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HTW Berlin erfolgreich bei DATI-Pilotprojekten

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Gesprayter Schriftzug "Frisches Denken" am Campus Wilhelminenhof der HTW Berlin Anja Schuster HTW Berlin

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat aus rund 3.000
eingereichten Skizzen 300 Transfer- und Innovationsprojekte ausgewählt,
darunter vier Projekte der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
(HTW Berlin). Zusammen mit externen Partnern arbeiten die Projektteams an
KI-gestützter Analyse-Software antidemokratischer Bewegungen online, einem
KI-Rechtsberatungsassistenten, der Verbesserung von Pflege und dem Einsatz
von Augmented Reality (AR) für die Stadtentwicklung.

„In der neuartigen Transfer-Förderung des BMBF, dem DATI-Piloten
Innovationssprints, konnte sich die HTW Berlin mit vier Projekten
behaupten und ist damit gemeinsam mit der TU Berlin Spitzenreiterin in
Berlin. Das ist ein großer Erfolg für die HTW Berlin, die sich als
Hochschule für angewandte Wissenschaften dem Transfer besonders
verschrieben hat. Mein Dank gilt den engagierten Kolleg*innen und ihren
tollen Projektideen, durch die sie an der Transformation von Wirtschaft
und Gesellschaft mitwirken“, sagt Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring,
Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Wissenschaftskommunikation an
der HTW Berlin.

Die geförderten Projekte „Analyse- und Recherche-Software zur KI-
gestützten Analyse antidemokratischer Bewegungen online (ARAI) “,
„CareMoRe – Pflege verbessern und Selbständigkeit wiederherstellen durch
Rehabilitation und Motivation“, „JUDGE-KI – Juristische Unterstützung
durch Generative Künstliche Intelligenz“ und „AR-gestützte Partizipation
in der Stadtentwicklung erproben (ARPAS)“ spiegeln die große Bandbreite
der an der HTW Berlin praktizierten Forschung zu technologischen wie auch
sozialen Innovationen wider.

ARAI – KI-Unterstützung für die Zivilgesellschaft

Zivilgesellschaftliche Akteur*innen stehen vor der Herausforderung, die
wachsende Menge an Online-Inhalten demokratiefeindlicher Bewegungen zu
erfassen und zu analysieren. Verschwörungstheorien stellen hierbei eine
besondere Herausforderung dar. „In Zusammenarbeit mit dem Praxispartner
democ e. V. entwickeln wir eine KI-gestützte Open Source Technologie, die
nicht nur Texte, sondern auch Bild und Ton auf Telegram durchsuchen kann.
Ein wichtiger Aspekt unseres Projekts: Wir begreifen Nutzer*innen als
aktive Mit-Entwickelnde der Technologie“, erläutert Projektleiterin Prof.
Dr. Helena Mihaljević. Das Team erprobe Konzepte, um die
Zivilgesellschaft, angewandte KI-Forschung und die Open Source Community
zusammenzubringen.

CareMoRe - Pflege verbessern ohne Mehrkosten

„Rehabilitation darf kein Privileg jüngerer Menschen sein. Ältere und
pflegebedürftige Menschen brauchen sie, um selbständig zu bleiben. Leider
bezahlt das Gesundheitssystem das nicht“, erklärt Projektleiter Prof. Dr.
Heckelmann die Idee hinter CareMoRe. Projektpartner sind die domino-
coaching Stiftung und die Alice-Salomon-Hochschule (ASH Berlin). Das
Besondere: Das Team evaluiert mit dem domino-coaching™ aufwandsneutrale
Methoden zur Rehabilitation, die den Pflegebedürftigen ihre
Selbständigkeit zurückgeben. Pflegeheime sollen mit dem Konzept ihre
Pflege verbessern können, ohne dass ihnen Mehrkosten entstehen.

JUDGE-KI – Juristische Unterstützung durch KI

Sozial benachteiligte Menschen haben oft keinen Zugang zu Rechtsrat.
Ursachen sind zum Beispiel Sprachbarrieren, Ängste oder fehlende
finanzielle Mittel. „Wir bauen einen KI-basierten Rechtsberatungs-
Assistenten für jedermann. Damit erhalten Menschen Antworten auf Fragen
etwa zum Miet- oder Arbeitsrecht und niedrigschwellige Hilfe bei
Rechtsstreitigkeiten. Unser Team vereint juristische, Social
Entrepreneurship- und KI-Expertise“, so Prof. Dr. Heckelmann, der neben
CareMoRe auch dieses Projekt leitet. Teil des Teams ist außerdem Dr.
Stefan Flemming, Kooperationspartner ist die Axotek GmbH.

AR-gestützte Partizipation in der Stadtentwicklung erproben (ARPAS)

Das Projekt wird geleitet vom Verein Liquid Democracy e. V., der unter
anderem die Seite mein.berlin.de für den Berliner Senat betreibt. „Es geht
darum, eine bestehende Partizipationsplattform um WebXR-Technologien zu
erweitern und somit Augmented-Reality-fähig zu machen. Dadurch soll die
Plattform attraktiver und inklusiver werden“, erklärt Prof. Dr. Johann
Habakuk Israel, der zusammen mit Christoph Holtmann Projektpartner ist.

Über die Innovationssprints

Die Innovationssprints sind Transfer- und Innovationsprojekte, für die das
BMBF jeweils zwischen 150.000 und 330.000 Euro zur Verfügung stellt. Es
handelt sich um eine Vorläufer-Aktivität der Deutschen Agentur für
Transfer und Innovation (DATI), die das BMBF als neue Einrichtung für die
Kooperation von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft noch in diesem
Jahr gründen will. Rund 3.000 Projektideen wurden für die themenoffene und
auf technologische wie soziale Innovationen gleichermaßen ausgerichtete
Förderrichtlinie DATIpilot eingereicht. In einer Roadshow stellten knapp
600 Einzelpersonen und Teams ihre Ideen in fünfminütigen Pitches vor.
Insgesamt wurden während der Roadshow per Teilnehmendenvoting 153 Projekte
zur Förderung ausgewählt. Wer hierbei nicht zum Zuge kam, erhielt bei
einem Losverfahren eine zweite Chance auf Förderung. Dabei wurden weitere
147 Projekte identifiziert, die eine Förderung bekommen.