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Neues HolzBauForschungsZentrum entsteht

Der Grundstein des HolzBauForschungsZentrums  Swen Reichhold/HTWK Leipzig
Der Grundstein des HolzBauForschungsZentrums Swen Reichhold/HTWK Leipzig
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Der Grundstein des HolzBauForschungsZentrums  Swen Reichhold/HTWK Leipzig
Der Grundstein des HolzBauForschungsZentrums Swen Reichhold/HTWK Leipzig

Im Innovationspark • Bautechnik • Leipzig/Sachsen im Stadtteil Engelsdorf
entsteht das neue HolzBauForschungsZentrum der Hochschule für Technik,
Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig). Heute wurde dafür der
Grundstein gelegt – unter anderem in Anwesenheit von Thomas Schmidt,
Sächsischer Staatsminister für Regionalentwicklung. „Im Reallabor wollen
wir das Bauen mit Holz im Maßstab 1:1 auf Anwendungsniveau entwickeln und
den Transfer von der angewandten Wissenschaft in die Praxis deutlich
beschleunigen“, so Prof. Alexander Stahr, Leiter der Forschungsgruppe FLEX
an der HTWK Leipzig und Projektleiter des HolzBauForschungsZentrums.

Im Innovationspark • Bautechnik • Leipzig/Sachsen im Stadtteil Engelsdorf
entsteht das neue HolzBauForschungsZentrum der Hochschule für Technik,
Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig). Heute wurde dafür der
Grundstein gelegt – in Anwesenheit von Thomas Schmidt, Sächsischer
Staatsminister für Regionalentwicklung, Dr. Mathias Reuschel,
Geschäftsführung der Gesellschaft für Materialforschung und
Prüfungsanstalt für das Bauwesen Leipzig mbH (MFPA Leipzig GmbH), Clemens
Schülke, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und
Digitales der Stadt Leipzig, HTWK-Rektor Prof. Dr. Mark Mietzner sowie
rund 50 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
„Die Grundsteinlegung ist für uns ein bedeutender Moment. Seit knapp zehn
Jahren beschäftigt sich die HTWK-Forschungsgruppe FLEX mit digital
basierten Konzepten für das individuell automatisierte Bauen. Exemplarisch
dafür steht das ressourcenschonende Zollingerdach, unter dem wir heute
stehen. Um die gewölbte Dachkonstruktion aus Holz zukunftsfähig zu machen,
haben wir vernetzte digitale Methoden genutzt. Unsere besondere Expertise
mündet nun im HolzBauForschungsZentrum. Im Reallabor wollen wir das Bauen
mit Holz im Maßstab 1:1 auf Anwendungsniveau entwickeln und den Transfer
von der angewandten Wissenschaft in die Praxis deutlich beschleunigen“, so
Prof. Alexander Stahr, Leiter der Forschungsgruppe FLEX an der HTWK
Leipzig und Projektleiter des HolzBauForschungsZentrums.

Bis zum Sommer 2024 soll das HolzBauForschungsZentrum fertig gebaut sein
und damit pünktlich zum zehnjährigen Bestehen der Forschungsgruppe FLEX an
die HTWK Leipzig übergeben werden. Unweit des Zollingerdaches und in
direkter Nachbarschaft zum Carbonbetontechnikum der HTWK Leipzig wird
damit eine weitere Forschungseinrichtung im InnovationsPark • Bautechnik •
Leipzig/Sachsen stehen. Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement (SIB) ist Auftraggeber des Investors MFPA Leipzig GmbH und
ermöglicht damit der HTWK die schnelle Nutzbarkeit einer neuen
Forschungsstätte für den Holzbau. Initiator sind das Sächsische
Staatsministerium für Regionalentwicklung und das Sächsische
Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus mit der
sächsischen Holzbauinitiative und der Förderung angewandter Forschung.

Neues Reallabor für den Holzbau der Zukunft

Das HolzBauForschungsZentrum wird eine Grundfläche von etwa 1.100
Quadratmetern haben. In der Halle entsteht eine frei konfigurierbare
Arbeitsfläche für den großformatigen digitalen Holzbau. An einem
Brückenkran hängend befestigte Industrieroboter bilden das „technologische
Herz“ des Technikums. Sie sind über eine zentrale Steuerung untereinander
und mit dem Kran verbunden, sodass jeder Punkt in der Halle zur Ausführung
von Bearbeitungsschritten digital angesteuert werden kann. Mit dieser
bislang kaum erprobten, aber enorm platzsparenden Vorfertigungsstrategie
wird das Technikum ein technologisches Alleinstellungsmerkmal aufweisen.
Ergänzend befinden sich in den Nebenräumen eine moderne Tischlerei sowie
ein additives Fertigungslabor mit unterschiedlichen 3D-Druck-Technologien.

Im HolzBauForschungsZentrum will die Forschungsgruppe FLEX automatisierte
Fertigungsstrategien entwickeln und realmaßstäblich prototypisch testen.
Parametrische digitale Modelle spielen dabei eine zentrale Rolle, um alle
Schritte vom Entwurf über die Planung bis zur effizienten Vorfertigung
sowie Logistik und Montage auf der Baustelle lückenlos zu vernetzen. So
soll das Bauen perspektivisch deutlich mehr von den positiven Effekten der
Digitalisierung profitieren.

„Neben dem Hauptforschungsthema ergibt sich ein umfassender Forschungs-
und Transferbedarf aus Informatik, Mathematik, Maschinenbau,
Automatisierungstechnik und Wirtschaft. Das Prinzip der interdisziplinären
Zusammenarbeit innerhalb der Hochschule – aber auch mit regionalen,
nationalen und internationalen Wissenschafts- und Wirtschaftspartnern –
wird damit zu einem wesentlichen wissenschaftlich-organisatorischen
Grundbaustein des Projekts“, erklärt Stahr. Daneben sollen Fortbildungen
zu aktuellen Forschungsergebnissen für Mitarbeitende aus Holzbau-
Unternehmen und Baubehörden sowie für Fachleute aus Architektur und
Ingenieurwesen angeboten werden.

Thomas Schmidt, Sächsischer Staatsminister für Regionalentwicklung: „In
Nachhaltigkeit und Digitalisierung liegen die Schlüssel für
Wettbewerbsfähigkeit und Regionalisierung im Bauwesen. Ich bin davon
überzeugt, dass Sachsen in der ‚Bauwende‘ mit zuverlässigen Bauprodukten
sowie praxisfähigen Produktions- und Fertigungsprozessen der nächsten
Generation ganz vorn mitspielen kann, wenn Forschung, Unternehmen und
Bauaufsichten intensiv miteinander kooperieren. Mit dem
HolzBauForschungsZentrum entsteht im Innovationspark Bautechnik in
Leipzig-Engelsdorf eine hochmoderne Forschungsstätte für die Erforschung
und Weiterentwicklung von Produktionsverfahren für den Holzbau. Das
Besondere an diesem Standort ist die Möglichkeit, mit den ansässigen
Prüfanstalten die Innovationen schnell und direkt in den Markt zu bringen.
Diese gelebte Kooperation ist ein echter Wettbewerbsvorteil und stärkt
unsere regionale Wirtschaft.“

Prof. Dr. Mark Mietzner, Rektor der HTWK Leipzig: „In den vergangenen fünf
Jahren ist die Hochschule wichtige Partnerschaften mit der regionalen
Wirtschaft eingegangen, wodurch das HolzBauForschungsZentrum erst möglich
wurde. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Bau- und
Immobilienmanagement (SIB) und der tatkräftigen Unterstützung durch die
regionale Wirtschaft, kann heute der Grundstein für die Umsetzung dieses
richtungsweisenden Vorhabens gelegt werden. Das Forschungszentrum
unterstreicht die Rolle der HTWK Leipzig als Initiatorin von Innovationen
und als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Die Begeisterung und
das Engagement unserer Forschenden, verbunden mit der praktischen
Anwendung in der Region spiegeln die erfolgreiche Umsetzung meiner
Strategie wider, die HTWK Leipzig als Zentrum für Wissenstransfer und
Innovation in der Region und darüber hinaus zu positionieren."

Dr. Mathias Reuschel, Geschäftsführung der Gesellschaft für
Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwesen Leipzig mbH (MFPA
Leipzig GmbH) und Gründungsmitglied des Fördervereins
HolzBauForschungsZentrum Leipzig: „Es freut mich sehr, dass durch das
gemeinsame vertrauensvolle Handeln der Mandatsträger aus der regionalen
Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik in kürzester Zeit die Idee
eines Forschungszentrums Umsetzung findet. Im Sommer 2024 werden wir ein
Zentrum einweihen, was in der Symbiose zwischen der HTWK und der MFPA den
Strukturwandel, weg vom Kohleabbau hin zu einer gestärkten regionalen
Holzwirtschaft, maßgeblich unterstützen wird. Genau so geht sächsisch“

Hintergrund zum Bauen mit Holz

Holz gilt als Hoffnungsträger, um die Baubranche nachhaltiger zu machen.
In seiner Herstellung und Nutzung ist der traditionsreiche Baustoff
klimafreundlicher als der energie- und ressourcenintensive Stahlbeton. Mit
den sich verändernden gesellschaftlichen Zielen wächst die Nachfrage nach
Holzbauten überdurchschnittlich stark. Gleichwohl sind die bekannten
Konstruktionslösungen kaum geeignet, diese Bedarfe zu decken, da auch Holz
als nachwachsender Rohstoff nur begrenzt zur Verfügung steht und die
Konkurrenz um die industrielle Nutzung des Materials stark zunimmt. Es
braucht daher zwingend neue Konzepte, um den wachsenden Bedarf mit
deutlich weniger Holz decken zu können.
Der moderne Holzbau ist ein künftiges Innovationsfeld und Antrieb für die
regionale Wertschöpfung. Deshalb hat die Sächsische Staatsregierung im
Koalitionsvertrag vereinbart, den modernen Holzbau in Sachsen zu stärken.
Die Sächsische Holzbauinitiative ist darauf ausgerichtet, für den Einsatz
von Holz bei Bauprojekten zu werben, den Einsatz zu erleichtern und so die
Nachfrage nach Bauholz in Sachsen zu erhöhen. Sie reiht sich ein und steht
in Wechselwirkungen mit den nationalen und europäischen Strategien für
eine sogenannte Bauwende: für klima- und ressourcenschonendere zirkuläre
und serielle Bauweisen, für die Transformation des Gebäudebestandes bis
zur Klimaneutralität und – nicht zuletzt – für bezahlbaren Wohnraum.