Institut für Angewandte Logistik (IAL) gestaltet Zukunft des bayerischen Güterverkehrs mit
Güterverkehrskonzept Bayern: Verkehrsträger besser untereinander vernetzen
„Überall, einfach, digital und modern“ – wenn es nach dem bayerischen
Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Christian Bernreiter geht, dann
soll so die Zukunft des Güterverkehrs in Bayern aussehen. Um für kommende
Herausforderungen gerüstet zu sein, stellte der Staatsminister in München
im Beisein von Vertretern der Logistikbranche das „Güterverkehrskonzept
Bayern“ vor. Das Konzept beruht auf der Arbeit eines Gremiums, das in
München durch Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt von der Technischen
Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) vertreten wurde.
Zukunftsfähigkeit des Güterverkehrs sichern
Das 28-seitige Dokument ist in die drei Handlungsfelder aufgeteilt: „Netz
und Verflechtung“, „Neue Technologien“ und „Qualifizierung und
Nachwuchsgewinnung“. Darin stecken insgesamt 630 Ideen, aus denen 300
Maßnahmen herausgearbeitet wurden, die wiederum zu 123 Handlungsoptionen
führen. Das Ziel der Maßnahmen besteht darin, die Verkehrsträger Straße,
Schiene und Wasser besser miteinander zu vernetzen, über Digitalisierung,
Standardisierung und eine gute Datengrundlage alle relevanten Akteure
zusammenzubringen und qualifizierte Ansprechpersonen und Fachkräfte
auszubilden.
Der besondere Fokus liegt dabei darauf, den Güterverkehr zukunftsfähig und
nachhaltig zu gestalten. Prof. Dr. Müller-Steinfahrt, der Leiter des
Instituts für Angewandte Logistik (IAL) sowie Nachhaltigkeitsbeauftragter
an der THWS ist und an der THWS Business School (vormals Fakultät
Wirtschaftswissenschaften) lehrt, verbindet somit die Sicht der Logistik
mit der ökologischen und ökonomischen Perspektive. Er lobte außerdem die
gute Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Erstellung des neuen
Konzepts: „In zahlreichen Workshops mit über 160 Teilnehmenden, bestehend
aus Kommunen, Handelskammern und Unternehmen, wurden die Maßnahmen
entwickelt.“ Besonders hervorzuheben sei, dass rund 60 Prozent der
Teilnehmenden aus der Logistikbranche kamen und damit ausreichend
praxisrelevante Expertise beisteuerten.
Prof. Dr. Müller-Steinfahrt und das IAL-Team waren vor allem für die
Entwicklung der City- und Landlogistik-Maßnahmen verantwortlich. Auf
diesem Gebiet entwickelt das IAL bereits seit über 15 Jahren
anwendungsorientierte Lösungen für Bayern und ganz Deutschland, um Städte
und Kommunen zukunftsorientiert zu entwickeln und so die Lebensqualität
der dort ansässigen Menschen zu erhöhen. Im eigens aufgebauten IAL-
Kompetenzzentrum befindet sich zudem eine Datenbank mit City- und
Landlogistikprojekten in ganz Europa.
Schritt in die richtige Richtung
Als Schritt in die richtige Richtung lobten auch die beiden Logistik-
Branchenverbände LBS (Landesverband Bayerischer Spediteure e. V.) und LBT
(Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen e. V.),
vertreten durch Sabine Lehmann und Stefan Doppelhammer, das Konzept.
