Zum Hauptinhalt springen

Drei Partner ziehen beim Borkenkäfer- Monitoring an einem Strang

Pin It

Die Borkenkäferlage rund um den Großen Falkenstein im nördlichen Bereich
des Nationalparks Bayerischer Wald hat jüngst viel Aufmerksamkeit
erfahren. Um in die teils emotional geführten Debatten noch mehr Fakten
einbringen zu können sowie weiterhin ein wissenschaftlich fundiertes
Borkenkäfermanagement zu betreiben, haben sich nun drei Partner auf ein
intensiviertes Borkenkäfer-Monitoring im Bereich der Schutzgebietsgrenze
im Landkreis Regen geeinigt.

Dafür unterzeichneten die Leiterin des Nationalparks Bayerischer Wald,
Ursula Schuster, der Präsident der Landesanstalt für Wald und
Forstwirtschaft (LWF), Dr. Peter Pröbstle, sowie der Bereichsleiter
Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen, Christoph
Salzmann, in Ludwigsthal eine Kooperationsvereinbarung.

Die drei Institutionen arbeiten bereits seit 2010 im Bereich des
Borkenkäfermonitorings zusammen. Mit einer Kooperationsvereinbarung
verpflichten sie sich nun, das Monitoring des „Buchdruckers“ in den
nächsten Jahren noch weiter zu intensivieren. Der Buch-rucker ist eine
Borkenkäfer-Art, welche aktuell überall in Mitteleuropa ganze
Fichtenwälder zum Absterben bringt. „Mit unserem intensivierten Monitoring
behalten wir die Borkenkäfersituation noch besser im Blick und können auch
kommende Entwicklungen dokumentieren“, sagte LWF-Präsident Pröbstle beim
Unterzeichnungstermin. Dafür sollen doppelt so viele Monitoringfallen wie
bisher eingesetzt werden – und zwar in einem Korridor von bis zu drei
Kilometern beidseits der Nationalparkgrenze, vornehmlich zwi-schen der
Trinkwassertalsperre Frauenau und Bayerisch Eisenstein. Anhand der Fallen
können beständig Aussagen zur aktuellen Intensität und räumlichen
Ausdehnung von Buchdrucker-Aktivitäten getroffen werden.

Neben den Fallen am Boden wird auch die Beobachtung der Waldbestände aus
der Luft erweitert und deckt dann einen Korridor von drei Kilometern rund
um den Nationalpark ab, was ebenfalls einer Verdopplung der aktuell
erfassten Datenlage entspricht. „Wir brauchen diese Daten für unser
Borkenkäfermanagement, aber wir wollen gleichzeitig auch die angrenzenden
Privatwaldbesitzer mit geeignetem Datenmaterial unterstützen“, betonte
Ursula Schuster. „Gerade deshalb ist die Kooperation mit der Bayerischen
Forstverwaltung ein wichtiges Zeichen an die Region: Nationalpark,
Forstamt und LWF werfen nochmal verstärkt ein Auge auf die Entwicklung der
Borkenkäferlage.“

„Es ist einfach wichtig, Entscheidungen nicht aufgrund von Gefühlen zu
treffen, sondern aufgrund von wissenschaftlichen Grundlagen“, betonte
Forstbereichsleiter Salzmann vom AELF Regen. „Dazu werden die Ergebnisse
transparent weitergegeben, um eine solide Datenbasis für sachliche
Diskussionen zu haben.“ Über die angestrebte Erweiterung des Monitorings
habe man zum Beispiel bereits im Vorfeld den „Runden Tisch Borkenkäfer“
informiert, dem zahlreiche Waldbesitzer rund um den Nationalpark
angehören.

Über die aktuell erfassten Daten werden aber nicht nur die Waldbesitzer in
der Region bei regelmäßigen Treffen informiert. Die wöchentlichen
Buchdrucker-Fangzahlen sind unter www.borkenkaefer.org für alle
Interessierten einsehbar. Dank der Kooperationsvereinbarung wurde die
erfolgreiche, aber bisher formlose Zusammenarbeit „auf langfristige und
nachhaltige Beine gestellt“, so Ursula Schuster. Für fünf Jahre sei das
nun beschlossene Vorgehen besiegelt. „Wir gehen aber davon aus, dass wir
auch danach wei-termachen“, sind sich alle drei Partner sicher.