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Neue Stiftungsprofessur für Schulterchirurgie an der Universitätsmedizin Magdeburg

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Experte für Erkrankungen des Schultergelenkes stärkt innovative Forschung
und Patientenversorgung im Bereich muskuloskelettaler Erkrankungen an der
Universität Magdeburg.

Der Orthopäde Prof. Dr. med. Alexander Berth hat zum 1. März 2024 die neue
W2-Stiftungsprofessur für Schulterchirurgie an der Medizinischen Fakultät
der Otto-von–Guericke-Universität Magdeburg angetreten. Ziel der neuen
Professur ist es, die Versorgungsqualität im Bereich der
Schulterendoprothetik und arthroskopischen Schulterchirurgie zu
verbessern. Dazu forscht Professor Berth an neuartigen Therapieverfahren
und wie bestehende Therapien optimiert werden können, um die
Lebensqualität von Patientinnen und Patienten entscheidend zu verbessern.

„In den letzten Jahrzehnten konnten erhebliche Fortschritte bei der
Behandlung von Schultergelenkserkrankungen wie z. B. der Arthrose erzielt
werden. Dennoch besteht hier Optimierungspotential, insbesondere bei
jüngeren Patientinnen und Patienten“, erklärt Professor Berth. Es könne
zum Beispiel langfristig zu Prothesenlockerungen oder Infektionen kommen.
„Meine Forschung konzentriert sich daher auf die Weiterentwicklung von
Schulterprothesensystemen“, so der Schulterspezialist. Professor Berth
verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Orthopädie und
Unfallchirurgie sowie Rheumatologie und Sportmedizin. Er ist Mitglied
mehrerer orthopädischer Fachgesellschaften und engagiert sich national und
international in verschiedenen Forschungsnetzwerken.

Der 56-Jährige ist außerdem spezialisiert auf arthroskopische
Rekonstruktionseingriffe und forscht in diesem Bereich zu neuen minimal-
invasiven OP-Techniken und Therapiemöglichkeiten. „Altersbedingter
Verschleiß oder chronische Überbelastung können zu schmerzhaften
Sehnenrissen an der Schulter führen. Mit modernsten Verfahren der
Geweberekonstruktion und -züchtung können wir bei Knorpelschäden oder
Sehnenrissen zerstörtes Gewebe rekonstruieren und ersetzen“, sagt Berth.

Prof. Dr. Daniela Dieterich, Dekanin der Medizinischen Fakultät, betont:
„Professor Berth hat durch seine bisherige wissenschaftliche und klinische
Arbeit bereits wichtige Impulse für die Entwicklung individualisierter
Verfahren im Bereich der Schulterendoprothetik setzen können. Mit dieser
Professur können wir die Stärke der Universitätsmedizin Magdeburg im
Bereich der Erforschung und Behandlung muskuloskelettaler Erkrankungen
weiter ausbauen.“

Besonderes Zukunftspotential und auch ein weiteres Ziel der Professur
besteht in dem Einsatz neuer Technologien für diese spezifische
Fachrichtung. „Während roboterassistierte Operationen und die Anwendung
von Mixed- oder Augmented-Reality-Technologie bereits in der Hüft- und
Knieendoprothetik etabliert sind, stehen wir im Bereich der Schulter hier
noch am Anfang“, so der Experte. Forschungsprojekte, die sich mit der
dreidimensionalen Planung, der Verwendung patientenspezifischer
Instrumente (PSI) und dem Einsatz patientenindividueller glenoidaler
Implantate in der Schulterendoprothetik befassen, sind daher von enormer
klinischer Bedeutung. Der Gesundheitscampus „Immunologie, Infektiologie
und Inflammation - GC-I³“ der Universität Magdeburg sowie der
Forschungsverbund STIMULATE vor Ort bieten für Professor Berth daher eine
ideale Plattform, um Aspekte der Entwicklung und klinischen Bewertung
solcher innovativen Technologien im Rahmen der Präzisionsmedizin zu
untersuchen.

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann
erklärte: „Die Einrichtung einer Stiftungsprofessur ist besondere
Anerkennung der großen Leistungsfähigkeit auf diesem Forschungsgebiet und
zugleich sichtbares Zeichen, dass hier weiteres wissenschaftliches
Potenzial gesehen wird. Hochschulen erhalten dadurch Spielraum, um neue
Akzente in Lehre und Forschung zu setzen, ihr Profil im Wettbewerb zu
schärfen und nicht zuletzt Partnerschaften mit der Wirtschaft zu
etablieren. Deshalb freue ich mich, dass die Medizinische Fakultät unter
maßgeblicher Mitwirkung von Studiendekan Prof. Christoph Lohmann die neue
Stiftungsprofessur für Schulterchirurgie einwerben konnte. Dies beweist
das starke überregionale Renommee der Magdeburger Unimedizin und wird
durch innovative Forschung zu neuen Behandlungsmethoden auch die
Patientenversorgung verbessern.“

Zur Person:
Prof. Dr. med. Alexander Berth ist gebürtiger Magdeburger. Er studierte an
der Universität Magdeburg und beendete 1995 sein Studium der Humanmedizin.
1996 folgte die Promotion in der Orthopädie. Prof. Berth ist Facharzt für
Orthopädie und Unfallchirurgie und verfügt über die Zusatzbezeichnungen
Spezielle Orthopädische Chirurgie, Orthopädische Rheumatologie,
Chirotherapie und Sportmedizin. Er ist Mitglied mehrerer orthopädischer
Fachgesellschaften, darunter die Deutsche Vereinigung für Schulter- und
Ellenbogenchirurgie (DVSE). 2010 habilitierte er zu seinem Fachgebiet und
ist seit 2011 Lehrbeauftragter der Orthopädischen Universitätsklinik. 2021
folgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor der Universität
Magdeburg. Für seine Forschung wurde Berth bereits mehrfach ausgezeichnet.

Stiftungsprofessuren werden durch Drittmittelgeber finanziert und tragen
dazu bei, innovative Forschungsfelder in einer spezifischen Fachrichtung
zu fördern. Finanziert wird die Stiftungsprofessur für Schulterchirurgie
von der Firma ENOVIS und der Waldemar Link GmbH & Co. KG Hamburg.

Hintergrund:
Um in Sachsen-Anhalt eine Professur an einer Universität zu erlangen, muss
gemäß §36 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) ein
Berufungsverfahren durchgeführt werden. Geeignete Kandidaten durchlaufen
dabei ein umfangreiches Verfahren. Eine mit mehreren Experten besetzte
Berufungskommission begutachtet die Leistungen der Kandidaten in
Forschung, Lehre und Krankenversorgung.