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Deutsche Kardiologie für ein gewaltfreies, tolerantes Miteinander und gegen Hass und Hetze

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Angesichts der Zunahme von Anfeindungen und Gewalt gegen Menschen aufgrund
ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religion oder ihrer Ethnizität
positioniert die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie sich in einer
offiziellen Stellungnahme eindeutig für Respekt, Toleranz und Offenheit.

Düsseldorf, 20. Februar 2024 – Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie –
Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) ist eine wissenschaftlich-
medizinische Fachgesellschaft, die sich der Erforschung von Herz-
Kreislauf-Erkrankungen und deren Behandlung verschrieben hat – zum Wohle
aller Patientinnen und Patienten. Viele Jahre lang galten für uns die
Errungenschaften der freiheitlich demokratischen Grundordnung der
Bundesrepublik und damit die Sicherheit aller Menschen in Deutschland als
unangreifbar. Angesichts der Zunahme von Ausgrenzung, Hass und Gewalt
gegen Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Nationalität, Religion oder
sexuellen Orientierung sehen wir uns nun jedoch aufgerufen, politisch
Stellung zu beziehen.

Wir sorgen uns dabei gleichermaßen um unsere Kolleginnen und Kollegen und
unsere Patientinnen und Patienten, die in ihrem Arbeitsalltag und auch im
Privatleben diskriminierenden Angriffen und Anfeindungen ausgesetzt sind
und sich nicht mehr sicher fühlen. Diese Entwicklungen erschrecken und
beschämen uns.

Wir alle wissen, dass erfolgreiche Medizin, Fortschritt und Forschung nur
in einem offenen und angstfreien Umfeld entstehen können. Die Erfolge der
modernen Medizin haben wir der Zusammenarbeit vieler Menschen
unterschiedlicher Nationalitäten, Herkunft, Religionen, Geschlechtern,
sexueller Orientierungen und politischer Ansichten zu verdanken. Ohne
internationale Kooperationen und den Austausch mit Kolleginnen und
Kollegen, die aus anderen Ländern zu uns kommen und mit uns
zusammenarbeiten, wäre unser medizinischer Standard nicht ansatzweise
denkbar und viele wichtige Durchbrüche in der medizinischen Forschung nie
erreicht worden. Nun bedrohen vermehrt antisemitische, antiislamische und
rassistische Anfeindungen bis hin zur Gewalt nicht nur ein friedliches
Zusammenleben in unserer Gesellschaft, sondern auch die Erfolge der
modernen Medizin.

Im Jahr 2017 hat die DGK in Kooperation mit dem medizinhistorischen
Institut der Universität Düsseldorf die eigene Vergangenheit in der
dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte konsequent aufgearbeitet. Die
dabei entstandene Publikation
(https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54400-6) führt uns vor
Augen, wie ideologische Beeinflussung, Unfreiheit und Angst zur
Aufweichung der medizinischen Ethik bis hin zur Menschenverachtung führen
können. Auch vor diesem Hintergrund stehen wir in der Verantwortung,
unsere demokratischen und humanistischen Werte für alle Menschen
entschieden zu verteidigen.

Die DGK stellt sich daher klar gegen jede Form von religiösem Hass,
antisemitischen, rassistischen, ausgrenzenden und verfassungsfeindlichen
Bestrebungen. Wir stehen ein für Respekt, Toleranz und Offenheit und
treten vehement für die im Grundgesetz verankerten Rechte ein, die uns
nicht nur die Freiheit von Medizin und Lehre garantieren, sondern vor
allem auch die Würde und das Recht auf körperliche Unversehrtheit sowie
die Gleichberechtigung aller Menschen.