Zum Hauptinhalt springen

Zehn Jahre Onkologisches Zentrum am NCT/UCC Dresden markiert Start für Kooperation mit Klinikum Chemnitz

Im Beisein von Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer wurde am Uniklinikum Dresden heute eine Absichtserklärung für eine intensivere Zusammenarbeit der beiden Krebszentren des Uniklinikums Dresden und des Klinikums Chemnitz unterzeichnet.  UKD/Michael Kretzschmar
Im Beisein von Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer wurde am Uniklinikum Dresden heute eine Absichtserklärung für eine intensivere Zusammenarbeit der beiden Krebszentren des Uniklinikums Dresden und des Klinikums Chemnitz unterzeichnet. UKD/Michael Kretzschmar
Pin It
Im Beisein von Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer wurde am Uniklinikum Dresden heute eine Absichtserklärung für eine intensivere Zusammenarbeit der beiden Krebszentren des Uniklinikums Dresden und des Klinikums Chemnitz unterzeichnet.  UKD/Michael Kretzschmar
Im Beisein von Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer wurde am Uniklinikum Dresden eine Absichtserklärung für eine intensivere Zusammenarbeit der beiden Krebszentren des Uniklinikums Dresden und des Klinikums Chemnitz unterzeichnet. UKD/Michael Kretzschmar

Das Krebszentrum am Uniklinikum, ein Spitzenzentrum der deutschen
Krebshilfe, wird erneut von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.
// Die Rezertifizierung ist Start für Ausbau der Zusammenarbeit mit dem
Krebszentrum am Klinikum Chemnitz. // Davon profitieren Krebspatientinnen
und -patienten in Sachsen und den angrenzenden Regionen.

Das Onkologische Zentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen
(NCT/UCC) Dresden feierte vergangenes Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Im
Rahmen der Rezertifizierung erhält es nun für die kommenden drei Jahre
erneut die Auszeichnung „Onkologisches Zentrum mit Empfehlung der
Deutschen Krebsgesellschaft“. Jetzt soll das bereits seit 2007 etablierte
Onkologische Spitzenzentrum (Comprehensive Cancer Center) die Kooperation
mit einem weiteren Standort vertiefen: Das Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus Dresden und das Klinikum Chemnitz bauen die Zusammenarbeit
ihrer Krebszentren aus, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten
in Südwest- und Ostsachsen weiter zu verbessern. „Innovative
Kooperationsmodelle bringen die spitzenmedizinische Versorgungsqualität in
die Fläche“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am
Uniklinikum Dresden. „Damit wir gemeinsam tragfähige Strukturen schaffen
können, braucht es ein vertrauensvolles Zusammenwirken vieler Akteure in
der Region.“ Mit der Unterzeichnung eines Letters of Intent wurde der
Wille zur intensivierten Kooperation an diesem Donnerstag (27. Juni 2024)
offiziell bekräftigt. „Dank der Zusammenarbeit stellen wir sicher, dass
den Menschen in Westsachsen eine noch bessere Diagnostik und Therapie in
der Krebsbehandlung zur Verfügung steht. Ich freue mich, dass hier
Medizinerinnen und Mediziner verschiedener Standorte auf Augenhöhe
zusammenkommen – und das zum Wohle der Patientinnen und Patienten“, sagt
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer anlässlich der
Unterzeichnung.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) wurde 2024
erneut von der Deutschen Krebsgesellschaft und nach DIN EN ISO 9001 als
Onkologisches Zentrum rezertifiziert. Bereits 2022 konnte der Standort
sich erneut als eines der 15 Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe
qualifizieren. Nach DIN EN ISO 9001 ist das Zentrum seit 20 Jahren
zertifiziert, durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) bereits zehn
Jahre und durch die Deutsche Krebshilfe 17 Jahre. Die Erfüllung der
fachlichen Anforderungen und die Weiterentwicklung des Onkologischen
Zentrums und der Organkrebszentren werden in jährlichen Überwachungsaudits
durch Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft. Seit der
Erstzertifizierung durch die DKG im Jahr 2014 wurden die im dreijährigen
Rhythmus stattfindenden Rezertifizierungen erfolgreich absolviert. Bei der
dreitägigen Begutachtung des Onkologischen Zentrums und der elf
Organkrebszentren im April 2024 bescheinigten die zwölf Fachexpertinnen
und Fachexperten erneut die sehr guten Behandlungsergebnisse, eine
exzellente fachliche Kompetenz aller Berufsgruppen sowie eine
hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit und Versorgungsqualität.
„Wir freuen uns, dass die hervorragende Arbeit des Teams im Onkologischen
Zentrum und das nahtlose Zusammenspiel von exzellenter Forschung und
klinischer Versorgung mit der erneuten Zertifizierung gewürdigt und
ausgezeichnet werden“, sagt Prof. Martin Bornhäuser, Mitglied im
Geschäftsführenden Direktorium des NCT/UCC Dresden.

Ziel des Onkologischen Zentrums ist es, die gesamte Behandlung optimal und
individuell auf die Patientinnen und Patienten zuzuschneiden. Krebs ist
eine individuelle Erkrankung, die maßgeschneiderte Therapien erfordert.
Ein zentraler Bestandteil des Onkologischen Zentrums ist die
Interdisziplinäre Onkologische Ambulanz des NCT/UCC, in der
Spezialistinnen und Spezialisten der verschiedenen Fachrichtungen in
Spezialsprechstunden vor Ort sind und somit „Tür an Tür“ arbeiten. Ein
weiteres Kernelement des NCT/UCC sind die interdisziplinären
Tumorkonferenzen, die für jede Tumorentität insgesamt 27-mal wöchentlich
angeboten werden. In diesen Tumorboards wird für jede Patientin und jeden
Patienten ein individueller Therapieplan abgestimmt. Das Onkologische
Zentrum hat sich stetig mit dem Ziel weiterentwickelt, eine
flächendeckende, exzellente Versorgung, gemeinsame Therapiestandards und
Tumorkonferenzen sowie abgestimmte Studienaktivitäten zu gewährleisten.
Ebenfalls von großer Bedeutung sind die supportiven und präventiven
Angebote des NCT/UCC, wie die psychoonkologische Betreuung, das
sporttherapeutische Zentrum, das supportive Tumorboard, die
Pflegeberatung, das Ernährungsmanagement und der Lotsendienst.

Kooperation von NCT/UCC und OCC wird intensiviert

Die Versorgung onkologischer Patientinnen und Patienten auf höchstem
Niveau soll nun auf weitere Standorte übertragen werden. An diesem
Donnerstag (27. Juni 2024) haben der Vorstand des Uniklinikums Dresden,
das NCT/UCC-Direktorium sowie die Geschäftsführung der Klinikum Chemnitz
gGmbH und das Direktorium des Onkologischen Centrums Chemnitz (OCC) im
Beisein des Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer sowie des
Amtschefs des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesundheit,
Rüdiger Raulfs, einen Letter of Intent unterzeichnet, der das Onkologische
Spitzenzentrum maßgeblich erweitert und damit einen Meilenstein in der
Krebstherapie – auch bundesweit – markiert. Das NCT/UCC engagiert sich
intensiv in der klinischen und translationalen Krebsforschung. Parallel
dazu nimmt die Klinikum Chemnitz gGmbH als Maximalversorger in der Region
Südwestsachsen mit dem Onkologischen Centrum Chemnitz (OCC) eine zentrale
Steuer- und Lenkungsfunktion in der onkologischen Versorgung ein. Das OCC
gewährleistet damit, dass Krebspatientinnen und -patienten in der Region
Südwestsachsen eine qualitativ hochwertige stationäre und ambulante
Betreuung erhalten.

Zweistandortentwicklung eines überregionalen Krebszentrums

Vor dem Hintergrund dieser etablierten Strukturen und der langjährigen,
erfolgreichen Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen der
hämatologischen Neoplasien und interdisziplinärer Tumorboards im Kontext
des Zentrums für Zell- und Immuntherapie Chemnitz-Dresden sowie unter
Berücksichtigung des gemeinschaftlichen Modellstudiengangs (MEDiC) und der
daraus resultierenden strategischen Visionen für Forschung und Lehre, wird
angestrebt, die Zusammenarbeit umfassend zu intensivieren und
institutionell zu verankern. Ziel ist eine Zweistandortentwicklung eines
überregionalen Krebszentrums, das zum einen die Patientenströme sinnvoll
lenkt, um damit Patientinnen und Patienten in ganz Südwest- und Ostsachsen
– insbesondere auch in ländlichen Regionen – die beste onkologische
Versorgung zukommen zu lassen.
„Das heißt auch, dass Patientinnen und Patienten in wissenschaftliche
Studien eingeschlossen werden und von innovativen Therapien profitieren“,
so Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.
„Darüber hinaus sollen unter Einbeziehung der erfolgreich geschaffenen
Strukturen des Modellstudienganges MEDiC auch gemeinsame Programme der
Nachwuchsförderung etabliert werden, die etwa Promotionen und
Habilitationen in der Onkologie beinhalten werden.“ Hinzukommen sollen
auch qualitativ hochwertige Ausbildungsmöglichkeiten und
Weiterentwicklungen für Pflegekräfte. Mit der Kooperation wird der
Grundstein für eine Präzisionsonkologie gelegt, von der allein zwischen
Neiße und Vogtland rund 2,5 Millionen Menschen in Sachsen, darüber hinaus
aber auch in Brandenburg sowie länderübergreifend in Polen und Tschechien
profitieren werden. Das Fernziel einer erfolgreichen Entwicklung soll es
sein, beide Standorte perspektivisch als gemeinsames Spitzenzentrum der
Deutschen Krebshilfe im Verbund zu etablieren.

„Diese umfassende Kooperation im Bereich Onkologie ist von der Dimension
vergleichbar mit dem Modellstudiengang MEDiC, den wir seit 2018 gemeinsam
mit den Dresdnern entwickelt und 2020 an den Start gebracht haben, und den
daraus resultierenden strategischen Visionen für gemeinsame Forschung und
Lehre“, sagt Prof. Ralf Steinmeier, Medizinischer Geschäftsführer des
Klinikums Chemnitz. Dr. Mathias Hänel, Mitglied des OCC-Direktoriums und
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie am
Klinikum Chemnitz, ergänzt: „Mit unseren Partnern vom Universitätsklinikum
Dresden arbeiten wir bereits seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll
zusammen, unter anderem in den Bereichen Hämatologie, Kinderonkologie und
seit 2019 im gemeinsamen Zentrum für Zell- und Immuntherapie.“ „Durch die
jetzt geplante Institutionalisierung und Ausdehnung unserer Kooperation
auf die gesamte Onkologie wird einerseits onkologische Spitzenmedizin für
die Region Südwestsachsen ausgebaut. Andererseits bietet die
Zusammenarbeit mit dem NCT/UCC die Chance, dass wir gemeinsam auch im
Bereich der onkologischen Forschung überregional noch sichtbarer werden.“
Der Mehrwert solcher Kooperationen großer Zentren liege für Patienten mit
vor allem komplexen und seltenen Krebserkrankungen darin, dass sie auf
diese Weise Zugang zu Therapien bekommen, die gerade erst entwickelt
wurden oder werden, und so bessere Heilungs- und Überlebenschancen auch
bei schweren Krebserkrankungen haben. Eine Arbeitsgruppe – paritätisch
besetzt mit Vertretern der beiden großen onkologischen Zentren OCC und
NCT/UCC – wird in den nächsten Monaten einen Vertrag mit konkreten Zielen
und Zeitschiene für die Kooperation erarbeiten.

Entwicklung zum Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) blickt auf
eine erfolgreiche Geschichte zurück. Das Universitäts KrebsCentrum (UCC)
wurde 2003 als erstes Comprehensive Cancer Center (CCC) in Deutschland vom
Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät Dresden gegründet.
Gemeinsam mit dem bereits seit 2004 etablierten Regionalen Brustzentrum
Dresden als erstes Organkrebszentrum hat sich das damalige UCC als erstes
CCC in Deutschland nach DIN EN ISO 9001 zertifizieren lassen. Auf dieser
Grundlage erhielt das UCC nach internationaler Begutachtung im März 2007
von der Deutschen Krebshilfe (DKH) als eines von fünf Zentren in
Deutschland die Auszeichnung „Onkologisches Spitzenzentrum". Seither kann
es diesen Status erfolgreich verteidigen.

Um die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Versorgung onkologischer
Patientinnen und Patienten zu stärken, die qualitativ hochwertige
Versorgung nach außen sichtbar zu machen und die zu diesem Zeitpunkt
bestehenden Organkrebszentren unter einem Dach zu vereinen, wurde das
Onkologische Zentrum im April 2014 erstmals nach den Anforderungen der
Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zertifiziert. Seitdem wurden insgesamt
elf Organkrebszentren gegründet und nach den Anforderungen der Deutschen
Krebsgesellschaft sowie nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Im Jahr 2015
wurde Dresden neben Heidelberg zum zweiten Standort des Nationalen
Centrums für Tumorerkrankungen ernannt. Das heutige Nationale Centrum für
Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) verbindet über institutionelle Grenzen
hinweg eine Patientenversorgung auf dem neuesten Stand der
wissenschaftlichen Erkenntnisse mit praxisnaher Forschung auf
internationalem Spitzenniveau. Das NCT/UCC arbeitet intensiv an einer
modernen, personalisierten Krebsmedizin. So konnte im September 2023 das
Zentrum für personalisierte Medizin in der Onkologie ebenfalls unter dem
Dach des Onkologischen Zentrums des NCT/UCC erfolgreich nach den
Anforderungen der DKG zertifiziert werden.

Am Onkologischen Zentrum sind heute elf zertifizierte Organkrebszentren
etabliert:

•       Regionales Brustzentrum Dresden
•       Uroonkologisches Zentrum
•       Gynäkologisches Krebszentrum
•       Viszeralonkologisches Zentrum
•       Hauttumorzentrum
•       Neuroonkologisches Zentrum
•       Sarkomzentrum
•       Kinderonkologisches Zentrum
•       Kopf-Hals-Tumorzentrum
•       Zentrum für Hämatologische Neoplasien
•       Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs

Durch das Onkologische Zentrum wird die Zusammenarbeit unter den
verschiedenen zertifizierten Organkrebszentren sowie den Kliniken und
Instituten des Uniklinikums Dresden auf dem Gebiet der Onkologie
übergreifend organisiert und koordiniert. Jährlich werden mehr als 10.000
Patientinnen und Patienten, davon knapp 6.000 Patientinnen und Patienten
mit der Erstdiagnose Krebs, behandelt. Mit einer vereinheitlichten
interdisziplinären Diagnostik, Therapie und Nachsorge verfolgt das
Onkologische Zentrum des NCT/UCC eine medizinisch-onkologische Versorgung
auf höchstem klinischem und wissenschaftlichem Niveau. Der Fokus auf eine
zugewandte Patientenbetreuung wird ergänzt durch eine enge Verzahnung mit
Forschung und Lehre. Mehr als ein Viertel der neu diagnostizierten
Patientinnen und Patienten werden in Studien eingeschlossen und erhalten
Zugang zu innovativen Behandlungsmöglichkeiten.