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Mit Seewärme die Universität heizen

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Mit Seewasser heizen und nahezu flächendeckend Photovoltaikanlagen auf den
Campusdächern: Die Universität Konstanz baut ihre Infrastruktur für
regenerative Energienutzung aus

Die Universität Konstanz wird durch zwei Großprojekte weite Teile ihres
Energiebedarfs künftig mit regenerativen Energiequellen abdecken. Durch
den Bau von Großwärmepumpen werden mehr als zwei Drittel ihres
Heizwärmebedarfs voraussichtlich ab 2027 aus Seewärme gespeist. Zudem
werden die universitären Dachflächen weiter mit Photovoltaikanlagen
ausgebaut; insgesamt 28 Dächer (16.000 Quadratmeter) der Universität
werden nach heutigem Kenntnisstand bis Ende 2025 mit Photovoltaikanlagen
ausgestattet sein.

„Das Ziel ist, durch Nutzung von regenerativen Energiequellen die
CO2-Emissionen zu minimieren. Das Projekt ist für uns ein wichtiger
Schritt in Richtung einer klimaneutralen Universität“, erklärt Christine
Peter, Prorektorin für Nachhaltigkeit, Information und Kommunikation (CIO)
an der Universität Konstanz.

Das Land Baden-Württemberg investiert für den Bau der Großwärmepumpen und
für die Photovoltaik-Erweiterung insgesamt rund 30 Millionen Euro. Die
Bauprojekte wurden auf Grundlage des baden-württembergischen Energie- und
Klimaschutzkonzeptes für landeseigene Liegenschaften initiiert. Sie werden
durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau, Amt Konstanz, geplant und
umgesetzt.

„Das Projekt der Großwärmepumpen ist eines von acht Pilotprojekten
landesweit. Zusammen mit einer der größten zusammenhängenden
Photovoltaikflächen in unserem Zuständigkeitsbereich sind die Maßnahmen
ein bedeutsamer Schritt in der Umsetzung der Klimaziele des Landes Baden-
Württemberg“, schildert Sieglinde Neyer-Bedenk, Leiterin des Amtes
Vermögen und Bau, Amt Konstanz.

Nutzung von Seewärme
Mit Seewasser den Campus heizen: Mehrere Großwärmepumpen werden es der
Universität Konstanz ermöglichen, mehr als zwei Drittel ihres Wärmebedarfs
durch Seewärme aus Bodenseewasser abzudecken. Das Bodenseewasser wird in
42 Metern Tiefe mit circa 6 Grad Celsius entnommen und zur Universität
geleitet. Über die Wärmepumpen wird dieses Wasser um zwei bis drei Grad
abgekühlt; die hierbei entzogene Energie wird zur Erzeugung von Heizwärme
verwendet. Die Großwärmepumpen werden auf dem Campusgelände unterirdisch
eingerichtet; die Fläche darüber wird für Fahrradstellplätze genutzt. Die
Inbetriebnahme der Wärmepumpen ist für 2027 geplant.

Die Nutzung von Seewasser für einen nachhaltigen Energiekreislauf ist an
der Universität Konstanz grundsätzlich nichts Neues: Bereits seit ihren
Gründungstagen verwendet sie Bodenseewasser zur Kühlung ihrer Anlagen. Die
neuen Großwärmepumpen werden die bestehenden Leitungen zwischen
Universität und Bodensee nutzen, um das etablierte Kühlsystem um die
Wärmenutzung zu erweitern.

Ausbau der Photovoltaikanlagen auf den Campusdächern
Parallel dazu wird die Universität Konstanz die Photovoltaikanlagen auf
ihren Dächern stark ausbauen. Die Universitätsdächer werden nahezu
flächendeckend mit Photovoltaikanlagen bestückt. Im Jahr 2018 wurden
bereits acht Dächer der Universität (1.216 Module auf rund 2.000
Quadratmetern) mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Hinzu kommen nun
weitere 20 Dächer mit rund 14.000 Quadratmetern. Die bereits installierte
Leistung von 364 kWp wird dadurch um zusätzliche 1.505 kWp erweitert. Der
erzeugte Strom wird vollständig in das Netz der Universität eingespeist
und auch dort genutzt.

• Weitere Informationen zur Photovoltaik-Erweiterung unter: Erweiterung
der Photovoltaikanlagen
• Ein Überblick über aktuelle und anstehende Bauprojekte der Universität
Konstanz unter: www.uni.kn/bauliche-entwicklung

Hinweis an die Redaktionen:

Ein Foto ist im Folgenden verfügbar: https://www.uni-
konstanz.de/fileadmin/pi/fileserver/2024/mit_seewaerme.jpg

Bildunterschrift: Bereits 2018 wurden acht Dächer der Universität Konstanz
mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Hinzu kommen nun weitere 20 Dächer
mit rund 14.000 Quadratmetern.
Bild: Frank Nachtwey