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DDG: Disease Management Programm „Adipositas“ ebnet den Weg für spezifische Weiterbildungen

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Bis 2035 könnte über die Hälfte der Weltbevölkerung an Übergewicht oder
Adipositas leiden, so der „World Obesity Atlas 2023“. Die Deutsche
Diabetes Gesellschaft und die Deutschae Adipositas Gesellschaft begrüßen
das neue DMP Adipositas, das am 1. April vom Bundesministerium für
Gesundheit freigegeben wurde. Vorteile: Mehr Sichtbarkeit für das
gesellschaftliche Problem, Zugang zur Regelversorgung für Betroffene und
abrechnungsfähige Therapien für Ärzte. Neue gemeinsame Fortbildungen wie
Adiposiolog*in DAG-DDG und Adipositasberater*in DAG-DDG sollen
flächendeckend mehr Adipositas-Expertise in Praxen und Kliniken fördern -
eine wichtige Ergänzung im Bildungsangebot der Fachgesellschaften.

In Deutschland ist etwa jede*r Vierte stark übergewichtig, Tendenz
steigend. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass das DMP Adipositas für
Erwachsene eingeführt wird“, so Professor Dr. med. Jens Aberle, Präsident
der DAG und Leiter der Kommission „Adipositas & bariatrische Chirurgie“
der DDG. „Es ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, Menschen ab einem BMI von 30
ein strukturiertes Langzeit-Behandlungsprogramm anzubieten, um
Körpergewicht und damit das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes
mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Das ist ein guter
erster und längst überfälliger Schritt, um der Volkskrankheit Adipositas
mehr medizinische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.“

DMP Adipositas erfordert mehr Behandlungskompetenz in Praxen
Aus dem neuen Behandlungsangebot ergibt sich ein größerer Bedarf an
Adipositas-Spezialistinnen und -spezialisten in ambulanten und stationären
Einrichtungen. „Das medizinische Personal sollte sich nun noch intensiver
mit Adipositas und seinen Folge- und Begleiterkrankungen
auseinandersetzen“, erklärt Angelika Deml, Bildungsreferentin für Diabetes
mellitus und chronische Erkrankungen, MSc Diabetes care und
Diabetesberaterin DDG. Sie verweist auf das von DDG und DAG neu
eingeführte Fortbildungsprogramm „Adiposiolog*in DAG-DDG und
Adipositasberater*in DAG-DDG“. Es bietet Ärztinnen und Ärzten sowie
Psycholog*innen, Sport-Therapeut*innen, Ernährungswissenschaftler*innen,
Ökotropholog*innen und Diabetesassistent*innen/-berater*innen die
Möglichkeit, ihre Handlungskompetenz durch praktische Fallarbeit und
Hospitationen in Einrichtungen, die auf Adipositas spezialisiert sind, zu
erweitern. „Die Teilnehmenden erlangen ein tieferes Verständnis für die
Ursachen der Entstehung von Adipositas. Ein maßgebliches
Qualifikationsziel dieser Fortbildung ist auch, dass die Teilnehmenden
Inhalte zur individuellen, bedürfnis- und situationsgerechten Begleitung
der Betroffenen in ihrem Krankheitsmanagement unter Berücksichtigung der
aktuellen Evidenz erlernen. Darüber hinaus erhalten sie einen Überblick
über multiprofessionelle und ganzheitliche Behandlungsmethoden sowie den
aktuellen Stand der Forschung“, ergänzt Professor Dr. med. Dirk Müller-
Wieland, Vorsitzender des DDG Ausschusses „Qualitätssicherung, Schulung
und Weiterbildung“. „Die neue Fortbildung ist stark nachgefragt, sodass
für dieses Jahr bereits alle 7 angebotenen Kurse vollständig ausgebucht
sind und für 2025 bereits 6 Kurstermine feststehen. Weitere Kursangebote
sind in Planung.“

Schulungskonzept für Menschen mit Adipositas in Vorbereitung
Aktuell sind zudem noch keine Schulungsprogramme im DMP integriert. Somit
ist das DMP zunächst nur auf regelmäßige Besuche beim koordinierenden
Behandelnden begrenzt. DDG und DAG arbeiten bereits mit
Kooperationspartnern an der Entwicklung eines evaluierten
Schulungskonzeptes für Menschen mit Adipositas, um sie für das Management
ihrer Erkrankung noch strukturierter beraten und individueller
unterstützen zu können.

Mehr Informationen finden Interessierte hier: https://adipositas-
fortbildung.de/

Literatur:

1 https://www.worldobesity.org/resources/resource-library/world-obesity-
atlas-2023

2 https://adipositas-gesellschaft.de/ueber-adipositas/praevalenz/

Worldwide trends in underweight and obesity from 1990 to 2022: a pooled
analysis of 3663 population-representative studies with 222 million
children, adolescents, and adults:
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(23)02750-2/fulltext

Mehr Informationen zu den bestehenden DMP: https://www.g-ba.de/themen
/disease-management-programme/