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Hilfe für die letzte Meile in der Subsahara-Region

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Kein sauberes Wasser, kein funktionsfähiges Stromnetz, keine medizinische
Grundversorgung – ein Szenario, das in abgelegenen Gebieten der Subsahara-
Region nicht selten ist. Die Ausgründung der Fraunhofer-Institute für
Schicht- und Oberflächentechnik IST und für Solare Energiesysteme ISE »S
Mile Solutions (Pty) Ltd« will dies ändern. Das in Stellenbosch, Westkap,
Südafrika ansässige StartUp stellt intelligente, kleine und
netzunabhängige Infrastrukturlösungen bereit, die auf handelsübliche Pick-
ups montiert werden und so Unternehmen und Institutionen die Möglichkeit
bieten, mit ihren Produkten auch ländliche und abgelegene Gebiete zu
erreichen.

Ziel von »Smart Last Mile Solutions« oder kurz S Mile ist es, die
Erbringung von infrastrukturbasierten Dienstleistungen auf der letzten
Meile zu ermöglichen und so die Lebensumstände und Perspektiven der
Menschen in abgelegenen Gebieten in Sub­sahara-Afrika zu verbessern.
Beispiele reichen dabei von der Versorgung mit sauberem Wasser oder Strom
und dessen Speicherung über die Bereitstellung von Hygiene­maßnahmen und
einer medizinischen Grundversorgung inklusive Telemedizin, bis hin zur
Einrichtung von Telekommunikations- und Datenmanagement-Möglichkeiten.

»Als Start-up-Unternehmen konzentriert sich das Ingenieur- und
Beratungsunter­nehmen derzeit auf die Bereitstellung autarker
präklinischer Plattformen für eine primäre Gesundheitsversorgung, «
erklärt Dr. Lothar Schäfer, S Mile-Gründungsmitglied und ehemaliger
stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer IST. Zukünftig ist
geplant, das Produktangebot auf andere Sektoren wie Wildlife und
Naturschutz, Landwirtschaft, Bergbau, Tourismus, Katastrophenhilfe und
Forschungsplattformen auszuweiten.

Zukunftspläne: Umzug, mehr Personal und viele Fraunhofer-Projekte

Die Basis für die Geschäftsidee von S Mile wurde in gemeinsamen Projekten
der beiden Fraunhofer-Institute IST und ISE sowie der Fraunhofer
Innovation Platform for the Water-Energy-Food Nexus an der Stellenbosch
University (FIP-WEF@SU) geschaffen, in denen der erste Prototyp einer
autarken Plattform zur mobilen medizinischen Versorgung entwickelt wurde.
Während der Gründungsphase wurden die insgesamt vier Entrepreneure von der
Fraunhofer Venture-Gruppe und der Fraunhofer-Zukunftsstiftung unterstützt.
»Durch die Hilfe von Fraunhofer und des LaunchLab der Stellenbosch
University konnten wir ein tragfähiges Geschäftsmodell für S Mile
entwickeln«, erklärt Gründungsmitglied Frank Neumann, Teamleiter Photo-
und elektrochemische Umwelttechnik am Fraunhofer IST, dankbar. Und das
sieht nicht nur einen Umzug vom LaunchLab in eine eigene Gewerbeimmobilie
vor, sondern auch einen Personalaufbau. »Ab dem zweiten Jahr werden wir
mindestens einen Ingenieur, einen technischen Administrator, einen
Buchhalter und einen Vertriebsmitarbeiter einstellen«, verrät CEO Dr.
Martin Hamann, der zunächst den Großteil der Geschäfte des Unternehmens
führen wird.

Inhaltlich wird es vor allem in den Bereichen Wasser, Energie und
Gesundheit künftig weiterhin Anknüpfungspunkte für eine Kooperation mit
Fraunhofer geben. Mit Industrie­beteiligung sollen die S Mile-
Infrastrukturlösungen weiterentwickelt, angepasst und im Feld eingesetzt
werden. »Darüber hinaus sind auch die Organisation und Koordination von
Feld- oder Datenerhebungsstudien z.B. für die Pharmaindustrie, gemeinsame
Schulungs- und Weiterbildungsangebote z.B. in Zusammenarbeit mit der
Fraunhofer Academy oder die Entwicklung gemeinsamer
Partizipationsstrategien denkbar«, erläutert Dr. Joachim Koschikowski,
Gruppenleiter Wasseraufbereitung und Stofftrennung am Fraunhofer ISE und
viertes S Mile-Gründungsmitglied.