der Erdwärme oder zur Speicherung von Wasserstoff
in industriell relevanten Mengen: Wir brauchen den geologischen Untergrund
für die Energiewende. Sowohl in der Forschung als auch bei der Umsetzung
von Projekten im Pilot- und industriellen Maßstab stehen jetzt
entscheidende Schritte an. Daher freuen wir uns sehr über das große
Interesse von Bundeskanzler Olaf Scholz und Ministerin Manja Schüle an
diesen wichtigen Themen und über den fundierten und konstruktiven
Austausch.“
Hintergrund
Energiewendethemen am GFZ (Einführung durch die Wissenschaftliche
Vorständin Prof. Susanne Buiter)
Geothermie (Ansprechperson: Prof. Ingo Sass, Leiter Sektion 4.8
Geoenergie, GFZ)
Die Wärmewende kann mit Geothermie gelingen: Geothermie, die Nutzung von
Erdwärme, ist regenerativ, CO2-arm und grundlastfähig, also nicht von der
Witterung abhängig und immer (24/7) verfügbar. Als heimische Ressource
reduziert sie die Abhängigkeit von Energieimporten. Das GFZ liefert mit
seiner Forschung entscheidende Beiträge zur Optimierung und
Effizienzsteigerung sowie zur Weiterentwicklung der Technologie und
Verbesserung der Untergrundkenntnis.
Wasserstoffspeicherung im Untergrund (Ansprechperson: Dr. Cornelia
Schmidt-Hattenberger, Arbeitsgruppenleiterin in Sektion 4.8 Geoenergie,
GFZ)
Wasserstoff soll als Energieträger in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
Um Wasserstoff in der für industrielle Wertschöpfungsketten erforderlichen
Größenordnung speichern zu können, ist die geologische Speicherung im
Untergrund unerlässlich. Das GFZ plant hierzu ein Demonstratorprojekt in
Brandenburg, um die Auswirkungen auf den Untergrund sowie die optimale
Anbindung an die Energiewirtschaft, die Grundstoffindustrie sowie an
potenzielle H2-Nutzer im Mobilitätssektor zu erforschen.
Energiewendethemen des PIK (Einführung durch die Administrative Direktorin
Dr. Bettina Hörstrup)
Die Transformation zu einem klimaneutralen Energiesystem (Ansprechperson:
Prof. Gunnar Luderer, Leitung Arbeitsgruppe Energiesysteme, PIK)
Deutschland muss bis 2045 fast vollständig aus der Nutzung fossiler
Energie aussteigen. Gleichzeitig bietet die rasante Innovation bei
klimafreundlichen Technologien auch große Chancen für Deutschland. Prof.
Gunnar Luderer hat auf Basis von Erkenntnissen aus dem BMBF-geförderten
Ariadne-Projekt ausgeführt, welche Auswirkungen Transformation und
Innovation auf das Energiesystem haben, welche Fortschritte sich jetzt
schon zeigen und wo noch besonders großer Handlungsbedarf besteht.
Besichtigungstour DiGOS (Ansprechperson: André Kloth, Geschäftsführer
DiGOS)
Das Unternehmen DiGOS ist eine Ausgründung des GFZ und weltweit führend
bei der Entwicklung von Satelliten-Laser-Ranging-Stati
steht dabei für die hochgenaue Messung der Entfernung zwischen einer
Bodenstation und einem Satelliten mittels Laserpulsen. Weiteres
Anwendungsfeld der DiGOS-Technologie ist die hoch-präzise Bahnbestimmung
von gefährlichem Weltraumschrott für Kollisionsvermeidung mit Satelliten.
All das ist auch wichtig für die Umwelt- und Klimasatellitenmissionen des
GFZ. DiGOS hat schlüsselfertige SLR-Stationen bereits an die Europäsische
Weltraumagentur ESA sowie an die japanischen Weltraumagentur JAXA
geliefert und entwickelt derzeit eine SLR-Station für das europäische
Satelliten-Navigationssystem Galileo.
