Nature Food Publikation zur Revision des Nutri-Score Algorithmus
Mit dem Start ins Jahr 2024 sind Änderungen am Nutri-Score Algorithmus in
Kraft getreten, die das Ergebnis der Revision der Berechnungsgrundlage
dieses Front-of-Pack Labels sind, die seit Anfang 2021 gemeinsam durch
dieses Gremium erarbeitet wurden. Das kürzlich veröffentlichte Paper von
Merz et al. (https://www.nature.com/articl
beschreibt zusammenfassend die Arbeit des internationalen
wissenschaftlichen Gremiums des Nutri-Score.
Die Überarbeitung des dem Nutri-Score zugrunde liegenden Algorithmus hat
zum Ergebnis, dass die Nutri-Score Bewertungen von Lebensmitteln künftig
noch besser mit den nationalen Ernährungsempfehlungen der Nutri-Score
nutzenden Länder übereinstimmen als zuvor. Aus Deutschland waren u.a. Frau
Prof. Anette Buyken von der Universität Paderborn sowie Herr Dr. Benedikt
Merz vom Institut für Physiologie und Biochemie des Max Rubner-Instituts
als Teil des wissenschaftlichen Gremiums an der Revision beteiligt.
Strengere Bewertungen bei den Zucker- und Salzgehalten führen dazu, dass
Lebensmittel mit vergleichsweise hohem Zucker- und Salzgehalt,
entsprechend den allgemeinen Ernährungsempfehlungen, weniger günstig
eingestuft werden als bisher. Ballaststoffreiche Vollkorn-Produkte können
deutlich besser von ballaststoffärmeren Varianten unterschieden werden, da
letztere im Schnitt künftig eine weniger günstige Bewertung erhalten.
Durch diese Änderung werden u.a. Brote künftig wesentlich differenzierter
bewertet.
Pflanzliche Öle mit einem hohen Gehalt an ernährungsphysiologisch
günstigen ungesättigten Fettsäuren erzielen künftig bessere Bewertungen,
was die Differenzierung für diese Produktgruppe erhöht. Dies gilt
grundsätzlich auch für fettreiche Fische und Produkte daraus. Weißes
Fleisch und Produkte daraus werden gegenüber Alternativen aus rotem
Fleisch bessergestellt, um so den aktuellen Ernährungsempfehlungen
nachzukommen.
Künftig werden alle Produkte, die getrunken werden, nach dem Algorithmus
für Getränke bewertet. Somit werden künftig auch Milch, Milchgetränke
sowie Pflanzendrinks mit dem aktualisierten Getränkealgorithmus bewertet
und nicht mehr, wie bislang, mit dem Algorithmus für allgemeine
Lebensmittel. Auch in Zukunft bleibt aber Wasser das einzige Getränk, das
eine A-Bewertung erzielen kann. Bei Milch entscheidet weiterhin der
individuelle Fettgehalt darüber, mit welcher Bewertung die Milch
abschneidet. Gesüßte Milchgetränke werden gemäß ihres Zuckergehalts
ungünstiger eingestuft als ihre ungesüßten Alternativen.
Eine günstigere Bewertung ist Getränken mit geringen Zuckergehalten
möglich. Dadurch wird die Unterscheidbarkeit von Lebensmittel nach ihrem
Zuckergehalt zusätzlich erhöht. Weiterhin sollen Getränke mit künstlichen
Süßstoffen künftig zusätzlich ungünstige Punkte erhalten, um so keinen
zusätzlichen Anreiz zur Verwendung von Süßungsmitteln zu generieren.
