Für einen guten Start in den deutschen Arbeitsmarkt
Die Universität Oldenburg entwickelt ein Qualifizierungsprogramm für
internationale Fachkräfte im Bereich Bildung und soziale Arbeit weiter.
Internationale Akademikerinnen und Akademiker mit Hochschulabschluss aus
dem pädagogischen Bereich können an einer neunmonatigen
Zertifikatsweiterbildung und einem Ergänzungsprogramm teilnehmen, das
rechtsbezogene Kenntnisse vermittelt. Ein weiteres Ziel ist es, eine
zentrale Beratungsstelle in Niedersachsen und Bremen für pädagogisch
qualifizierte internationale Fachkräfte zu etablieren.
Wie können eine Lehrerin aus Syrien oder ein Sozialarbeiter aus der
Ukraine ihren Beruf auch in Deutschland ausüben? Ein an der Universität
Oldenburg koordiniertes Qualifizierungsprogramm bietet internationalen
Akademikerinnen und Akademikern mit Hochschulabschluss aus dem
pädagogischen Bereich die Möglichkeit, sich für den deutschen Arbeitsmarkt
zu qualifizieren. Im Vorhaben „Pädagogik-Kolleg – Modell für ein
vernetztes Weiterbildungs- und Beratungsprogramm“ können Fachkräfte ein
anerkanntes deutsches Hochschulzertifikat erwerben, das sie für den
direkten Berufseinstieg, zur Berufsanerkennung oder zum Weiterstudium
nutzen können. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert das
Vorhaben im Programm „Profi plus“ über vier Jahre mit knapp 570.000 Euro,
Leiterin ist Prof. Dr. Ayça Polat, Hochschullehrerin für Sozialpädagogik
in der Migrationsgesellschaft und Leiterin des Center for Migration,
Education and Cultural Studies (CMC) an der Universität Oldenburg.
Das „Pädagogik-Kolleg“ bietet Fachkräften zwei Möglichkeiten zur
Weiterqualifikation: Mit der neunmonatigen Zertifikatsweiterbildung
„Kontaktstudium: Pädagogische Kompetenz in der Migrationsgesellschaft“
wird eine bestehende, gleichnamige Weiterbildung auch in Zukunft
fortgeführt. In drei Durchgängen sollen mindestens 20 Personen an den
Standorten Bremen und Hannover ab dem Wintersemester 2025 ihre Kompetenzen
so weiterentwickeln, dass sie möglichst nahtlos in einen pädagogischen
Beruf oder ein entsprechendes Fachstudium wechseln können. Wie Befragungen
der bisherigen Absolventinnen und Absolventen zeigen, war das
Kontaktstudium dabei in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Der großen
Mehrheit der Teilnehmenden gelingt es demnach, eine langfristige
Beschäftigung in einem Berufsfeld zu finden, das ihrer Qualifikation
entspricht. Das aus acht Modulen bestehende Kontaktstudium wird in
Zusammenarbeit mit den lokalen Kooperationspartnern effect eGmbH Bremen
und kargah e.V. Hannover angeboten.
Weiterer Bestandteil des Projekts ist es, zur Ergänzung ein weiteres
Programm mit dem Titel „Grundlagen des Sozialstaats, Sozial- und
Familienrechts“ aufzubauen. Es umfasst zwei Module und soll den
Teilnehmenden die nötigen rechtsbezogenen Kenntnisse für eine Arbeit im
pädagogischen Bereich in Deutschland vermitteln. Das Ergänzungsprogramm
wird erstmals im September 2025 mit einer Teilnehmerzahl von 15 Personen
erprobt. Nach einer Evaluation sind weitere zwei Durchgänge geplant.
Die Weiterbildungsprogramme umfassen Angebote wie ein Bewerbungstraining,
individuelle Beratung, Coaching und mehrwöchige Praktika, die den Einstieg
in den Beruf erleichtern sollen. Die Teilnehmenden erhalten nach
erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat der Universität Oldenburg, das ihre
Kompetenzen, Qualifikationen und Prüfungsleistungen für
Bildungseinrichtungen und Behörden nachvollziehbar macht.
Das dritte Projektziel besteht darin, für Niedersachsen und Bremen
modellhaft eine zentrale Beratungsstelle zu etablieren, an die sich
internationale Akademikerinnen und Akademiker mit pädagogischen
Vorkenntnissen wenden können – etwa, um sich über ihre Berufsoptionen zu
informieren und ihre bisherigen pädagogischen Qualifikationen anrechnen zu
lassen. Das Projektteam strebt an, bereits bestehende, oft nur
vorübergehend geförderte Angebote zu vernetzen und das Konzept in Form
eines Studienkollegs über eine Landesfinanzierung zu institutionalisieren.
Das DAAD-Programm „Profi plus“ unterstützt Projekte an deutschen
Hochschulen, die die fachliche Qualifizierung von internationalen
Akademikerinnen und Akademikern mit ausländischem Hochschulabschluss
fördern, etwa durch zusätzliches Fachwissen für den deutschen
Arbeitsmarkt. In der aktuellen Ausschreibungsrunde werden von 2024 bis
2028 insgesamt 25 Projekte gefördert.
