Zum Hauptinhalt springen

Resiliente Gießereien durch KI-Assistenten für nachhaltigen Automobilbau

Pin It

Projekt „ReGAIN“ an der Hochschule Kempten gestartet
Wie lassen sich komplexe Produktionssysteme zu einem vernetzten
Wertschöpfungssystem integrieren und neue digitale Fertigungskonzepte für
eine ökologisch nachhaltige Gießereiindustrie erschließen? Dieser Frage
widmet sich ein Konsortium aus Wissenschaft und Industrie im
Verbundprojekt „ReGAIN“. Das Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz (BMWK) fördert das Vorhaben für drei Jahre mit insgesamt rund
8,2 Millionen Euro.

Das Projekt ReGAIN strebt die digitale Verknüpfung von
Gießereiproduktionssystemen an, um Effizienz, Flexibilität, Resilienz und
Nachhaltigkeit zu steigern. Ziel ist es, komplexe Produktionssysteme zu
einem umfassend vernetzten Wertschöpfungssystem zu integrieren und neue
digitale Fertigungskonzepte für eine ökologisch nachhaltige
Gießereiindustrie im Sinne des 2021 aktualisierten „European Green Deal“
zu erschließen. ReGAIN wird die Grundlagen schaffen, damit für jedes
Gießereiprodukt ein digitaler Produktpass einheitlich definiert und in
Catena-X verfügbar ist. Catena-X ist ein internationales, offenes
Datenökosystem für die Automobilindustrie, das Geschäftsprozesse durch
datengesteuerte Wertschöpfungsketten optimiert.

Rückverfolgbarkeit von Bauteilen im Gießprozess und Einsatz von KI
Das Teilprojekt des Instituts für Produktion und Informatik (IPI) und dem
Labor für Optische 3D-Messtechnik und Computer Vision (3dvisionlab) der
Hochschule Kempten befasst sich dabei mit Herausforderungen speziell im
Sandgussverfahren. Die zu entwickelnden Technologien sollen eine
vollständige Rückverfolgbarkeit von Gussteilen garantieren und in das
Qualitätsmanagement integrieren, was eine effektive Verknüpfung von
Prozess- und Qualitätsdaten ermöglicht. Dadurch werden datenbasierte
Prozessoptimierung und -visualisierung möglich. Zudem sollen KI-basierte
Assistenzsysteme die Wirkung zwischen Prozessparametern und
Qualitätsmerkmalen visualisieren sowie präventiven Handlungsempfehlungen
für Betriebspersonal bereitstellen. Die entwickelten Modelle und Methoden
sollen als Maßstäbe im Bereich der Prozessdigitalisierung dienen und auch
andere produzierende Branchen unterstützen. Das Bundesministerium für
Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert das Teilvorhaben mit rund
640.000 Euro für drei Jahre.

Zu dem über 20 Partner starken Forschungskonsortium gehören neben dem IPI
– Institut für Produktion und Informatik der Hochschule Kempten die
Universität Kassel, Technischen Universität Braunschweig, der
Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie, mehrere Fraunhofer-
Institute sowie diverse Partner aus der Automobilindustrie,
Softwareentwicklung und Materialtechnologie.

Über das IPI – Institut für Produktion und Informatik
Das IPI am Standort Sonthofen ist eine anwendungsorientierte,
interdisziplinäre Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen
Wissenschaft und Industrie. Als Technologietransferzentrum begleitet und
unterstützt es Industriepartner bei der Durchführung von Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten im Kontext der Digitalisierung von
Produktionssystemen und der Produktionsplanung.
www.hs-kempten.de/ipi