KI in der Maritimen Korrosionsforschung: Neues Whitepaper zeigt große Potenziale
Korrosionsschäden stellen eine große Herausforderung
für die maritime Wirtschaft dar, besonders für die Offshore-Windenergie.
Ein neues Whitepaper analysiert die Potenziale von KI bei der Eindämmung
von maritimer Korrosion. Verfasst hat das Papier ein Konsortium aus
Industrie und Forschung unter Federführung der Bundesanstalt für
Materialforschung und -prüfung (BAM), dem Helmholtz-Zentrum Hereon und dem
Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte
Materialforschung. Sie identifizieren darin wichtige Handlungsfelder, um
Forschungsressourcen in Deutschland zielgerichtet zu bündeln und eine
optimale Wirkung durch KI-Methoden zu erzielen.
Berlin, 12.12.2023. Korrosionsschäden stellen eine große Herausforderung
für die maritime Wirtschaft dar, besonders für die Offshore-Windenergie.
Ein neues Whitepaper analysiert die Potenziale von KI bei der Eindämmung
von maritimer Korrosion. Verfasst hat das Papier ein Konsortium aus
Industrie und Forschung unter Federführung der Bundesanstalt für
Materialforschung und -prüfung (BAM), dem Helmholtz-Zentrum Hereon und dem
Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte
Materialforschung. Sie identifizieren darin wichtige Handlungsfelder, um
Forschungsressourcen in Deutschland zielgerichtet zu bündeln und eine
optimale Wirkung durch KI-Methoden zu erzielen.
Die Nutzung von KI als “Gamechanger” ist mittlerweile in vielen Bereichen
angekommen, so auch in der Korrosionsforschung. Ein digitales Management
von Schutzsystemen und die KI-gestützte Bewertung von
Korrosionsereignissen ermöglicht nach Ansicht der Autor*innen deutliche
Kosteneinsparungen und ein erhebliches Wertschöpfungspotential für die
maritime Wirtschaft bei gleichzeitiger Reduktion ökologischer
Auswirkungen.
Im Einzelnen werden folgende vier Handlungsfelder als Schlüsselbereiche
identifiziert:
• Umweltinteraktionen: Die Intensität, die Art und der Verlauf der
Korrosion ist von vielen Bedingungen abhängig, z.B. Salzgehalten, pH-
Werten, Luftfeuchte und Temperatur. Eine detaillierte Modellierung von
Korrosionsprozessen unter Benutzung solcher Umweltinformation ist nach wie
vor eine große Herausforderung und bedarf intensiver
Forschungsanstrengungen. Hierfür sollten neue Modellsysteme entwickelt
werden.
• Entwicklung und Applikation von Beschichtungen: Aktuell verfügbare
Korrosionsschutzsysteme gewährleisten teils einen langen Schutz. Dennoch
ist das Versagen der Beschichtung immer noch der Hauptgrund für
Korrosionsprobleme. KI kann hier helfen, Schutzsysteme noch besser und
gleichzeitig umweltschonender zu machen.
• Wartung und Reparatur: Die Einführung vorhersagebasierter und
durchgängig digitalisierter Instandhaltungsmethoden für
Korrosionsschutzsysteme erfordert die Erfassung und Verarbeitung großer
Datenmengen. KI ist unverzichtbar für die Verarbeitung und Interpretation
dieser Daten. Eine KI-gestützte Prognose des Korrosionsverlaufs kann zudem
der Früherkennung zukünftiger Schäden dienen und ermöglicht eine
Abschätzung des Instandsetzungsbedarfes.
• Softwareentwicklung: Bisher fehlen im Bereich maritimer Korrosion
ganzheitliche Datenmanagementtools. Hier ist ein systematischer Ansatz
gefragt, der u.a. einen digitalen Passport für Anlagen und ein Qualitäts-
und Bewertungsmanagement enthalten sollte.
Die Autor*innen des Whitepapers schlagen vor, die Förderlinien der
deutschen Forschungslandschaft entlang dieser vier Handlungsfelder
anzupassen bzw. zu initiieren, um so eine maximale Hebelwirkung der
Nutzung von KI-Methoden in der deutschen maritimen Wirtschaft zu erzielen.
Erstmals öffentlich vorgestellt und überreicht wurde das wegweisende
Papier im Rahmen der Maritimen Statustagung am 6.12.2023 an den
Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus
Dieter Janecek vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
