Zum Hauptinhalt springen

Zugewanderte Lehrkräfte bereichern das Schulsystem

Freuen sich über den erfolgreichen Abschluss: Die Absolventinnen und Absolventen des Qualifizierungsprogramms LehrkräftePLUS erhalten an der Universität Siegen ihre Zertifikate  Quelle: Carsten Schmale  Copyright: Universität Siegen
Freuen sich über den erfolgreichen Abschluss: Die Absolventinnen und Absolventen des Qualifizierungsprogramms LehrkräftePLUS erhalten an der Universität Siegen ihre Zertifikate Quelle: Carsten Schmale Copyright: Universität Siegen
Pin It

Die diesjährigen Teilnehmer*innen des Qualifizierungsprogramms
LehrkräftePLUS an der Universität Siegen haben ihre Zertifikate erhalten.
Die zugewanderten Lehrerinnen und Lehrern haben damit den ersten Schritt
geschafft, um in Deutschland unterrichten zu können.

Sie kommen aus der Ukraine, der Türkei und Afghanistan und haben alle
bereits in ihren Herkunftsländern als Lehrerinnen und Lehrer gearbeitet.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Qualifizierungsprogramm
LehrkräftePLUS am Zentrum für Lehrkräftebildung und Bildungsforschung
(ZLB) der Universität Siegen freuten sich 17 Teilnehmer*innen jetzt über
ihre Zertifikate.
„Sie können stolz auf das Erreichte sein und zuversichtlich in die Zukunft
schauen“, gratulierte Programmkoordinatorin Dr. Inga Schmalenbach. Das
betonte auch Prof. Dr. Daniel Scholl, der Direktor des Zentrums für
Lehrkräftebildung und Bildungsforschung. Nicht alle, aber viele der
Teilnehmenden, sind nach Deutschland geflüchtet und mussten sich zunächst
einmal im Lebensalltag zurechtfinden und die Sprache neu lernen. „Man kann
gar nicht genügend würdigen, was Sie geleistet haben, um hier zu sein.“
Das Zertifikat sei auch ein Symbol für die persönliche Haltung, für
individuellen Ehrgeiz, Mut und Stärke. „Sie werden unser Schulsystem
bereichern“, so Scholl.

Die zugewanderten Lehrkräfte, die zu einem großen Teil bereits langjährige
Berufserfahrung mitbringen, unterrichten mit Chemie, Englisch, Informatik,
Kunst, Mathematik, Physik und Sport  Fächer, für die  Lehrer*innen an
Schulen in Deutschland oft sehr gesucht sind. In der einjährigen
Weiterbildung werden die vorhandenen sprachlichen, fachlichen und
pädagogischen Kenntnisse und Fähigkeiten der Teilnehmenden aufgegriffen
und mit Blick auf den Einsatz an Schulen in Deutschland erweitert. Der
erfolgreiche Abschluss ermöglicht die Teilnahme an dem Anschlussprogramm
„Internationale Lehrkräfte Fördern (ILF)“ der Bezirksregierung Arnsberg,
das wiederum Perspektiven für eine dauerhafte Tätigkeit als Lehrer*in im
nordrhein-westfälischen Schuldienst eröffnet.

Bei der Abschlussfeier an der Universität Siegen gratulierten die 1.
stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Siegen, Angela Jung, sowie im
Rahmen eines Videogrußwortes Ina Brandes, Ministerin für Kultur und
Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Ministerium stellt im
Rahmen seines Förderprogramms „NRWege ins Studium“ die finanziellen Mittel
für die Durchführung des Programms als sogenanntes „Leuchtturmprojekt“ zur
Verfügung.  Mit der Bezirksregierung besteht seit Programmbeginn eine enge
Kooperation. So ist sie u.a. an der Auswahl der Teilnehmenden beteiligt
und weist die Schulen zu, an denen im zweiten Programmhalbjahr eine
Praxisphase absolviert wird. Es war  der fünfte Durchgang von
LehrkräftePLUS, der an der Universität Siegen erfolgreich abgeschlossen
wurde.

Zum Wintersemester starten die nächsten 31 Teilnehmer*innen ins Programm.
Sie sind aus insgesamt acht verschiedenen Herkunftsländern nach
Deutschland gekommen (Ukraine, Türkei, Syrien, Afghanistan, Belarus,
Indien, Iran und Pakistan) und bringen einen Hochschulabschluss und
Unterrichtserfahrung für eines oder mehrere Fächer im Bereich MINT,
Englisch, Kunst, Musik und Sport mit. Zunächst stehen nun der Ausbau der
Deutschkompetenzen im allgemein- und fachsprachlichen Bereich sowie die
Aneignung grundlegender Kenntnisse des deutschen Schulsystems im Fokus
ihrer Weiterqualifizierung.