Urinbasierter Recyclingdünger im Garten: Start des Citizen Science Projekts „U-Cycle“
Urin als Ressource nutzen, statt die Toilette hinunterspülen? Und was hat
das mit dem Weltraum und meinem Garten zu tun? Diesen Fragen geht das
Projekt „U-Cycle - (d)ein citizen science Projekt zur Akzeptanz und
Wirkung von urinbasierten Recyclingdüngern im urbanen Gartenbau“ nach.
Interessierte Gärtner*innen sind nun zur Teilnahme eingeladen!
Hier auf der Erde stehen uns (noch) genügend Ressourcen zur Verfügung, um
Pflanzennährstoffe unter hohem Energieaufwand und durch die Ausbeutung
fossiler Lagerstätten zu gewinnen. Anschließend gelangen diese Stoffe mit
unseren Ausscheidungen über das Klärwerk in Flüsse und Atmosphäre, wo sie
zu Umweltbelastungen führen. Ein Weg aus diesen linearen Nährstoffflüssen
Kreisläufe zu machen wurde für das Leben im All entwickelt, wo sich
Astronaut*innen auf Raumstationen über einen längeren Zeitraum ernähren
müssen: Das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrtforschung (DLR) hat
einen Prozess entwickelt, mit dem Urin in schadstoff- und keimfreien,
sicheren Recyclingdünger umgewandelt werden kann. Das hierbei eingesetzte
Verfahren Combined Regenerative Organic food Production – kurz: C.R.O.P.®-
beruht auf natürlichen Stoffwechselvorgängen und verzichtet vollständig
auf den Einsatz von Chemikalien und Gefahrstoffen. Um mit dieser
Neuentwicklung auch auf der Erde zu landen wurde das Projekt U-Cycle ins
Leben gerufen.
In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten und vom
Leibnitz Institut für Gemüse- und Zierpflanzenforschung (IGZ) e.V. und
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. durchgeführten
Forschungsprojekt untersuchen die teilnehmenden Klein-, Gemeinschafts-,
Schul-, und Heimgärtner*innen die Wirkung von C.R.O.P.-Dünger aus
synthetischem Urin auf Pflanzenwachstum und Substrat. Um gesellschaftlich
akzeptierte Wege zu finden, urinbasierte Recyclingdünger zu etablieren,
werden zusätzlich dessen Akzeptanz und Marktpotential untersucht. Für eine
kontinuierliche Wissensvermittlung werden den Teilnehmenden Anleitungen
und Online-Sprechstunden angeboten, bevor sie in Dialogrunden ihre
Beobachtungen gemeinsam mit den Forschenden auswerten. Schließlich werden
in Workshops mit KMUs und Start-Ups aus dem Recyclingdüngerbereich
Marktpotenziale und -hemmnisse der nachhaltigen Dünger identifiziert.
Nachdem im Vorgängerprojekt „urban cycles“ (https://urban-cycles.de/), das
in Berliner Gemeinschaftsgärten durchgeführt wurde, bereits
vielversprechende Ergebnisse erzielt wurden, soll nun Gärtnernden aus ganz
Deutschland die Möglichkeit gegeben werden sich von der Wirkung des
nachhaltigen Düngers zu überzeugen.
Interessierte Gärtner*innen können sich noch bis Mitte April für die
Teilnahme am Projekt anmelden indem Sie eine kurze Nachricht mit ihren
Kontaktdaten und der Adresse ihres Gartens an
oder an der Online-Informationsveranstaltu
teilnehmen: https://hu-berlin.zoom-x.de/j/
