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Bürgerrat berät sich mit Expert:innen am MARUM zu CCS

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Am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen
haben sich jetzt Bürgerinnen und Bürger versammelt, um im Rahmen einer
Citizen Jury intensiv über die Akzeptanz von CO2-Speichermethoden zu
diskutieren. Diese Form der Bürgerbeteiligung ermöglichte es den
Teilnehmenden, sich aktiv mit dem Thema CO2-Speicherung im Untergrund
unter dem Meer auseinanderzusetzen. Das Thema ist tagesaktuell, weil die
Bundesregierung vor wenigen Tagen einen Referentenentwurf zum
Kohlenstoffspeicherungsgesetz vorgestellt hat, der die Einlagerung von
Kohlendioxid unter der deutschen Nordsee künftig erlauben würde.

Beim Bürgerrat handelt es sich um eine kleine Gruppe von 12 bis 15
Personen, die möglichst wenig bis keine vorherige Erfahrung zum Thema CCS
(Carbon capture & storage, also Kohlenstoffabscheidung und -lagerung) hat
und im Idealfall einen Querschnitt durch die Bevölkerung repräsentiert.
Dies bezieht Alter und Geschlecht, Beschäftigungsverhältnis und
Migrationshintergrund mit ein. Der Jury wurde nach einer kurzen
Vorstellungsrunde in einem Fachvortrag zwei unterschiedliche CCS-Methoden
vorgestellt, die im Rahmen der moderierten Diskussion analysiert wurden.

Im Fokus stand die Nutzung basaltischer Ozeankruste im Nordatlantik, die
im Rahmen des am MARUM koordinierten Projekts AIMS³ untersucht wird, um
die Effektivität der zugrundeliegenden Reaktionen zu demonstrieren. Im
Gegensatz zur klassischen CO2-Injektion in ehemalige Öl- und
Gaslagerstätten nutzt AIMS³ die durchlässige, obere Ozeankruste, um aus
CO2 in eingeleiteten Wässern Kalkstein abzuscheiden. So würde das
Treibhausgas für Jahrmillionen klimaunschädlich gemacht. Die Jury
diskutierte das innovative Forschungsprojekt im Atlantischen Ozean
[www.aims3.cdrmare.de] auf dem Hintergrund von Transparenz zu
Umwelteinflüssen, Machbarkeit, möglichen Kosten und geopolitischen
Auswirkungen.

Zusammenfassung der Citizen Jury-Ergebnisse:
•       Die Teilnehmenden erarbeiteten ein umfassendes Bürgerstatement,
das verschiedene Aspekte beleuchtet. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf
Transparenz und Kommunikation gelegt, sowie auf die geopolitischen
Auswirkungen und die Notwendigkeit einer klaren finanziellen Abgrenzung
zwischen öffentlicher und industrieller Finanzierung.
•       Die Frage nach der Verantwortung und Überwachung bei
CO2-Sequestrierung stand ebenso im Mittelpunkt wie Bedenken hinsichtlich
möglicher Auswirkungen auf die CO2-Reduktionsbemühungen in anderen
Bereichen. Die Teilnehmer:innen forderten eine transparente
Gegenüberstellung von CCS im Vergleich zu anderen Reduktionsmethoden, um
die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen.

In der Abschlussbetrachtung hoben die Teilnehmenden die Bedeutung
verschiedener Blickwinkel hervor und betrachteten die Citizen Jury als
wirksames demokratisches Instrument. Die Dringlichkeit der Technologie und
die Wichtigkeit verstärkter Zusammenarbeit in der Kommunikation wurden
betont.

Die Citizen Jury am MARUM zeigt, wie eine direkte Beteiligung der
Bevölkerung zu fundierten Entscheidungen führen kann. Die gewonnenen
Erkenntnisse werden dazu beitragen, die Akzeptanz von CO2-Speichermethoden
zu fördern und gleichzeitig die Anliegen der Bürger in die politische
Diskussion einzubringen.

Mehr Informationen:
www.aims3.cdrmare.de