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Rechtspopulismus macht Städte unattraktiver

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Städte und Regionen, in denen rechtspopulistische Bewegungen oder Parteien
breite Unterstützung finden, sind bei der Anwerbung von Fachkräften
benachteiligt. Sicherheitsbedenken und der Wunsch, in einem Umfeld von
Menschen mit ähnlichen Überzeugungen und Interessen zu leben, sind
wesentliche Gründe dafür. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle
Kurzexpertise des ZEW Mannheim.

„Städte und Regionen, in denen rechtspopulistische Parteien und Bewegungen
breite Unterstützung erfahren, haben einen nicht zu unterschätzenden
Nachteil bei der Anwerbung von in- und ausländischen Fachkräften. Eine
zentrale Ursache dafür ist, dass ein Ort aufgrund von ausgeprägtem
Rechtspopulismus als weniger sicher wahrgenommen wird. Personen, die
rechtspopulistische Ansichten nicht teilen, erwarten außerdem
mittelfristig eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung und
Schwierigkeiten, neue Freunde und Bekannte zu finden“, erklärt Dr. Tommy
Krieger, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Unternehmensbesteuerung
und Öffentliche Finanzwirtschaft“. „Insgesamt steht die Wissenschaft mit
rund einem halben Dutzend empirischer Studien bei der Frage, wie sich
Rechtspopulismus auf die Standortentscheidungen von Personen und
Unternehmen auswirkt, noch am Anfang. Daher bedarf es zukünftig auch
weiterer Untersuchungen. Für die Standortattraktivität zeichnen sich
bisher überwiegend negative Folgen ab“, ordnet Krieger abschließend ein.

Rechtspopulismus und Fachkräftegewinnung

Insgesamt macht die Kurzexpertise deutlich, dass ein wachsender
Rechtspopulismus zu weniger Zuzug in die betroffenen Regionen führt. Dies
gilt sowohl für aus- als auch inländische Personen. Zudem verstärkt sich
dieser Effekt bei Einheimischen, wenn sie rechtspopulistische Ansichten
ablehnen. Zentrale Gründe für die Meidung von Städten und Regionen, in
denen der Rechtspopulismus auf breite Zustimmung stößt, sind
Sicherheitsbedenken und der Wunsch, in einem Umfeld zu leben, in dem
Menschen mit ähnlichen Ansichten und Interessen leben. ZEW-Ökonom Krieger
sieht Rechtspopulismus daher als Nachteil im Wettbewerb um Fachkräfte.

Der erste Teil der Kurzexpertise gibt einen Überblick über die
Fachliteratur, die den Einfluss von Rechtspopulismus auf das
Wanderungsverhalten von Menschen untersucht. Der zweite Teil der
Kurzexpertise präsentiert die Resultate eines laufenden Vorhabens, welches
sich mit den Folgen der Pegida-Kundgebungen in Dresden auseinandersetzt.
Zusätzlich umfasst das Projekt ein Umfrageexperiment, in welchem die
Teilnehmer/innen anhand verschiedener Merkmale zwischen zwei
hypothetischen Orten wählen mussten.

Rechtspopulismus und Standortentscheidungen von Unternehmen

„Zur Frage, wie Unternehmen auf den zunehmenden Rechtspopulismus
reagieren, gibt es so gut wie keine wissenschaftlichen Erkenntnisse“, sagt
Krieger. Die beiden einzigen Studien, die sich mit dieser Frage
beschäftigen, liefern zudem diffuse Resultate: Zum einen zeigen sie, dass
Erfinder/innen seltener in ein Land ziehen, wenn dieses von einer
rechtspopulistischen Regierung geführt wird. Zum anderen wird deutlich,
dass die Kapitalmärkte in der Regel positiv auf rechtspopulistische
Wahlerfolge reagieren.