Zum Hauptinhalt springen

Schader-Preis 2024 für die Politikwissenschaftlerin Silja Häusermann

Pin It

Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Silja
Häusermann erhält im Jahr 2024 den Schader-Preis. Der Senat der Schader-
Stiftung hat sich am 21. November 2023 in seiner Sitzung für die Vergabe
an die Professorin für Schweizer Politik und Vergleichende Politische
Ökonomie an der Universität Zürich ausgesprochen.

„Mit Silja Häusermann zeichnen wir eine international renommierte und
versierte Politikwissenschaftlerin mit komparativer Perspektive aus“,
begründete der Sprecher des Senats, Prof. Dr. Otfried Jarren, die Wahl.
Die Preisträgerin habe wichtige Beiträge zu neuen gesellschaftlichen
Konfliktlinien und zur sozialen Fragmentierung geleistet, sie „analysiere
den Wandel des Wohlfahrtsstaats in allen seinen Facetten mit methodischer
Raffinesse und analytischer Präzision“. Als Wissenschaftlerin sei sie
international wie im deutschen Sprachraum sehr sichtbar und ausgezeichnet
vernetzt. „Mit ihren Erkenntnissen über den langfristigen Wandel von
Arbeitsmärkten und der Sozialstruktur moderner Gesellschaften bereichert
Silja Häusermann nicht nur die Gesellschaftswissenschaften, sondern ebenso
den gesellschaftlichen Diskurs“, so der Kommunikationswissenschaftler
Jarren weiter. Dabei setze sie bei der Vermittlung in die Gesellschaft
eigene Akzente und rege damit die Debatte sowohl in Fachkreisen als auch
die Diskussion in der Öffentlichkeit an.

Silja Häusermann selbst reagierte auf die Nachricht hocherfreut: „Der
Schader-Preis ist für mich eine ganz besondere Ehre und Freude, weil er
die gesellschaftliche Wir-kung der wissenschaftlichen Arbeit würdigt.“ Der
mit 15.000 Euro dotierte Schader-Preis ehrt
Gesellschaftswissenschaftlerinnen und Gesellschaftswissenschaftler, die
aufgrund ihrer wegweisenden wissenschaftlichen Arbeit und durch ihr
vorbildliches Engagement im Dialog mit der Praxis einen Beitrag zur Lösung
gesellschaftlicher Probleme geleistet haben.

Silja Häusermann, geboren 1977, studierte Politikwissenschaft an der
Universität Genf und absolvierte den Master of Public Administration am
Institut de hautes études en administration publique in Lausanne. Dort
sowie anschließend an der Universität Zürich war sie als Assistentin
tätig, wo sie schließlich 2007 promovierte. Die Dissertation wurde mit dem
ECPR Jean Blondel Prize und dem APSA Ernst B. Haas Prize in European
Politics ausgezeichnet. Als Gastwissenschaftlerin war sie am Government
Department der Harvard Universität und als Max Weber Fellow am
Europäischen Hochschulinstitut in Florenz aktiv, lehrte und forschte als
Juniorprofessorin an der Universität Konstanz und war Fellow am
Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seit 2012 ist sie Professorin an der
Universität Zürich und hat den Lehrstuhl für Schweizer Politik und
Vergleichende politische Ökonomie am Institut für Politikwissenschaft
inne. 2016 erhielt sie vom Europäischen Forschungsrat einen ERC Starting
Grant für ihre herausragende wissenschaftliche Forschung zu
sozialstaatlichem Wandel zugesprochen. 2018 wurde ihre Lehre mit dem UZH
Teaching Award ausgezeichnet.

Die gebürtige Luzernerin forscht im Bereich der Vergleichenden
Politikwissenschaft, der Vergleichenden Politischen Ökonomie und des
politischen Verhaltens. Ihr Fokus liegt dabei auf soziostrukturellem
Wandel, Ungleichheit, Veränderungen von Wahlverhalten und Parteiensystemen
sowie deren Einfluss auf distributive Politik. Auch die Transformation
westlicher Sozialstaaten und Arbeitsmarktpolitiken ist einer ihrer
Schwerpunkte.

Der Schader-Preis wird am 26. Juni 2024 in Darmstadt überreicht. Die
Laudatio hält der Publizist Roger de Weck, ehemaliger Generaldirektor der
Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft und früherer Chefredakteur
des Tages-Anzeigers (Zürich) und der Wochenzeitung Die Zeit. Verliehen
wird er vom Senat der Schader-Stiftung, dem die Preisträgerinnen und
Preisträger der vergangenen Jahre angehören: Prof. Dr. Steffen Mau (2023),
Prof. Dr. Lisa Herzog (2022), Prof. Dr. Armin Nassehi (2021), Prof. Dr.
Dorothea Kübler (2020), Prof. Dr. Christoph Möllers (2019), Prof. Dr.
Otfried Jarren (2018) und Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (2017). Mit der
Verleihung des Schader-Preises im Juni 2024 gehört Silja Häusermann dann
sieben Jahre lang dem Senat der Schader-Stiftung an.

Die Schader-Stiftung fördert seit 1988 den Dialog zwischen
Gesellschaftswissenschaften und Praxis. Mehr Informationen zur Stiftung
und zum Schader-Preis sind unter www.schader-stiftung.de/schader-preis/ zu
finden.