„Insectopolis“ - ISOE vergibt Kunststipendium zum Thema Insektenvielfalt in der Stadt
Um den Trend des weltweiten Insektenschwunds aufzuhalten, müssen Insekten
Lebensräume zurückgewinnen, in Agrarlandschaften wie in Städten.
Voraussetzung dafür ist, dass Menschen wertschätzend auf Insekten und ihre
Ökosystemleistungen blicken und die Bereitschaft aufbringen, zum
Insektenschutz beizutragen. Hierfür werden im Forschungsprojekt SLInBio
unter der Leitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
Erlebnisräume entwickelt, in denen Bürger*innen die Vielfalt der Insekten
auf positive Weise erleben können – etwa durch künstlerische Arbeiten zum
Wert der Insektenvielfalt im öffentlichen Raum. Für eine solche Arbeit
vergibt das ISOE im Zuge des Projekts nun ein Stipendium.
Nicht nur Wissenschaft und Forschung können Ergebnisse hervorbringen, die
den Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen verändern helfen. Auch
Kunst kann dazu anregen, Fragen zu komplexen Themen auf einer persönlichen
wie auch gesellschaftlichen Ebene so zu reflektieren, dass transformative
Kräfte entstehen – eine Grundvoraussetzung für Veränderungen. „In der
Verbindung von Kunst und Wissenschaft liegt deshalb ein großes Potenzial
für sozial-ökologische Transformationen“, sagt ISOE-Biodiversitätsforscher
Florian Dirk Schneider.
Dieses Potenzial macht sich das transdisziplinäre Forschungsprojekt
SLInBio unter der Leitung des ISOE zunutze, das sich dem Erhalt von
Insektenvielfalt in der Stadt widmet: „Im Zusammenspiel von
wissenschaftlichen Erkenntnissen und künstlerisch-ästhetischen
Perspektiven können nicht nur neue Erlebnis- und Denkräume entstehen“,
erklärt Schneider, „die Kommunikation zwischen unterschiedlichen
Disziplinen kann auch neues Wissen und dringend notwendige neue Narrative
hervorbringen, mit denen sich Menschen für den Schutz der Insektenvielfalt
gewinnen lassen.“
Wissen um notwendige Koexistenz von Insekten und Menschen fördern
Um diese Kommunikation zu unterstützen, schreibt das ISOE-Forschungsteam
von SLInBio das Projektstipendium „Insectopolis“ aus, das sich an im
Rhein-Main-Gebiet ansässige Künstler*innen wendet. Es ist eingebettet in
ein transdisziplinäres Begleitprogramm und hat zum Ziel, den ko-
produktiven Prozess zwischen Kunst und Wissenschaft zu fördern. Gesucht
wird eine künstlerische Arbeit für den öffentlichen Raum im Stadtgebiet
von Frankfurt am Main, die sich dem Thema Insektenbiodiversität widmet und
den städtischen Diskurs zu diesem Thema anregt.
„Wir sind gespannt auf Bewerbungen und Projektvorschläge, die das
Potenzial haben, die bestehenden Beziehungen zwischen Menschen und
Insekten zu reflektieren“, sagt Nina Queissner, die das Projekt
„Insectopolis“ als künstlerische Kuratorin begleitet. „Im Kern geht es
darum, Betrachter*innen des Werks über eine ästhetische Erfahrung dafür zu
sensibilisieren, dass die Koexistenz von Menschen und Insekten eine
zwingende Voraussetzung zum Leben und Überleben im Anthropozän bedeutet.“
Bewerbungsschluss für „Insectopolis“ am 31. Januar 2024
Die Bewerbungsskizzen, die bis 31. Januar 2024 eingereicht werden können,
sollen entsprechend Bezug nehmen auf die vielfältigen Beziehungen zwischen
Menschen und Insekten sowie deren ineinander verschränkten Lebensräume und
Lebensbedingen in der Stadt. „Insectopolis“ wird zwischen April und Juli
2024 in enger Kooperation mit ISOE-Forschenden und den
Partnerorganisationen wie dem Palmengarten der Stadt Frankfurt am Main
oder dem Senckenberg Naturmuseum realisiert.
Der ausgewählte Projektvorschlag wird durch ein Honorar für die
Konzeptualisierung und Recherche in Kooperation mit den Forschenden sowie
die Umsetzung inklusive Ausstellungsrecht mit einem Gesamtbetrag in Höhe
von 5000 € vergütet. Zusätzlich wird für die Realisierung der
Projektarbeit im öffentlichen Raum ein Sachkostenbudget in Höhe von 4500 €
zur Verfügung gestellt.
Detailliertere Informationen zu Teilnahmebedingungen und Bewerbungsprozess
unter www.isoe.de/insectopolis.
Über das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am
Main
Das ISOE gehört zu den führenden unabhängigen Instituten der
Nachhaltigkeitsforschung. Es entwickelt wissenschaftliche Grundlagen und
zukunftsweisende Konzepte für sozial-ökologische Transformationen. Hierfür
forscht das ISOE transdisziplinär zu globalen Problemen wie
Wasserknappheit, Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Landdegradation
und findet tragfähige Lösungen, die ökologische, gesellschaftliche und
ökonomische Bedingungen berücksichtigen.
