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Beginn des neuen akademischen Jahres an der HfK Bremen mit 281 Neustudierenden und drei neuen Professuren

Semesterbegrüßung im Speicher XI A der HfK Bremen  Quelle: Kim Mayer  Copyright: HfK Bremen
Semesterbegrüßung im Speicher XI A der HfK Bremen Quelle: Kim Mayer Copyright: HfK Bremen
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Bei der offiziellen Semesterbegrüßung am 6. Oktober wurde im Speicher XI A
feierlich das Wintersemester 2025/26 an der HfK Bremen eröffnet. 281 neue
Studierende wurden begrüßt, etwa ein Drittel von ihnen studiert im
Fachbereich Musik, zwei Drittel sind im Fachbereich Kunst und Design
eingeschrieben. Beworben hatten sich mehr als 2.600 Studieninteressierte.
Insgesamt sind nun mehr als 1.000 Musiker:innen und Künstler:innen
immatrikuliert, die es aus 70 Nationen an die HfK Bremen zog. Das
Wintersemester gestalten 235 Lehrende, darunter 65 Professor:innen. Die
HfK-Verwaltung hat 89 Beschäftigte.

Kultur des Miteinanders

Weltoffenheit, Chancengerechtigkeit und gelebte Vielfalt sind fundamentale
Werte der HfK Bremen, die heute wichtiger sind denn je, wie Rektorin Prof.
Dr. Mirjam Boggasch in ihrer Begrüßungsrede betonte: „Die HfK Bremen ist
ein offener Ort der Begegnung und steht für Diversität, interkulturellen
Dialog, Inklusion und Chancengleichheit. Mit ihrer international geprägten
Hochschulgemeinschaft setzt die HfK Bremen erneut ein starkes und
notwendiges Signal für gelebte und inspirierende Vielfalt. Eine Kultur des
Miteinanders, getragen von Kunst, Innovation, Forschung und
interdisziplinärer Arbeit, stärkt das kreative Potenzial unserer
Hochschule und eröffnet auch Raum für neue Perspektiven und Ideen.“

Auch die HfK-Studierenden Lola Atkinson  (Historische Harfe) und Fred
Palupski (Jazz-Schlagzeug), die die Begrüßung moderierten, ermutigten die
Erstsemester, über den Tellerrand ihrer Studienfächer zu blicken, die
Vielseitigkeit der HfK Bremen zu nutzen und sich aktiv einzubringen:
„Gerade die Zusammenarbeit über Disziplingrenzen hinweg macht die HfK
Bremen so einzigartig, sie inspiriert und verbindet – und prägt das eigene
künstlerische Schaffen.“

Neue Professuren

Zum 1. Oktober 2025 haben drei renommierte Professor:innen ihre Tätigkeit
an der HfK Bremen aufgenommen. „Mit ihren vielfältigen Erfahrungen und
ihrer Expertise werden unsere neuen Professor:innen das Lehrangebot und
die Forschungsfelder an der HfK Bremen bereichern und das Profil der
Hochschule weiter schärfen, insbesondere im Hinblick auf die
interdisziplinäre Zusammenarbeit des Fachbereichs Kunst und Design –  mit
den Studiengängen Freie Kunst, Integriertes Design und Digitale Medien –
und dem Fachbereich Musik,“ so Prof. Dr. Mirjam Boggasch.

Professur für Performance und Neue Musikalische Aufführungsformen

Prof. Lea Letzel ist Künstlerin, Regisseurin und Pyrotechnikerin, die
interdisziplinäre performative Werke an der Schnittstelle von Klang,
Musik, Medienkunst, Tanz und Raum entwickelt. Ihr Fokus liegt auf dem
Konzertformat und der Erforschung der Bedingungen und Konventionen von
Aufführungssituationen. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaft an
der Justus-Liebig-Universität Gießen und Medienkunst an der
Kunsthochschule für Medien Köln. Prof. Lea Letzel war an zahlreichen
internationalen Ausstellungen und Performances an renommierten
Institutionen beteiligt, u.a. Kunstinstituut Melly Rotterdam,
Bundeskunsthalle Bonn, Philharmonie Duisburg, FrankfurtLAB, Acht Brücken
Festival Köln, Edith-Russ-Haus Oldenburg, PACT Zollverein Essen, Münchner
Kammerspiele und Kaaitheater Brüssel. Für ihre Arbeit erhielt sie
Stipendien, darunter von der Hessischen Kulturstiftung in London, sowie
Künstler:innen-Aufenthalte am Goethe-Institut Villa Kamogawa Kyoto und
beim Kulturensemble Palermo. Von 2019–2022 war sie Mitglied im „Jungen
Kolleg“ der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der
Künste. Seit 2024 promoviert sie im interuniversitären Programm
„Wissenschaft & Kunst“ in Salzburg.

In ihrer Professur für Performance und Neue Musikalische Aufführungsformen
an der HfK Bremen sieht Prof. Lea Letzel ein wichtiges und ermutigendes
Signal für Dialog und Gemeinschaft: „Es ist längst überfällig, dass Musik-
und Kunsthochschulen interdisziplinäre Projekte nicht als Ausnahme,
sondern als selbstverständlichen Teil der Ausbildung betrachten. In einer
Zeit massiver gesellschaftlicher, politischer und ökologischer Krisen, in
einer Zeit verheerender Kriege, sind Hochschulen Orte, an denen
Verständigung über die Grenzen hinweg erprobt werden kann. Sie tragen die
Verantwortung, die Bedingungen zu schaffen, unter denen Kunst nicht nur
reagiert, sondern neue Formen des Miteinanders entwickelt. Meine
Lehrkonzeption beruht auf der Überzeugung, dass musikalische und
künstlerische Neuerungen nicht nur in der Suche nach neuen Klängen oder
Spieltechniken liegen, sondern in der Auseinandersetzung mit der
Aufführung selbst. Ich freue mich darauf, diese Perspektive an der HfK
Bremen einzubringen und gemeinsam mit den Studierenden beider Fachbereiche
weiterzudenken.“

Professur für Historische Oboeninstrumente

Prof. Katharina Andres entwickelte ihr Interesse an Alter Musik bereits
früh an der Musikschule Saarbrücken durch den Ensembleunterricht von
Bernhard Stilz, wo sie die Musik und das Instrumentarium (Blockflöte,
Krummhorn, Schalmei, Pommer, Dulzian) des 16. und 17. Jahrhunderts
kennenlernte. Im Alter von zwölf Jahren erhielt sie ihren ersten
Barockoboenunterricht von Elsa Frank. Ihr Studium an der Schola Cantorum
Basiliensis bei Conrad Steinmann und Katharina Arfken schloss sie mit zwei
Diplomkonzerten ab: 2005 mit dem Schwerpunkt Barock (Blockflöte und
Barockoboe), 2006 mit dem Schwerpunkt Renaissance (Blockflöte, Schalmei,
Pommer und Dulzian). Seither beschäftigt sie sich auch eingehend mit dem
klassischen und romantischen Repertoire und Instrumentarium. Seit 2013 ist
Prof. Katharina Andres Solo-Oboistin beim Prager Orchester Collegium 1704
unter der Leitung von Václav Luks und unterrichtet seit 2020 Historische
Oboe an der HfMDK Frankfurt am Main.

An der HfK Bremen tritt sie ihre Professur für Historische
Oboeninstrumente nun in einem international anerkannten Zentrum für die
fundierte Ausbildung in Alter Musik an. Prof. Katharina Andres: „Mein
Instrumentarium und Repertoire erstrecken sich von der Renaissance bis zur
Romantik: von der Schalmei über verschiedene barocke Instrumente wie die
Oboe d’amore und die Oboe da caccia bis hin zur klassischen und
romantischen Oboe. Ich möchte die Studierenden für diese Vielfalt an
Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten begeistern und ihnen zugleich die
historischen Spielpraktiken vermitteln. Die musikalischen Erfahrungen und
Impulse, die ich aus meiner eigenen Konzerttätigkeit schöpfe, möchte ich
als Inspiration an die Studierenden weitergeben ebenso wie mein
Erfahrungswissen über ein erfolgreiches Berufsleben. Durch regelmäßige
Auftritte und pädagogische Projekte mit meiner Klasse plane ich zudem, die
Welt der Doppelrohrblattinstrumente einem breiten Publikum – insbesondere
jungen Menschen – näherzubringen.“ Bei der Semesterbegrüßung spielte Prof.
Katharina Andres auf der Barockoboe gemeinsam mit dem HfK-Studierenden
Hans Fröhlich (Barockfagott) aus der „Partita 1“ aus der „Kleinen
Kammermusik“ von Georg Philipp Telemann (1681-1767) und sorgte für großen
Beifall unter den Erstsemestern.

Professur für Ensembleleitung Neue Musik

Prof. René Gulikers studierte Dirigieren, Schulmusik und Bratsche an der
Musikhochschule Maastricht. Er dirigierte zahlreiche renommierte
Orchester, darunter die Moskauer Philharmoniker, Svetlanows Staatliches
Akademisches Symphonieorchester, die Hamburger Symphoniker und viele
weitere in Europa, Asien und Südamerika. Einen besonderen Ruf erwarb er
sich im modernen Repertoire, u.a. bei Festivals wie den World Music Days
und dem Warschauer Herbst. Während seiner Karriere arbeitete Gulikers mit
vielen weltberühmten Solist:innen, wie Alexei Lubimov, Anna Kravchenko und
Lauma Skride, sowie mit fast allen wichtigen Instrumentalsolist:innen und
Sänger:innen in den Niederlanden. Von 1988 bis 2004 leitete er das von ihm
gegründete „Ensemble ’88“ sowie weitere Ensembles für Neue Musik. Prof.
René Gulikers lehrte Orchesterleitung an den Musikhochschulen von
Maastricht und Enschede. Danach unterrichtete er 16 Jahre an der
Musikhochschule Münster. Von 2005 bis 2012 war er Professor an der
Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, wo er von 2011 bis 2013 auch
Universitätsmusikdirektor war. Von 2018 bis 2020 war er Dozent für
Orchesterdirigieren am Königlichen Konservatorium in Den Haag.

Bereits seit 2012 lehrt Prof. René Gulikers an der Hochschule für Künste
Bremen und möchte im Rahmen seiner jetzigen Professur das
Hochschulensemble für Neue Musik mit einem innovativen Ansatz noch weiter
festigen. Prof. René Gulikers: „Der Titel meiner Professur
‚Ensembleleitung Neue Musik‘ impliziert, dass es ein oder mehrere
Ensembles braucht, um zu lehren, zu lernen und gemeinsam zu arbeiten.
Innerhalb einer Hochschule können Ensembles jedoch nie lange dieselbe
Besetzung haben, denn sie sind personell fluide. Um dieser Besonderheit zu
begegnen werde ich in Kürze ein Format vorstellen, mit dem das Ensemble,
das sich innerhalb der HfK Bremen mit der Neuen Musik beschäftigt,
sichtbarer wird, eine solidere Zusammensetzung erhält und qualitativ auf
höchstem Niveau mitspielen kann. Ich werde in den kommenden Jahren all
meine Energie und Erfahrung, die ich in den letzten rund 40 Jahren
gesammelt habe, bündeln, um unseren Studierenden die Liebe zur Neuen Musik
zu vermitteln, sie zu wecken und zu pflegen.“

Preise an internationale Studierende verliehen

Um Studierende aus dem Ausland zu unterstützen hat der Deutsche
Akademische Austauschdienst (DAAD) ein Stipendien- und Betreuungsprogramm
(STIBET) für hervorragende akademische Leistungen sowie für
bemerkenswertes gesellschaftliches und interkulturelles Engagement
aufgelegt. Der Start in das Wintersemester war nun Anlass, die STIBET-
Ehrungen für 2025 an der HfK Bremen vorzunehmen. Ausgezeichnet wurden
Rebecca Bottari, Pei-Chen Chao, Ivan Emelianov, Fuka Ishikawa und Polet
Silva Lorca aus dem Fachbereich Musik sowie aus dem Fachbereich Kunst und
Design: Rafael Soto Acebal, Aditi Chauhan, Haram Choi, Salma 'Elkafrawy
und Aysen Kocakabak.

Zudem wurde der DAAD-Preis für hervorragende Leistungen internationaler
Studierender an Ziyi Li aus dem Studiengang Digitale Medien verliehen. Sie
präsentierte ihr Masterprojekt „Vocal Tectonics“, eine Simulation und
Rekonstruktion der Mechanismen von Stimmbändern und Resonanzhöhlen: „Was
Ziyi Lis forschungsorientierte Praxis so außergewöhnlich macht, ist ihre
Fähigkeit, tiefgreifende wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologie
mit poetischer Vorstellungskraft zu verbinden. Sie schafft Werke, die
visuell und akustisch beeindruckend, konzeptionell stringent und zutiefst
zum Nachdenken anregend sind,“ so der Laudator Prof. Ralf Baecker, HfK-
Professor für Experimentelle Gestaltung Neuer Technologien.

Welcome Week mit zahlreichen Angeboten für HfK-Studierende

Auch die Vertreter:innen der Studierendenschaft wie der Allgemeine
Studierendenausschuss (AStA) oder der Studierendenrat (StuRa) stellten
ihre vielfältigen Aktivitäten vor, insbesondere zur Unterstützung der
Studierenden bei Fragen zu Stipendien, Bewerbungen, Mitbestimmung,
finanziellen Angelegenheiten und zum Hochschulalltag allgemein. Die
offizielle Semesterbegrüßung markierte den Start in die Welcome Week, in
der die Erstsemester in ihren jeweiligen Studiengängen Freie Kunst,
Integriertes Design, Digitale Medien und Musik weitere
Einführungsveranstaltungen besuchten und die Hochschule sowie ihre
Kommiliton:innen kennenlernten. Auch der AStA sorgte mit zahlreichen
Angeboten wie International Brunch, City Tour und Opening Party für
Begegnung und Austausch.