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Coburger Forschungsprojekt „AI4Coping“: mithilfe von KI Stress besser bewältigen

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Wie Menschen zum Beispiel mit Stress umgehen, wird in der Wissenschaft
„Coping“ genannt. Im Forschungsprojekt „AI4Coping“ der Hochschule Coburg
geht es darum, zu untersuchen, ob und gegebenenfalls wie Stress mithilfe
der Methoden Künstlicher Intelligenz (KI) besser zu bewältigen.
Wissenschaftler:innen mit unterschiedlicher Expertise werden in den
kommenden drei Jahren interdisziplinär an diesem Thema arbeiten. Das
Projekt wird mit knapp 715.000 Euro aus dem Bayerischen Förderprogramm für
angewandte Forschung und Entwicklung gefördert.

In einer Welt, die sich ständig und rapide verändert, ist die Bewältigung
von Stress zu einer zentralen Herausforderung geworden. Insbesondere seit
der COVID-19-Pandemie hat die Stressbelastung der Bevölkerung – und damit
einhergehend auch die Häufigkeit psychischer Erkrankungen – zugenommen.
Coping ist eine Bewältigungsstrategie, die Abkürzung AI steht im
englischen für „artificial intelligence“ und entspricht im Deutschen KI,
also Künstlicher Intelligenz. Daraus setzt sich der Name des
Verbundforschungsprojektes „AI4Coping“ zusammen. Es zielt darauf ab, durch
den Einsatz von KI effiziente Stressbewältigungsansätze zu generieren und
somit dazu beizutragen, die Resilienz und Gesundheit der Menschen zu
verbessern.

Das interdisziplinäre Team des AI4Coping-Projekts wird dabei unter
Verwendung modernster Technologien wie Virtueller Realität,
Sprachmodellierung und maschinellem Lernen verschiedene Aspekte der
Stressbewältigung in den Fokus nehmen. Die Forschergruppe besteht aus neun
Professor:innen der Hochschule Coburg mit Expertise in den Bereichen
Informatik, Gesundheitsförderung und Prävention, Neurowissenschaften,
Bioanalytik, Betriebswirtschaftslehre und Sozialer Arbeit. Sie wollen zum
Beispiel ein virtuelles Stressbewältigungstraining für Studierende mit
Prüfungsangst entwickeln, Menschen mit Bewegungseinschränkungen sollen
einen Waldspaziergang virtuell durchführen können und ein virtuelles
Hygienetraining zur Minderung von Ansteckungsängsten soll entwickelt
werden. Dabei wird der Nutzen der virtuellen Unterstützung durch Messung
der Stressreaktion und Selbstregulationskompetenz bewertet und laufend
verbessert. In einem weiteren Teilprojekt werden die individuelle und
gesellschaftliche Akzeptanz der verantwortungsvollen Nutzung von KI in der
Gesundheitsförderung erforscht und ethische Aspekte diskutiert.

„Durch den Einsatz von KI und modernster Technik können maßgeschneiderte
Stressbewältigungsstrategien entwickelt werden, die auf die spezifischen
Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen zugeschnitten sind“, sagt Prof.
Dr. Karin Meißner, Sprecherin des Verbundforschungsprojekts. „KI-Systeme
zeichnen sich dadurch aus, dass sie kontinuierliches Feedback geben und
ihre Empfehlungen in Echtzeit anpassen können. Dies ermöglicht eine höchst
individuelle Vermittlung von Stressbewältigungs-Strategien, die in
virtuellen Umgebungen eingeübt werden können. Mit Hilfe der so erlernten
Fähigkeiten können die Nutzer:innen konkrete Alltagssituationen besser
bewältigen.“

Ein zentrales Ziel des AI4Coping-Projekts ist die Integration der
Forschungsergebnisse in eine Toolbox für digitale
Stressbewältigungsstrategien. Diese Toolbox ist individuell anpassbar und
lässt sich auf weitere Nutzer:innengruppen und Situationen übertragen, was
eine breite Anwendbarkeit und langfristige Nutzung der
Forschungsergebnisse ermöglicht.

Das AI4Coping-Projekt ist ein entscheidender Schritt in Richtung einer
effizienten und leicht zugänglichen Stressbewältigung. Durch die
Verknüpfung modernster Technologien mit interdisziplinärer Expertise will
es neue Maßstäbe für Prävention und Gesundheitsförderung setzen. Die
technologischen Entwicklungen, die aus dem AI4Coping-Projekt hervorgehen,
geben innovative Antworten auf aktuelle Herausforderungen in der
Stressbewältigung. Sie bieten die Grundlage für zukünftige Forschungs- und
Praxisprojekte und stärken das Profil der Hochschule Coburg in Richtung
Gesundheit und KI. Die Zusammenarbeit mit regionalen Praxis- und
Wissenschaftspartner:innen wird während der dreijährigen Projektdauer
vertieft und ausgebaut, um den Weg für nachhaltige Innovationen sowie
Firmengründungen in Oberfranken zu ebnen.