Deutsche Leberstiftung zum Tag der gesunden Ernährung: Auch für die Leber ist Ernährung ein „Top-Thema“
Ernährung und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit sind
wichtige Themen. Mit dem „Tag der gesunden Ernährung“ am 7. März 2024
stellt der Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED) zum 27. Mal
diesen Lebensbereich in den Fokus der Öffentlichkeit. Unter dem Motto:
„Laborwerte richtig verstehen“ wird auf das Thema aufmerksam gemacht. Die
Deutsche Leberstiftung unterstützt den Aktionstag und informiert über den
direkten Zusammenhang von Ernährung und Lebergesundheit sowie über die
Wichtigkeit der Leberwerte im Blut.
Mehr als die Hälfte der Deutschen ist zu dick. Neben mangelnder Bewegung
zählt ungesunde Ernährung in den meisten Fällen zu den Ursachen für
Übergewicht oder Adipositas (Fettleibigkeit). Ob Fertiggericht, Chips oder
Wurst, immer häufiger essen Kinder und Erwachsene sogenannte
hochverarbeitete Nahrungsmittel (ultra-processed food, UPF). Bei
Lebensmitteln, die in dieser Klassifikationsstufe geführt werden, kommen
bei der Herstellung kaum noch rohe Lebensmittel zum Einsatz. Sie bestehen
zu einem großen Teil aus Extrakten, Aromen, Emulgatoren und Farbstoffen –
das Ergebnis sind geschmacksintensive Endprodukte.
Und diese hochverarbeiteten Nahrungsmittel, die bereits etwa 50 Prozent
der Energieaufnahme von Erwachsenen ausmachen, sind extrem ungesund:
Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass ein erhöhter Konsum
hochverarbeiteter Lebensmittel, der häufig mit dem Verzehr von stark
zuckerhaltigen Softdrinks einhergeht, die Entstehung von Übergewicht und
Adipositas begünstigt.
Ernährung und Lebergesundheit
Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers, daher hat die
Ernährung einen großen Einfluss auf die Gesundheit dieses lebenswichtigen
Organs. Viele Lebererkrankungen sind in unserer modernen westlichen
Lebensweise begründet und entstehen durch Über- und Fehlernährung. Eine
falsche Ernährung und mangelnde Bewegung sowie Übergewicht begünstigen die
Entstehung von Erkrankungen der Leber und auch der Galle. Wenn mehr
Energie aufgenommen als eigentlich benötigt wird, wird diese überflüssige
Energie unter anderem in der Leber gespeichert. Schon vor der Entwicklung
von sichtbarem Übergewicht kann dies zu einer Leberverfettung führen. Aber
auch die Art der zugeführten Nährstoffe kann die Verfettung der Leber
beeinflussen. Vor allem die übermäßige Aufnahme von einfachen
Kohlenhydraten (besonders Glukose, Saccharose und Fruktose) und
gesättigten Fettsäuren ist für die Entwicklung einer Leberverfettung
verantwortlich.
„Zu den dadurch entstehenden Fettlebererkrankungen gehören die
Metabolischen dysfunktions-assoziierten steatotischen Lebererkrankungen
(Metabolic Dysfunction-associated Steatotic Liver Disease – MASLD), die im
Zusammenhang mit dem Metabolischen Syndrom auftreten“, erläutert Prof.
Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Das
Metabolische Syndrom beschreibt eine Kombination aus metabolischen und
kardiovaskulären Risikofaktoren wie (Prä-)Diabetes, Übergewicht,
Bluthochdruck, erhöhte Triglyceride und erhöhtes LDL-Cholesterin. Wenn
sich die Fettleber, die in Zusammenhang mit dem Metabolischen Syndrom
entstanden ist, entzündet hat, spricht man von einer Metabolisch-
assoziierten Steatohepatitis (Metabolic Dysfunction-associated
Steatohepatitis – MASH).“
Eine gesunde Ernährung ist ein besonders wichtiger Baustein für die
Behandlung dieser Erkrankungen – und die Gesunderhaltung der Leber.
Lebergesunde Ernährung ist ausgewogen und vollwertig. Eine
kohlenhydratarme Ernährung mit frischen und natürlichen Lebensmitteln, vor
allem mit frischem Gemüse, ergänzt durch Hülsenfrüchte und
Getreideprodukte ist dabei empfehlenswert. Als Fett sollten
Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen genutzt werden. Verzichten sollte
man auf Fertigprodukte, fettes Fleisch und Alkohol. Beim Obst sollten
zuckerarme Sorten bevorzugt werden – und Obst sollte gegessen, nicht
getrunken werden. Die vermeintlich gesunden Smoothies aus Früchten
beinhalten deutlich mehr Fruktose als man über den Verzehr von rohem Obst
zu sich nehmen würde.
Angepasste Ernährung kann den Gesundheitszustand der Betroffenen
entscheidend verbessern; bei den Fettlebererkrankungen sogar zur Heilung
beitragen. Oftmals fehlt es für eine lebergesunde Ernährung an praktischer
Hilfe. Aus diesem Grund hat die Deutsche Leberstiftung „Das große Kochbuch
für die Leber“ herausgegeben. Das Kochbuch richtet sich an alle, die sich
für eine lebergesunde Ernährung interessieren. Entstanden ist es in der
Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams, dem unter anderem
Diätassistenten, Ernährungsfachkräfte und Ärzte angehörten. Das Besondere
an dem Kochbuch ist, dass es erklärt, wie man die aktuellen
wissenschaftlichen hepatologischen Erkenntnisse individuell und
schmackhaft im praktischen Leben umsetzen kann. In dem Kochbuch finden
sich unter anderem Rezepte für lebergesunde Haupt- und Zwischenmahlzeiten,
Gebäck und Getränke. Damit kann es eine gute Unterstützung zur
(leber-)gesunden Ernährung sein.
Leberwerte im Blut
Erkrankungen der Leber wie die Fettlebererkrankungen werden häufig erst
spät erkannt, weil die Leber bei Erkrankung keinen Schmerz verursacht.
Symptome treten nicht immer auf und sind eher unspezifisch – wie
Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder ein Druckgefühl im Oberbauch. Viele
Lebererkrankungen können im frühen Stadium aber gut behandelt werden oder
lassen sich durch eine Änderung des Lebensstils gut beeinflussen; eine
frühe Diagnose ist daher sehr wichtig.
Erkennen kann man Erkrankungen der Leber meist über die Leberwerte im
Blut. Die Leberwerte sind bestimmte Enzyme, die an den
Stoffwechselabläufen in der Leber beteiligt sind und von Leberzellen ins
Blut freigesetzt werden. Die wichtigsten Leberwerte im Blut sind GPT, GOT
und gGT. Veränderte Leberwerte im Blut können auf eine Lebererkrankung
hinweisen. Die Ursache für diese Veränderung sollte deshalb immer
abgeklärt werden.
„Aus diesem Grund unterstützt die Deutsche Leberstiftung das Thema
‚Laborwerte richtig verstehen‘ des diesjährigen Tages der gesunden
Ernährung nachdrücklich“, sagt Prof. Michael P. Manns. „Neben der
Früherkennung werden Laborwerte unter anderem auch für die Beobachtung von
Therapien benötigt. Ihre Bedeutung darf nicht unterschätzt werden.“
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.
UNSERE BUCHEMPFEHLUNG
„Das große Kochbuch für die Leber“ – 122 Rezepte mit allen wichtigen
Nährwertangaben; Küchentipps und Regeln für eine lebergesunde Ernährung,
September 2022. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-8426-3100-7 € 28,00 [D].
