Forschungspreis geht an die US-Amerikanerin Pamela H. Smith
Die Herzog August Bibliothek und die Hans und Helga Eckensberger Stiftung
vergeben erstmalig einen internationalen Wissenschaftspreis. Der Preis
zeichnet ausgewiesene Forscher*innenpersönlichkeiten aus, die im Bereich
der Kulturgeschichte – schwerpunktmäßig zur Mediengeschichte oder
Wissensgeschichte – arbeiten. Mit der Förderung in Höhe von 10.000 Euro,
finanziert von der Eckensberger Stiftung, treibt die Bibliothek die
Erforschung dieser Themenfelder voran. Der Wissenschaftspreis wird am 05.
Juni 2024 in Wolfenbüttel im Rahmen einer Festveranstaltung überreicht.
Die Auszeichnung geht an die Professorin Dr. Pamela H. Smith,
Wissenschaftshistori-kerin an der Columbia University in the City of New
York. Smiths Forschungsinteresse gilt dem Zeitalter der wissenschaftlichen
Revolution der Frühen Neuzeit und vor allem den Wissensordnungen des
Handwerks, seinen Techniken und Medien. Sie überzeugte die
Auswahlkommission mit den originellen Ansätzen, mit denen sie den Beitrag
der nicht-akademischen Welt zur Genese von Wissen über Dinge und
naturwissenschaftliche Substanzen ins Zentrum der Forschung rückt. Dabei
arbeitet die Preisträgerin kollaborativ mit den Naturwissenschaften
zusammen und trägt so zum interdisziplinären Dialog und einer historischen
Verortung des Gegenstands bei.
Gemeinsam mit Tina Asmussen, Juniorprofessorin für frühneuzeitliche
Bergbauge-schichte an der Ruhr-Universität Bochum, organisiert Pamela H.
Smith die Summer School „MINESCAPES: Socio-Natural Landscapes of
Extraction and Knowledge in the Middle Ages and the Early Modern Period”,
die vom 31. Mai bis 10. Juni 2024 an der Herzog August Bibliothek (HAB)
stattfindet.
Zu den Veröffentlichungen von Pamela H. Smith zählen die Untersuchung „The
Busi-ness of Alchemy: Science and Culture in the Holy Roman Empire”
(1994), die den Pfizer Award der History of Science Society erhielt. Ihre
Studie „The Body of the Artisan: Art and Experience in the Scientific
Revolution” (2004) verbindet in wegweisender Form die
Wissenschaftsgeschichte mit der Kunstgeschichte. Ihr jüngstes Buch trägt
den Titel „From Lived Experience to the Written Word: Reconstructing
Practical Knowledge in the Early Modern World” (2022). Es generalisiert
und vertieft die Hypothese der Wissenschaftshistorikerin, wonach dem
Nutzen und Verarbeiten von Dingen in der Frühen Neuzeit eine innovative
Kraft innewohnte.
Der Jury zur Auswahl der Preisträgerin gehörten Vertreter*innen der
Stiftung, der HAB und des internationalen Wissenschaftlichen Beirats der
Bibliothek an.
Die Hans und Helga Eckensberger Stiftung wurde 1974 zur Erinnerung an den
ersten Zeitungsverleger und Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung Hans
Eckensberger gegründet. Nach dem Tode ihres Mannes übernahm Helga
Eckensberger 1966 die Leitung des Verlages und führte sein Lebenswerk bis
zu ihrem Tod weiter. Dem Stiftungszweck zufolge werden Kultur, Bildung und
Ausbildung im Rahmen der Gemeinnützigkeit sowie bedürftige Personen in der
Region Braunschweig gefördert und unterstützt. Die Stiftung verweist mit
dem mediengeschichtlichen Schwerpunkt des Forschungspreises auf ihre
Namensgebenden.
