Innovative Projekte zur Erforschung Zukünftiger Cyberkriminalität in Deutschland
Cyberagentur schreibt interdisziplinäres Forschungsvorhaben aus
Innovative Projekte zur Erforschung Zukünftiger Cyberkriminalität in
Deutschland
Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) ruft
am 14. Februar 2024 zur Teilnahme an zwei Wettbewerben zu Zukünftiger
Cyberkriminalität auf. Diese Wettbewerbe erforschen die zukünftigen
Entwicklungen im Hinblick auf das Zusammenspiel von technologischen,
kulturellen und strukturellen Aspekten der Cyberkriminalität.
In Deutschland ist die Cyberkriminalität ein ernstes und wachsendes
Problem, über dessen Ausmaß aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit
verlässlicher Daten kaum abgeschätzt werden kann. In unterschiedlicher
Ausprägung sind Privatpersonen sowie Unternehmen als auch Behörden
betroffen. Es besteht ein hoher Bedarf an Instrumenten zur Antizipation
von Cyberkriminalität und deren Entwicklung.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Ausschreibung der Cyberagentur auf
den dringenden Bedarf der Strafverfolgungsbehörden an fortschrittlicher
Mustererkennung und -analyse sowie Zukunftsanalyse im Bereich der
Cyberkriminalität ein. Bisherige Berichte wie der IOCTA-Report von
Europol, das Bundeslagebild Cybercrime des BKA oder der Lagebericht zur
IT-Sicherheit des BSI konzentrieren sich auf gegenwärtige Entwicklungen.
Sie berücksichtigen von ihrem Auftrag her keine zukünftigen Trends oder
länderspezifische Unterschiede, wie kulturelle und strukturelle
Bedingungen.
Ziel ist es daher, zukünftige Entwicklungen und Erscheinungsformen von
Cyberkriminalität in Deutschland und Europa frühzeitig zu erkennen, um
proaktiv zu agieren und fortschrittliche Ermittlungsansätze zu entwickeln.
Dies ermöglicht es, darauf aufbauende disruptive Forschung zu betreiben,
die die Cybersicherheit und gesamtgesellschaftliche Resilienz stärkt und
Strafverfolgungsbehörden im Kampf gegen Cyberkriminalität wappnet.
Der ausgeschriebene Forschungsauftrag ist in zwei Teilprojekte aufgeteilt.
Der Wettbewerb im ersten Teilprojekt konzentriert sich auf die frühzeitige
Erkennung globaler Entwicklungen in der Cyberkriminalität durch
Mustererkennung und -analyse. Ziel ist die Entwicklung eines
Frühwarnsystems, das kulturelle und strukturelle Bedingungen verschiedener
Länder berücksichtigt. Der Wettbewerb im zweiten Teilprojekt zielt auf die
Erstellung von Prognosen ab, wie sich Cyberkriminalität im Angesicht des
technologischen Wandels in den nächsten 5–15 Jahren in Deutschland
entwickeln könnte. Durch die Berücksichtigung kultureller und
struktureller Faktoren werden erst Prognosen und der Entwurf von
Handlungsoptionen ermöglicht, die spezifisch auf nationale Bedingungen
zugeschnitten sind.
Der Wettbewerb erfolgt pro Teilprojekt in drei Phasen. In Phase 1 soll ein
Kurzkonzept erstellt werden, gefolgt von einem detaillierten Langkonzept
in Phase 2, das von einer Jury aus Vertretern der Cyberagentur, der
gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge und Wissenschaft bewertet wird. Die
abschließende Phase 3 umfasst die Implementierung des jeweils
vielversprechendsten Konzepts pro Teilprojekt.
Mit diesen fortschrittlichen Forschungsaufträgen positioniert sich
Deutschland an der Spitze der Erforschung von Cyberkriminalität. Es wird
hier nicht nur auf aktuelle Bedrohungen reagiert, sondern auch
zukunftsorientierte Strategien und Lösungen angestrebt.
Im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union wurde die Ausschreibung
mit der Vergabenummer 102877-2024 veröffentlicht:
https://ted.europa.eu/de/notic
Teilnahmewettbewerbs ist der 18.03.2024, 13:00 Uhr.
