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DFG-Förderung zur Musikerphysiotherapie: Hochschule Osnabrück bundesweit unter den besten zehn Forschungsvorhaben

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Die DFG hat das Forschungsvorhaben der Hochschule Osnabrück mit dem
Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) und der
University of Sydney, Australien, als eines der ersten Projekte an HAWs
zur Förderung ausgewählt. Ziele sind die Verbesserung der Gesundheit von
Berufsmusiker*innen sowie der Aufbau der weltweit neuen Disziplin der
Musikerphysiotherapie.

(Berlin/Osnabrück, 11.12.2023) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
unterstützt erstmals gezielt Forschung an Hochschulen für Angewandte
Wissenschaften (HAW) und Fachhochschulen (FH).  Als eine der ersten HAWs
wird die Hochschule Osnabrück von der DFG gefördert. Dies teilte die DFG
nun in einer Pressemitteilung mit. Der Antrag aus Osnabrück überzeugte den
Hauptausschuss der größten Förderorganisation für Forschung in
Deutschland. Aus 69 Anträgen hat er nun zehn sogenannte Forschungsimpulse
(FIP) ausgewählt. Diese werden ab April 2024 für zunächst fünf Jahre mit
insgesamt rund 49 Millionen Euro finanziert. An der Hochschule Osnabrück
wird der Forschungsimpuls „PA.H|LIFETIME.ai – Gesundheit darstellender
Künstler – Entwicklung und Analyse von Risikoprofilen und prädiktiven
Modellen durch künstliche Intelligenz“ eingerichtet. Dieser soll zur
Entwicklung einer weltweit neuen Disziplin, der sogenannten
Musikerphysiotherapie, beitragen.

Gesundheit von Berufsmusiker*innen verbessern und Karrieren sichern

„Wir wollen leistungsbedingte Muskel- und Skeletterkrankungen von
Berufsmusiker*innen erforschen. Unser Ziel ist es, die Grundlagen für eine
maßgeschneiderte und wissenschaftlich fundierte physiotherapeutische
Versorgung zu schaffen. Damit soll die Gesundheit dieser Zielgruppe
maßgeblich verbessert werden, denn durch das viele Üben und die Auftritte
sind Berufsmusiker*innen bislang oft gesundheitlich stark eingeschränkt
und Karrieren oft gefährdet“, erläutert Prof. Dr. Christoff Zalpour,
Professor für Physiotherapie an der Hochschule Osnabrück und Sprecher des
Forschungsvorhabens.

Forschende aus Osnabrück, Hannover und Sydney wollen gemeinsam mit
internationalen Praxispartnern weltweit neue Wissenschaftsdisziplin
aufbauen

Zu dem interdisziplinären Team gehören Beteiligte aus der Physiotherapie,
Medizin, Informatik und Musikwissenschaft. Neben elf Osnabrücker
Wissenschaftler*innen sind auch jeweils ein Forschender der Hochschule für
Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) und eine Forschende der
University of Sydney, Australien, beteiligt. Durch die Kooperation mit dem
Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) wird
außerdem der Bereich der Künstlichen Intelligenz integriert. Als
Praxispartner konnte das Team die Deutsche Musik- und Orchestervereinigung
(UNISONO), die Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und
Musikermedizin e.V. (DGfMM), die Performing Arts Medicine Association
(PAMA) sowie die Australian Society for Performing Arts Healthcare (ASPAH)
gewinnen.

„Wir freuen uns sehr, dass unser Forschungsteam direkt in der ersten
Förderrunde der DFG für HAWs erfolgreich war und sich gegen die Vielzahl
der eingereichten Anträge durchgesetzt hat. Dies unterstreicht die hohe
Qualität unserer anwendungsorientierten Forschung und ist eine große
Auszeichnung für alle Beteiligten“, sagt Prof Dr. Bernd Lehmann,
Vizepräsident für Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung an der
Hochschule Osnabrück, und fährt fort: „Durch die Projektförderung wird
eine neue Subdisziplin gefördert, die die an der Hochschule Osnabrück
angestammten Bereiche Physiotherapie, Informatik und Musik miteinander
verbindet und die weltweit einzigartig ist.“

Nicht nur in Osnabrück ist die Freude über die Förderzusage der DFG groß.
Auch Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs gratuliert: „Es
freut mich sehr, dass die Hochschule Osnabrück zu den zehn
forschungsstärksten Fachhochschulen in Deutschland zählt. Der rapide
Fortschritt im Bereich der Künstlichen Intelligenz wird zukünftig in der
Gesundheitsversorgung eine zentrale Rolle spielen. Ich gratuliere dem
Forschungsverbund der Hochschule Osnabrück, der HMTMH, dem DFKI und der
University of Sydney zu dem spannenden Thema der muskuloskelettalen
Gesundheit in den darstellenden Künsten und der damit verbundenen
Förderung.“