Lipödem – Symptome und Therapiemöglichkeiten im Überblick
Bei einem Lipödem kommt es zu einer unkontrollierten und fehlerhaften Vermehrung von Fettzellen in bestimmten Körperregionen. Oft sind die Beine, die Hüfte und das Gesäß betroffen. Manche Personen stellen die Veränderungen auch an den Armen fest. Die Krankheit tritt vor allem bei Frauen auf und wird oft nicht richtig diagnostiziert.
Typische Symptome eines Lipödems
Viele Frauen wissen gar nicht, dass sie an einem Lipödem leiden. Bei den folgenden Symptomen sollten sie aber hellhörig werden und einen Mediziner konsultieren:
- Ungleiche Fettverteilung: In bestimmten Körperregionen treten unnatürlich viele Fettablagerungen auf. Üblicherweise sind Beine und Hüften deutlich breiter als die Taille. Knöchel und Handgelenke bleiben bei vielen Frauen aber schlank.
- Schmerzen bei Berührung: Schon bei leichten Berührungen kann es zu Schmerzen kommen.
- Schweregefühl: Zwischen den Fettzellen entstehen häufig Wassereinlagerungen, was wiederum ein Schweregefühl in den Beinen nach sich ziehen kann.
- Viele Blutergüsse: Es kann verschiedene Gründe geben, aus denen Frauen zu Blutergüssen neigen. Einer davon kann ein Lipödem sein.
Wer es genauer wissen möchte, kann auch online einen Lipödem-Test durchführen und mit dem Ergebnis dann bei seinem Arzt vorstellig werden. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel aber durch einen Phlebologen, Gefäßspezialisten oder Lymphologen.
Wie verläuft ein Lipödem?
Lipödeme treten vermutlich infolge hormoneller Veränderungen oder aus genetisch bedingten Gründen auf. Im ersten Stadium sind bereits erste Fettansammlungen zu erkennen. Die Haut ist aber meist noch glatt. Auch eine Schmerzempfindlichkeit wird nur selten festgestellt. Es folgt das zweite Stadium, in dem Betroffene zunehmend unebene Stellen auf der Haut finden und erste Schmerzen feststellen. Im dritten Stadium zeigen sich Beulen oder gar Knoten, die oft sehr schmerzhaft sind. Außerdem ist die Mobilität eingeschränkt.
Therapiemöglichkeiten bei einem Lipödem
Sport und eine Ernährungsumstellung reichen leider nicht, um ein Lipödem rückgängig zu machen. Stattdessen sollen die Symptome mit einer gezielten Behandlung gelindert oder sogar ganz beseitigt werden. Darüber hinaus dient die Therapie dazu, die Zunahme des Lipödems zu verzögern und die Entstehung eines Lymphödems zu verhindern. Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Eine davon ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie. Sie dient vornehmlich dazu, Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Zu einer Rückbildung des Fettgewebes führt sie jedoch nicht. Dies ist nur durch eine operative Entfernung des Fettgewebes möglich. Bisher zahlen die Krankenkassen die Behandlung erst ab dem dritten Stadium und auch nur für Personen mit einem BMI von unter 35. Da meist mehrere Operationen notwendig sind, können sich die Kosten schnell auf mehrere tausend Euro summieren, was für viele Betroffene schlichtweg zu viel Geld ist.
