Zum Hauptinhalt springen

Wahl zum „Internationalen Weichtier des Jahres 2024“: Heute beginnt die öffentliche Online-Abstimmung

Pin It

Welches Weichtier wird 2024 den Titel „Internationales Weichtier des
Jahres“ tragen? Ab heute können sich alle Interessierten an der
öffentlichen Online-Abstimmung beteiligen. Der Wettbewerb geht in diesem
Jahr in seine vierte Runde, nachdem er Ende 2020 von der Senckenberg
Gesellschaft für Naturforschung, dem LOEWE-Zentrum für Translationale
Biodiversitätsgenomik (TBG) und der Unitas Malacologica, der weltweiten
Gesellschaft für Molluskenforschung, ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es,
der großen und artenreichen Gruppe der Weichtiere zu mehr Aufmerksamkeit
und Schutz zu verhelfen. Das Erbgut der Gewinner-Art wird vollständig
entschlüsselt.

https://www.senckenberg.de/molluscoftheyear2024

Welches Weichtier wird 2024 den Titel „Internationales Weichtier des
Jahres“ tragen? Ab heute können sich alle Interessierten an der
öffentlichen Online-Abstimmung beteiligen. Der Wettbewerb geht in diesem
Jahr in seine vierte Runde, nachdem er Ende 2020 von der Senckenberg
Gesellschaft für Naturforschung, dem LOEWE-Zentrum für Translationale
Biodiversitätsgenomik (TBG) und der Unitas Malacologica, der weltweiten
Gesellschaft für Molluskenforschung, ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es,
der großen und artenreichen Gruppe der Weichtiere zu mehr Aufmerksamkeit
und Schutz zu verhelfen. Das Erbgut der Gewinner-Art wird vollständig
entschlüsselt.

Fünf ganz unterschiedliche Arten haben es in diesem Jahr ins Finale
geschafft im Rennen um den Titel „Internationales Weichtier des Jahres
2024“: die Gepunktete Papierblasenschnecke (Micromelo undatus), der
„lebende Leuchtstab“ (Phuphania crossei), die Coosa-Flussmuschel (Amblema
elliottii), der Gewellte Seeschmetterling (Clio recurva) und der
Atlantische Kurzkalmar (Lolliguncula brevis). Sie wurden von einer Jury
aus Wissenschaftler*innen der drei Partnereinrichtungen Senckenberg,
LOEWE-Zentrum TBG und Unitas Malacologica aus mehr als 50 Nominierungen
der Wissenschaftscommunity ausgewählt. „Auch in diesem Jahr sind wir
wieder begeistert von den Arten, die aus aller Welt vorgeschlagen wurden.
Die Vielfalt im Tierstamm der Weichtiere ist so groß, und es gibt
zahlreiche faszinierende Eigenschaften zu entdecken“, berichtet Dr. Carola
Greve, Leiterin des Laborzentrums am LOEWE-Zentrum TBG. „Da bisher jedoch
nur für relativ wenige Weichtiere vollständige Genomsequenzierungen
vorliegen, wollen wir mit unserem Wettbewerb dazu beitragen, diesen
Tierstamm auch auf der genomischen Ebene der Artenvielfalt besser zu
verstehen und evolutionäre Entwicklungen, Verwandtschaften und
Anpassungsfähigkeiten nachvollziehen zu können.“

Gemeinsam ist den Weichtieren, dass sie weder Knochen noch Zähne haben und
ihr Körper aus einem Kopf und einem „Fuß“ – einem starken Muskel zur
Fortbewegung – besteht. Die meisten Arten haben eine Schale oder ein
Gehäuse und leben im Wasser. Darüber hinaus unterscheiden sich diese
Lebewesen, die nach den Gliederfüßern den zweitgrößten Tierstamm bilden,
in vielen Aspekten wie Größe, Form, Verhaltensweisen und bevorzugten
Lebensräumen.

Auch die diesjährigen fünf Finalisten-Arten spiegeln diese Vielfalt wider.
Mit dabei sind drei sehr unterschiedliche Schnecken, eine Muschel und ein
kleiner Tintenfisch. Während die an Land lebende Schneckenart Phuphania
crossei, die im Dunkeln leuchten kann, ausschließlich in Thailand
vorkommt, ist die farbenfrohe, fleischfressende Gepunktete
Papierblasenschnecke (Micromelo undatus) in flachen Gewässern des
Atlantischen Ozeans zu finden. Durch den Atlantik ebenso wie den Pazifik
schwebt der See-Schmetterling Clio recurva mit seinem dreieckig geformten,
flexiblen Gehäuse. Die Frischwasser-Muschel Amblema elliottii aus dem US-
Bundesstaat Alabama überrascht mit einem ungewöhnlichen Lebenszyklus. Der
Atlantische Kurzkalmar (Lolliguncula brevis) ist eines der schnellsten
wirbellosen Tiere und sehr anpassungsfähig an unterschiedliche
Salzkonzentrationen im Wasser.

Über die jeweiligen Eigenschaften und Besonderheiten der nominierten Arten
sowie die Geheimnisse, die eine Analyse des Erbguts der Arten enthüllen
könnte, geben Kurzportraits auf der Abstimmungswebseite Auskunft:
https://www.senckenberg.de/molluscoftheyear2024

„Unser Ziel ist es, Aufmerksamkeit auf diesen außergewöhnlichen Tierstamm
zu lenken und für den Schutz dieser Tiere zu sensibilisieren. Und
natürlich wollen wir auch die Forschung an unterschiedlichen
Weichtierarten fördern“, betont Prof. Dr. Julia Sigwart, Sektionsleiterin
für Malakologie am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
Frankfurt. „Obwohl Weichtiere sich bereits vor etwa 500 Millionen Jahren
entwickelten, gehören sie vor allem aus genomischer Sicht immer noch zu
den in großen Teilen unerforschten Tiergruppen. Viele Arten warten sogar
noch auf ihre Entdeckung.“

Die Abstimmung läuft vom 13. März bis zum 14. April 2024 um 23:59 Uhr
(MEZ) auf der Webseite der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
unter dem Link
https://www.senckenberg.de/molluscoftheyear2024
Das „Internationale Weichtier des Jahres 2024“ wird am 18. April 2024
bekannt gegeben.