Für ein besseres Ozeanbeobachtungs- und Vorhersagesystem in Europa
Nach vier Jahren Laufzeit endete nun das europäische
Forschungsprojekt EuroSea mit der Veröffentlichung seines
Abschlussberichts, dem „Legacy Report“. Unter der Leitung von Dr. Toste
Tanhua vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel brachte
EuroSea 53 Partner aus 16 Ländern zusammen. Die Ergebnisse geben einen
Kurs vor für eine ganzheitlichere und nachhaltigere Ozeanbeobachtung und
-vorhersage, sowohl in Europa als auch darüber hinaus.
Mit der Veröffentlichung des Abschlussberichts, dem „Legacy Report“,
erreicht das europäische Projekt EuroSea zur Verbesserung von
Ozeanbeobachtung und Vorhersagen nach vier Jahren Laufzeit seinen
erfolgreichen Abschluss. Die im Bericht enthaltenen Erkenntnisse und
Empfehlungen bieten wertvolle Einsichten für die Weiterentwicklung des
Wissens über die Meere und einer wissenschaftlich fundierten Blue Economy
in aller Welt.
Unter der Leitung von Dr. Toste Tanhua, Chemischer Ozeanograph am GEOMAR
Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel brachte EuroSea mehr als 150
Expert:innen von 53 Partnerinstitutionen aus 16 Ländern zusammen. Die
Europäische Union förderte das Projekt mit 12,6 Millionen Euro.
Der abschließende „Legacy Report“ empfiehlt einen ganzheitlichen und
integrierten Ansatz zur Ozeanbeobachtung und -vorhersage. Von der Stärkung
des Europäischen Ozeanbeobachtungssystems (European Ocean Observing
System, EOOS) und der Unterstützung des Globalen Ozeanbeobachtungssystems
(Global Ocean Observing System, GOOS) bis hin zur Förderung von
Entwicklungen in der Blue Economy und der Information politischer
Entscheidungen entfaltete EuroSea einen bedeutenden Einfluss auf die
marinen Wissenslandschaft und entsprechende Innovationen.
Der Bericht unterstreicht das Engagement von EuroSea für die
Bereitstellung von Meeresdaten entsprechend des FAIR-Prinzips (Findable,
Accessible, Interoperable, and Reusable – auffindbar, zugänglich,
interoperabel und wiederverwendbar), die Verbesserung von Modellierungs-
und Vorhersagefähigkeiten und die Konsolidierung dieser Fortschritte in
nutzerorientierten Diensten. Als Zusammenfassung der Wirkung von EuroSea,
das auf vielen verschiedenen Ebenen der Ozeanbeobachtung und Vorhersage
Spuren hinterlässt. Neben der Leitung dieses innovativen Projekts
lieferten GEOMAR-Forschende weitere wichtige Beiträge zum Erfolg von
EuroSea.
Die Wissenschftler:innen untersuchten rechtliche Aspekte innovativer
Ozeanbeobachtungen und bestehende Lücken im europäischen System zur
Beobachtung und Vorhersage. Sie beurteilten Kohlenstoffflüsse für den
tropischen Atlantik. Und sie sammelten und analysierten Forschungsdaten
mit einer Vielzahl von Plattformen, darunter auch innovative Ansätze.
Hiermit trugen sie entscheidend bei zur Entwicklung von Syntheseprodukten
wie dem Datensatz über den Kohlendioxidgehalt der der Oberfläche von
Weltmeeren und Küstengewässern – dem Surface Ocean CO₂ Atlas (SOCAT) – und
dem internationalen Satz biogeochemischer Daten von der Oberfläche bis zum
Meeresboden – dem Global Ocean Data Analysis Project (GLODAP) – und
verbesserten die internationale und interdisziplinäre Koordination von
Meeresbeobachtungen. Dies half, die an der Nutzung von Ozeanbeobachtungen
und -vorhersagen interessierten Akteur:innen zu informieren, zu
integrieren und zu vernetzen. Außerdem erhielten öffentliche und
politische Entscheidungstragende neue wertvolle Erkenntnisse über die
Bedeutung langfristiger und nachhaltiger Ozeanbeobachtung und -vorhersage
für Bereiche wie Aquakultur, Fischerei, Hafenlogistik, Seeverkehr, Wetter
und Tourismus.
„Das Vermächtnis von EuroSea geht über technologische Fortschritte hinaus
und unterstreicht die Bedeutung von Zusammenarbeit, Koordination und einem
nachhaltigen, fundierten Ansatz. Wir hoffen, dass unsere Errungenschaften
die Voraussetzungen für eine effektivere, effizientere und wirkungsvollere
Zukunft der Ozeanbeobachtung und -vorhersage auf globaler Ebene schaffen“,
sagt EuroSea-Koordinator Dr. Toste Tanhua.
Zufrieden mit dem Verlauf und dem Ende des Projekts, fügt EuroSea-
Managerin Nicole Köstner hinzu: „Entscheidend für den Erfolg des Projekts
war die außergewöhnlich gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und
Kommunikation zwischen allen 53 Projektbeteiligten. Die Projektaufgabe
wurde gemeinsam mit großem Engagement angegangen, und der Erfolg des
Projekts zeigt einmal mehr, dass Herausforderungen, die unsere Ozeane
betreffen, nicht von Einzelnen, sondern nur von gut eingespielten Teams
gelöst werden können.“
Originalpublikation:
Eparkhina, D. (2023): EuroSea Legacy Report. EuroSea Deliverable, D8.12.,
doi: 10.3289/eurosea_d8.12
