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Neue Übungspuppen für die Aktion „Schülerinnen und Schüler retten Leben“

Das Schulsanitäter-Team zeigt sein Können: „Prüfen – Rufen – Drücken“.  Franziska Holten  © UKR
Das Schulsanitäter-Team zeigt sein Können: „Prüfen – Rufen – Drücken“. Franziska Holten © UKR
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Das Schulsanitäter-Team zeigt sein Können: „Prüfen – Rufen – Drücken“.  Franziska Holten  © UKR
Das Schulsanitäter-Team zeigt sein Können: „Prüfen – Rufen – Drücken“. Franziska Holten © UKR

Das Projekt „Schülerinnen und Schüler retten Leben“ ist aus vielen Schulen
in Stadt und Landkreis Regensburg nicht mehr wegzudenken. Initiiert vom
Universitätsklinikum Regensburg (UKR) und vom Rettungszentrum Regensburg
(RZR), werden hier junge Menschen mit den Grundlagen der Wiederbelebung
vertraut gemacht. Um die Ausbildung der Schüler kontinuierlich und an
möglichst allen Schulen zu gewährleisten, werden immer wieder neue
Übungspuppen benötigt, die durch Spenden finanziert werden.
Stellvertretend für alle teilnehmenden Schulen wurden heute neue
Reanimationspuppen an die Realschule am Judenstein in Regensburg
übergeben.

„Zeit spielt die entscheidende Rolle bei einem Herzstillstand. Ist jemand
in der Nähe, der das Einmaleins der Wiederbelebung beherrscht, erhöht das
die Überlebenschancen des Betroffenen entscheidend, da jede Sekunde
zählt“, erklärt Professor Dr. Bernhard Graf, Direktor der Klinik für
Anästhesiologie des Universitätsklinikums Regensburg sowie Vorsitzender
des Rettungszentrums Regensburg und Initiator des Projektes. Im Ernstfall
können selbstverständlich nicht nur Erwachsene, sondern auch Schulkinder
und Jugendliche diese Aufgabe erfolgreich übernehmen. Doch wie auch bei
Erwachsenen benötigen sie fundierte Kenntnisse und Übung, um im Fall der
Fälle entscheidende lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen. Aus diesem
Grund haben Rettungszentrum und Universitätsklinikum Regensburg 2017 in
Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis Regensburg das Projekt
„Schülerinnen und Schüler retten Leben in Stadt und Landkreis“ gestartet.
Weil neben den Schülern auch die Ausrüstung immer auf dem neuesten Stand
sein muss und um möglichst allen Schulen die Teilnahme an diesem Projekt
zu ermöglichen, wurde vor etwa einem Jahr eine weitere Spendenkampagne
gestartet, um neue Rettungspuppen zu finanzieren. Das Ergebnis ist
beeindruckend: mit einer Spendensumme in Höhe von 6.100 Euro wurden 112
neue Übungspuppen und Ersatzmaterialien angeschafft und übergeben.
Symbolisch für alle teilnehmenden Schulen erhielt heute die Realschule am
Judenstein in Regensburg ihre neue Übungsausstattung.

Ziel der Aktion „Prüfen – Rufen – Drücken“ ist es einerseits Lehrkräfte
am Universitätsklinikum Regensburg als Multiplikatoren zu schulen,  damit
diese ihre Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse wiederholt sowohl
theoretisch als auch durch praktische Übungen an den Übungspuppen mit den
Grundlagen der Wiederbelebung vertraut  machen und sie so für die
Reanimation zu sensibilisieren. „Wir wollen Barrieren abbauen und die
Schüler durch regelmäßiges Training ermutigen, im Notfall selbst die
Initiative zu ergreifen. Denn man kann nur einen Fehler bei einem Herz-
Kreislauf-Stillstand machen, nämlich nichts zu tun, bis professionelle
Hilfe eintrifft. Es ist so einfach durch ‚Prüfen – Rufen – Drücken‘ ein
Leben zu retten, und ihr könnt dies auch“, appelliert Professor Graf an
die Schülerinnen und Schüler.

Jährliche Auffrischung der Kenntnisse

Im Projekt „Schülerinnen und Schüler retten Leben“ werden Schüler ab der
siebten Jahrgangsstufe mindestens einmal jährlich in Theorie und Praxis
zur Herz-Kreislauf-Wiederbelebung geschult. Um dieses praktische Training
durchzuführen und weitere Ersthelfer auszubilden, wurden weitere
Übungspuppen benötigt und durch drei Spender finanziert. „Dieses Projekt
liefert einen sehr wertvollen Dienst an unserer Gesellschaft. Kinder
lernen von klein auf, was es bedeutet, sich für ihre Mitmenschen
einzusetzen, ihnen zu helfen. Ich möchte den Lehrern und Schülern danken,
dass sie dieses Projekt mit großem Engagement unterstützen“, so Landrätin
Tanja Schweiger. Insgesamt 31 Gymnasien, Realschulen, Mittelschulen,
Förderschulen, FOS/BOS, Wirtschafts- und Berufsschulen beteiligen sich an
diesem Projekt. „Wir sind allen Spendern und allen Beteiligten sehr
dankbar. Ihr Einsatz ist es, der den Schülern Wertvolles fürs ganze Leben
mitgibt und im Ernstfall Menschenleben retten kann. Die große Bereitschaft
zu helfen zeigt uns, dass uns unsere Mitmenschen zum Glück nicht egal
sind“, resümiert Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Realschule am Judenstein: Schüler und Lehrer voller Eifer dabei

Bereits seit 2021 stehen „Prüfen – Rufen – Drücken“ auch auf dem Lehrplan
des Biologieunterrichts der Schüler der 7. Jahrgansstufe der Realschule am
Judenstein. „Wir wollen gezielt unsere Schülerinnen und Schüler mit dem
Thema Wiederbelebung vertraut machen. Soziale Empathie ist ein wertvolles
Rüstzeug für ihre weitere Zukunft und da gehört Hilfe für Menschen in
Notsituationen dazu“, erklärt Michael Kessner, Direktor der Realschule am
Judenstein in Regensburg. Aus diesem Grund steht auch für die
Abschlussklassen eine Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse im Rahmen
der Aktionswoche „Fit for Life“ auf dem Programm. Wie hoch der Stellenwert
an der Schule ist, verdeutlicht auch der Umstand, dass auch 15 Lehrkräfte
an einer Wiederbelebungs-Fortbildung am UKR teilgenommen haben, um mit
ihrem Wissen die Ausbildung neuer Schulsanitäter zu unterstützen.