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Hochschule Hannover zeigt Fotoausstellung in der Landesvertretung Niedersachsen, Berlin

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How Are You Hannover?“ ist ein kollaboratives Fotografieprojekt von
Studierenden des Studiengangs Visual Journalism and Documentary
Photography an der Hochschule Hannover und jungen Menschen aus Hannover.
Nun ist es in der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin zu sehen.

„How Are You Hannover?“ ist ein kollaboratives Fotografieprojekt von
Studierenden des Studiengangs Visual Journalism and Documentary
Photography an der Hochschule Hannover und jungen Menschen aus Hannover.
In diesem Projekt erarbeiten Studierende gemeinsam mit jungen Menschen
fotografische Formate, um eine persönliche Ausdrucksform zu finden und
sichtbar zu machen, was die jungen Menschen wirklich bewegt. Hierbei
beschäftigen sie sich unter anderem mit den Fragen, welcher Mittel und
Praktiken es Bedarf, um Sichtbarkeit zu generieren und welche Rolle die
Fotograf*innen einnehmen? Für die Studierenden geht es dabei nicht zuletzt
um einen Perspektivwechsel bei der Umsetzung der eigenen fotografischen
Arbeit. Für die jungen Menschen aus Hannover bietet das Projekt die
Möglichkeit, eine Ausdrucksform zu finden und die eigene Sicht auf die
Welt präsent zu machen.

Mit welchem Aspekt von How are you sich die einzelnen Fotograf*innen und
ihre Protagonist*innen auseinandersetzen, sind sehr unterschiedlich. Greta
Martensen porträtiert Menschen mit unsichtbaren Erkrankungen, u.a.
Endometriose. Markus Heft und Tim Kirchhof nähern sich in ihrer
gemeinsamen Arbeit dem Thema Queerness an und inszenieren ihre
Protagonist*innen in von ihnen selbst gewählten Outfits, Posen und
Settings. Deliah El-Chehade geht in ihrer Arbeit der Frage nach, wofür
ihre Protagonist*innen dankbar sind. Pha Croissant erkundet gemeinsam mit
ihren Protagonist*innen, was sie empowered. Hannah Aders beschäftigt sich
mit der Frage, wie es ihren Protagonist*innen nach einem Umzug in ein
neues Land geht. Marius Zweifel stattet für seine Arbeit junge Menschen
mit Einwegkameras aus und gemeinsam erarbeiten sie, was ihnen in ihrem
Leben wichtig ist. Salome Ziermann fotografiert einzelne Körperstellen,
mit denen sich ihre Protagonist*innen besonders gut oder schlecht fühlen,
oder denen sie neutral gegenüber eingestellt sind.

Ausstellung in der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin
Die Ergebnisse des kollaborativen Projekts werden in einer interaktiven
Ausstellung im Rahmen von inspektionen // Das neue Wir in der
Landesvertretung Niedersachen in Berlin präsentiert.

Finissage: Freitag, 04.April 2024, um 19 Uhr (Anmeldung über die Website
der Landesvertretung erforderlich)

Gäst*innen: Tobias Rohrberg (Landesvertretung Niedersachsen), Prof.in Dr.
Karen Fromm
(Hochschule Hannover), Miriam Zlobinski (Kuratorin f3 – freiraum für
fotografie, Berlin),
Ragna Arndt-Marić (Fotografin + Initiatorin des Projekts), sowie
ausstellende Fotograf*innen.

Ausstellungszeitraum: 18. März 2024 - 05. April 2024, Mo - Fr. 10-18 Uhr

Ort: Landesvertretung Niedersachsen, In den Ministergärten 10, 10117
Berlin
Der Eintritt ist frei.

Das Projekt wird von der Fotografin und Lehrbeauftragten an der Hochschule
Hannover Ragna Arndt-Marić betreut, die 2022 in Hamburg ein ähnliches
Projekt mit realisiert hat. Tobias Eineder, Fotograf, Projektmanager und
Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover, koordiniert gemeinsam mit
Arndt-Marić die Umsetzung der Projekte als Ausstellung.

Ausstellende Fotograf*innen in alphabetischer Reihenfolge:
● Hannah Aders – Sense of Belonging
● Pha Croissant – Was ermächtigt mich?
● Deliah El-Chedade – Wofür bist du dankbar?
● Markus Heft und Tim Kirchhof – Wir sind hier. Wir sind queer.
● Greta Martensen – Du siehst nicht krank aus
● Salome Ziermann – how are you who you are
● Marius Zweifel – HAY Hannover

Hannah Aders – Sense of Belonging
Jugend ist fragil. Jugend ist aggressiv. Jugend ist schwebend. Sanft &
verwirrend. Stell dir
vor, du musst deinen Heimatort in diesem Alter verlassen. In ein anderes
Land. Mit einer
anderen Sprache. Alles ist anders. Wie hast du dich gefühlt? Wie fühle ich
mich? Jetzt?
Damals? Untersucht werden die Schritte junger Menschen durch unsere
Gesellschaft. Diese Ausstellung ist eine Reise durch verschiedene
Geschichten, Herausforderungen und Erfahrungen. Was bedeutet Heimat, wenn
du für immer in zwei Welten lebst? Wie hat diese Erfahrung deine Identität
beeinflusst, wenn du aus all dem herausgerissen wurdest, was du mit dir
verbunden hast? In einer Zeit, in der Rassismus, Diskriminierung und ein
Mangel an Zusammengehörigkeit grassiert, versuchen diese Geschichten ein
Geschenk zu sein, das du annehmen kannst. Eine Einladung, zuzuhören. Den
Bildern zuzuhören. Den Stimmen zuzuhören.

Pha Croissant – Was ermächtigt mich?
Was lässt mich, mich ermächtigt fühlen? Eine Frage, die uns im Alltag
selten so direkt begegnet, jedoch eine große persönliche Bedeutung haben
kann. Es entstand ein kooperatives Projekt, welches verschiedenen Menschen
die Möglichkeit bieten soll, ihrem eigenen Ermächtigungsansatz Raum zu
geben und fotografisch auszudrücken. Die Porträts wurden individuell mit
den Protagonist*innen konzipiert, um eine Antwort auf die Frage „Was
ermächtigt mich“ zu finden. Porträtiert wurden Menschen in und aus der
Umgebung Hannovers. Bei der fotografischen Umsetzung wurde besonders auf
die Lichtsetzung geachtet. In jedem der Porträts wurde das Licht, als
weiteres Sinnbild der Ermächtigung, auf eine besondere Weise eingesetzt.
Die Texte sind handgeschriebene Texte der fotografierten Person. Die
eigene Handschrift ist ein weiteres Mittel, um den Protagonist*innen die
Möglichkeit zu geben, sich in dem Fotoprojekt wiederzufinden. Zudem ist
Handschrift ein sehr individuelles Markenzeichen und gibt dem Projekt noch
eine weitere Ebene und soll auch einen Selfmade-Charakter repräsentieren,
der aber auch bewusst im Kontrast zu den inszenierten Porträts steht.

Deliah El-Chedade – Wofür bist du dankbar?
Stau, schlechtes Wetter und schon wieder den Anschlusszug verpasst? Es
gibt unzählige
Gründe, um heute mal wieder zu meckern. Und das tun wir auch. Aber was ist
eigentlich mit den ganzen positiven Dingen um uns herum - nehmen sie den
gleichen Raum in unserem Alltag ein wie die negativen? Fünf Minuten habe
ich meinen Protagonistinnen gegeben, um über genau diese positiven Dinge
nachzudenken und sie aufzuschreiben. Wofür bin ich dankbar? Ihre Listen
haben sie anschließend durch eigene Fotos visualisiert. Zuletzt habe ich
sie an einem Ort porträtiert, für den sie besonders dankbar sind. In
Audio-Form werden die Fragen „Wieso hast du ausgerechnet diesen Ort für
das Porträt gewählt?“ und „Wie war es für dich, die Dankbarkeitsliste zu
schreiben?“ beantwortet.

Markus Heft und Tim Kirchhof – Wir sind hier. Wir sind queer.
Wie geht es den anderen Queers? - Mit der Frage begann das Sammeln von
Geschichten der beiden Fotografen Markus Heft und Tim Kirchhof. Gemeinsam
mit zwölf jungen queeren Menschen entstand eine Ausstellung, die ganz
persönlich beantwortet: “Wie geht es mir als queere Person?”. Die
Ausstellung handelt von dem Kampf um die eigene Identität, darum einen
Raum für sich zu finden, um die Frage wie, wo und wann kann ich sicher
sein? Sie erzählt von erlebten Verletzungen. Sie feiert aber auch das
Queer sein, die Freiheit sich auszudrücken und gibt Raum um das Gefundene
auszuleben und zu präsentieren. Die Konzepte hinter den gezeigten Bildern
wurden jeweils gemeinsam auf Grundlage der Erzählungen der
Protagonist*innen entworfen und so entwickelte sich Bild für Bild eine
Sammlung an Geschichten. “Wir als Fotografen sind dankbar für die
Offenheit und das Vertrauen, dass uns von allen Beteiligten
entgegengebracht wurde", so Tim und
Markus.

Greta Martensen – Du siehst nicht krank aus
Die Vorurteile und Missverständnisse, denen Menschen mit unsichtbaren
Krankheiten
gegenüberstehen, sind allgegenwärtig. Kommunizieren sie ihre Krankheit
offen mit ihren
Mitmenschen werden sie oftmals mit Skepsis konfrontiert, da ihre Leiden
nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Ich möchte mit meinem Projekt
diesen Menschen eine Plattform bieten. Ob Endometriosepatientinnen oder
Menschen, die an Depressionen, Angststörungen und anderen psychischen und
chronischen Krankheiten leiden. Jedes Bild erzählt eine Geschichte, fängt
den Kampf, die Stärke und die Entschlossenheit dieser Menschen ein. Ich
habe gemeinsam mit meinen Protagonist*innen Fotos kreiert, mit denen sie
sich und ihre Krankheit identifizieren können und sich gesehen und
verstanden fühlen. Indem ich Menschen mit unsichtbaren Krankheiten
fotografiere, möchte ich ihre Geschichten erzählen und die
Vielschichtigkeit ihrer Erfahrungen hervorheben. Es geht darum, Empathie
zu wecken, Verständnis zu fördern und Vorurteile abzubauen.

Salome Ziermann – How are you - Who you are
Wenn du an dich und deinen Körper denkst, welche Gedanken kommen dir? Sind
diese wohlwollend, liebevoll und bestärkend? Oder sind sie negativ,
herabwürdigend oder
gar verletzend? Betrachtest du deinen Körper als Ganzes und lässt allen
Teilen die gleiche Aufmerksamkeit zukommen, oder gibt es Regionen, die du
gerne übersiehst oder sogar hoffst, sie wären kein Teil von dir oder
würden mindestens ganz anders aussehen? Diese Fragen stellen sich viele
Menschen täglich, so auch meine Protagonist*innen. Gemeinsam erarbeiten
wir Bilder, die nicht nur das Körperteil in den Fokus nehmen, sondern die
Person im Ganzen beschäftigen. Begleitend zu den Fotografien halten die
Protagonist*innen ihre Gedanken in Textform fest.

Marius Zweifel – HAY Hannover
Häufig wird in der Gesellschaft und Politik über Jugendliche gesprochen
und nicht direkt mit ihnen. Häufig wird so getan, als wisse man, wie es
jungen Erwachsenen geht und man wisse, was sie brauchen und wollen. In
diesem Fotoprojekt soll dieses Gefühl betrachtet und analysiert zu werden
ein Stück weit umgekehrt werden. Die Jugendlichen haben selber
fotografiert. Mit einer analogen Einwegkamera wurde alles aus ihrem Leben,
das sie fotografierenswert fanden, eingefangen. Diese Bilder sind hier
aber vorerst durch einen Vorhang vor direkten Blicken der Besucher*innen
geschützt. Will der/die Betrachter*in die Fotografien sehen, so muss aktiv
der Vorhang zur Seite geschoben werden. Währenddessen wird man von den
jugendlichen Protagonist*innen «beobachtet», die durch einen Bildschirm
scheinbar in den Ausstellungsraum schauen. Mit einem intensiven Blick in
die Kamera und durch die Bewegungen im Bild (da es eine Videoaufnahme
ist,) soll der Betrachter das Gefühl bekommen, hier selber betrachtet zu
werden. Die Protagonist*innen schauen zurück, während man sie anschaut.