»Von hier nach dort«: Sonderausstellung bringt Navigation auf den Weg
Wie orientiert man sich zur See und auf dem Land? Welche
Navigationstechniken haben die Menschen früher benutzt und woher weiß
Google Maps eigentlich, wo man ist? Diesen Fragen geht das Europäische
Hansemuseum in Lübeck (EHM) vom 18. Februar bis 1. September 2024 in
seiner neuen Sonderausstellung nach. »Von hier nach dort – unterwegs mit
Kompass und Navi!« rückt das Thema Navigation in den Fokus, das auch eng
mit der Geschichte des Hansehandels verbunden ist. Mit ihren zahlreichen
Mitmachstationen richtet sich die Ausstellung speziell an Kinder,
Jugendliche und Familien.
Die interaktive Wanderausstellung »Von hier nach dort« wurde mit dem Ziel
entwickelt, die Themen Navigation und Orientierung kindgerecht und
spielerisch zu vermitteln und geht speziell auf die Lernbedürfnisse von
Kindern und Jugendlichen ein. Nach dem Motto »Verstehen durch
Ausprobieren« bietet sie Kindern ab acht Jahren an zahlreichen
Mitmachstationen Möglichkeiten, ihr Wissen zu testen, zu lernen und zu
verstehen. Die Kernfragen »Wo bin ich?«, »Wo ist mein Ziel?«, »Wie komme
ich dorthin?« und »Wie beschreibe ich den Weg dorthin?« stellen die Essenz
der Navigation dar, die durch das Stellen und Beantworten dieser Fragen in
der Ausstellung erfahrbar wird.
Navigation und Hanse
Und ganz nebenbei zeigt die Sonderausstellung die Geschichte und
Navigationstechniken vom Mittelalter bis heute. Kinder und Erwachsene
erfahren, was ein Sextant ist, wie man Handlot und Kompass benutzt, was
man an einer Seekarte ablesen kann und wie sich Navigationsprogramme bis
heute entwickelt haben. Da das Thema Navigation auch eng mit der
Geschichte des Hansehandels verbunden ist, wurde die Schau für Lübeck
eigens um diesen Aspekt ergänzt. Ein besonderes historisches Objekt – ein
Seebuch aus dem 15. Jahrhundert – mit dem sich die Hansekaufleute lange
Zeit auf See orientierten, veranschaulicht diesen Teil der
Navigationsgeschichte.
Ein Team von besonderen Charakteren begleitet die Entdecker:innen auf
ihrem Weg durch die Ausstellung: Ein mittelalterlicher Steuermann, eine
Astronautin, ein Storch, zwei Seglerinnen und ein Kartograph geben
nützliche und unterhaltsame Tipps, die im Alltag angewendet werden können.
Ihre besonderen Navigationsfähigkeiten helfen zudem dabei, Aufgaben in der
Ausstellung zu lösen. So können Kinder an einem Maltisch eine eigene
Landkarte zeichnen oder an der partizipativen Station im Eingangsbereich
eine Wegbeschreibung zu unserem Museum anfertigen und auf diese Weise
selbst Teil der Ausstellung werden.
Rahmenprogramm mit kostenfreien Angeboten für Schulen und Jugendgruppen
Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Workshops, Vorträgen,
Filmvorführungen und Kindergeburtstagen sowie Angeboten für Schulklassen
ergänzt die Sonderausstellung. Neben dem freien Museumseintritt, der für
Kinder bis 18 Jahre gilt, bietet das EHM auch das Programm zu dieser
Mitmach-Ausstellung für Schulklassen sowie für Jugend- und Sportvereine
kostenfrei an, um so möglichst vielen Kindern und Jugendlichen unabhängig
vom sozialen oder familiären Umfeld eine Teilnahme zu ermöglichen. Zur
Unterstützung wurde auch dieses Mal ein Spendenaufruf gestartet –
gespendet werden kann ganz einfach über die Homepage des Museums.
Die interaktive Wanderausstellung wurde von vier norddeutschen Museen –
dem Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven, dem Focke-Museum Bremen, der
Stiftung Historische Museen Hamburg (Altonaer Museum, Projekt Deutsches
Hafenmuseum) und dem Europäischen Hansemuseum – gemeinsam entwickelt. Nach
der ersten Station in Bremen im März 2022 und einem Sommer in Hamburg ist
»Von hier nach dort« ab Februar 2024 in Lübeck zu erleben, bevor die
Ausstellung im Oktober 2024 ihr Ziel in Bremerhaven erreicht.
Über das Europäische Hansemuseum
Das 2015 eröffnete Europäische Hansemuseum ist das weltweit größte Museum
zur Geschichte der Hanse. Es umfasst einen markanten Museumsneubau, das
denkmalgeschützte, mittelalterliche Burgkloster sowie Außenanlagen mit
Ausblick auf den Lübecker Hafen. In atmosphärischen Rauminszenierungen und
klassischen Museumskabinetten mit Originalobjekten erzählt die
Dauerausstellung in vier Sprachen (DE, EN, RUS, SV) von Wagemut und Alltag
der Kaufleute, vom städtischen Leben und Handel im Mittelalter sowie von
Organisation und Versammlung der Hanse vor 800 Jahren. Sonderausstellungen
sowie ein vielfältiges Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm ergänzen
die Dauerausstellung und bieten ein Forum für aktuelle Fragen. Dem EHM
angegliedert ist die Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des
Ostseeraums (FGHO), die historische und interdisziplinäre Forschung zur
hansischen Geschichte koordiniert.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.hansemuseum.eu/mus
