HAWK ist Wegbereiterin für KI-Nutzung an Hochschulen
Viele Hochschulen in ganz Deutschland nutzen datenschutzkonformes
Interface der HAWK für ChatGPT
Ob Künstliche Intelligenz (KI) in der Hochschullehre genutzt werden
sollte, ist schon längst keine Frage mehr. Doch wie können Hochschulen
Tools wie ChatGPT für alle ihre Angehörigen verfügbar und sicher machen?
An der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst
Hildesheim/Holzminden/Göttinge
webbasiertes Interface zur didaktischen Nutzung dafür entwickelt, das die
HAWK anderen deutschen Hochschulen kostenfrei zur Verfügung stellt.
Hochschulen und Universitäten von Emden bis München nutzen es schon oder
testen es.
Seit Juni ist HAWKI für alle Hochschulmitglieder der HAWK online gegangen.
Unter ai.hawk.de finden Studierende, Lehrende und Mitarbeitende das
Interface, mit dem sie ChatGPT von OpenAI in den Versionen GPT3.5 und
GPT4-Turbo kostenfrei über ihren Hochschul-Account nutzen können. Die
Nutzenden müssen keinen eigenen Account bei ChatGPT anlegen und die
Hochschulauthentifizierung wird nur verwendet, um festzustellen, ob sie
berechtigt sind, auf HAWKI zuzugreifen. Damit können sie das Interface
anonym nutzen und es können keine Rückschlüsse auf einzelne Personen
gezogen werden. „Der Datenschutz war uns besonders wichtig und durch die
enge und gute Zusammenarbeit mit den Datenschutzbeauftragten der HAWK
können wir diesen auch gewährleisten“, betont Stefan Wölwer, Professor für
Interaction Design im Kompetenzfeld Digital Environments an der Fakultät
Gestaltung in Hildesheim. „Die Nutzung von HAWKI kann also sowohl
gegenüber der Hochschule als auch gegenüber OpenAI völlig anonym erfolgen
und bietet somit einen sicheren Experimentier-, Forschungs- und Lernraum.“
Eine weitere Besonderheit ist die Unterstützung der Nutzenden durch
virtuelle Teammitglieder und Lehrräume, die bei Fragen zu bestimmte Themen
unterstützen. Die fiktiven Expert*innen haben eine ausführliche
Rollenbeschreibung, also Kontextverständnis für ihre Aufgabe und können
dadurch schneller qualitativ hochwertige Antworten liefern. In den
Lernräumen erhalten Nutzende Vorschläge für die Prompts, die zum Dialog
mit ChatGPT nötig sind. Gute Prompts zu formulieren – also auch die
Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen – ist eine wichtige Fähigkeit,
um die KI sinnvoll zu nutzen und gute Ergebnisse zu erzielen.
Vincent Timm, Leiter des Interaction Design Labs der HAWK-Fakultät
Gestaltung, und Jonas Trippler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Lab,
entwickelten bereits im Januar 2023 den ersten Prototypen des Interfaces.
Stefan Wölwer beriet in Fragen der Gestaltung und kümmerte sich um die
Rahmenbedingungen, um das Angebot hochschulweit nutzbar zu machen.
Unterstützt durch die Digitalisierungsstrategie der HAWK und das
Engagement des Präsidiums, das Handlungsempfehlungen zur Nutzung von KI in
der Lehre herausgab, hielt ChatGPT schon früh Einzug in den
Hochschulalltag. Die prototypische Entwicklung, eine wichtige Design-
Innovationsmethode, schloss schon früh die Studierenden mit ein, um somit
wichtiges Feedback in die weitere Umsetzung von HAWKI einfließen zu
lassen. Durch den Entwurf und der Programmierung der Plattform innerhalb
des Interaction Design Labs fielen nur Kosten für die Nutzung von ChatGPT
an. Diese richten sich nach der Textmenge, die von ChatGPT verarbeitet
wird.
Damit ist die HAWK Initiatorin einer innovativen und neuen
Herangehensweise, wie Hochschulen deutschlandweit mit ChatGPT umgehen.
Dazu hat auch beigetragen, dass die Hochschule HAWKI mit der
Öffentlichkeit teilt. „Wir haben uns früh dafür entschieden, HAWKI als
Open-Source über die Plattform Github zur Verfügung zu stellen. Zum einen
sahen wir darin einen wichtigen Beitrag, anderen Hochschulen und damit
deren Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden dieses Interface zu KI-
Systemen zur Verfügung zu stellen. Zum anderen unterstützt diese
Transparenz des Programmcodes der Plattform das Vertrauen der
Hochschulangehörigen in die Anwendung gerade im Bezug zum Datenschutz“,
erklärt Stefan Wölwer.
Seit der Veröffentlichung haben viele Hochschulen Interesse an HAWKI
bekundet. Einige, wie die Universität Hildesheim und die Hochschule
München, haben die Plattform bereits in ihre eigene IT-Infrastruktur
eingebunden. Das Interaction Design Lab der HAWK unterstützt dabei
individuell und mit Informationsveranstaltungen.
Eine Video-Präsentation findet sich auf unserem Vimeo-Kanal:
https://vimeo.com/835355328
HAWKI auf dem Hochschulforum Digitalisierung:
https://hochschulforumdigitali
zur-ki-wie-chatgpt-co-sinnvoll
