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Schwimmende Gärten für die Stadt der Zukunft

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Studierende der Hochschule Hof entwickeln innovativen Leitfaden für urbane
Lebensmittelproduktion und nachhaltiges Wassermanagement

Wie lassen sich Lebensmittelproduktion, Wassermanagement und
Ressourcenschutz in urbanen Räumen intelligent miteinander verbinden? Mit
dieser Frage beschäftigte sich ein interdisziplinäres Studierendenteam der
Hochschule Hof im Projekt „EcoFloatFarm“. Innerhalb von nur 16 Wochen
entwickelten 13 Studierende einen praxisnahen Leitfaden, der zeigt, wie
bepflanzte Schwimminseln zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen und
gleichzeitig Lebensmittel direkt auf dem Wasser produzieren können.

Initiiert und fachlich begleitet wurde das Projekt im Bereich des
umweltbezogenen Ressourcenschutzes von Dr. Harvey Harbach,
Forschungsgruppenleiter für ressourceneffiziente Lebensmittelproduktion in
integrierter Aquakultur an der Hochschule Hof.

Ganzheitliches Konzept für nachhaltige Städte

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Entwicklung eines theoretischen
Gesamtkonzepts für bepflanzte Schwimminseln. Dabei untersuchten die
Studierenden Design, Bepflanzung und Installation ebenso wie ökologische,
ökonomische und soziale Auswirkungen des Systems. Ziel war es, Nährstoffe
direkt aus dem Gewässer aufzunehmen, die Wasserqualität zu verbessern und
gleichzeitig landwirtschaftliche Flächen zu entlasten.
Der Leitfaden wurde exemplarisch für den Campus der Hochschule Hof
erarbeitet und zugleich als übertragbares Modell für zukünftige urbane
Räume im Kontext der Green Tech University konzipiert.

Projektmanagement trifft Nachhaltigkeit

Die Projektleitung übernahmen Philipp Moser und Celine Stumpf, Studierende
im Masterstudiengang Internationales Projektmanagement. Das Projekt war in
die Module „Management von Projektgruppen“ und „Grundlagen des
Projektmanagements“ eingebettet, welche von Frau Prof. Dr. Manuela Wimmer
durchgeführt werden. Zentrale Leitfrage des Projekts von Dr. Harbach war:
Wie muss eine bepflanzte Schwimminsel gestaltet sein, damit sie
praxistauglich, skalierbar und auf unterschiedliche Standorte übertragbar
ist? Zur Beantwortung setzten die Studierenden gezielt Methoden und Tools
des Projektmanagements ein – mit direktem Praxisbezug.

Praxisnaher Leitfaden mit Mehrwert

Der entwickelte Leitfaden beschreibt detailliert alle notwendigen Schritte
zur Umsetzung eines solchen Systems. Dazu zählen unter anderem:
•       Literatur- und Marktrecherchen
•       Kriterienbasierte Bewertung bestehender Schwimminsel-Konzepte
•       Auswahl geeigneter, nährstoffeffizienter Pflanzenarten
•       Technische Dimensionierung sowie Installations- und
Verankerungskonzepte
•       Kosten-, Nachhaltigkeits- und Wirkungsanalysen
Als Ergebnis entstand ein für den Standort der Hochschule Hof validiertes,
modulares Schwimminsel-System mit standortangepasster Bepflanzung.

Problemlösungskompetenz

„Das Projekt hat gezeigt, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz ist – von
der Pflanzenauswahl über die technische Umsetzung bis hin zu ökologischen,
ökonomischen und sozialen Auswirkungen“, betont Celine Stumpf,
Projektleiterin von EcoFloatFarm. Auch Philipp Moser zieht ein positives
Fazit: „Es hat großen Spaß gemacht, im Team einen Leitfaden zu entwickeln,
der tatsächlich in der Praxis eingesetzt werden kann. Gerne würde ich
weitere Module bei Dr. Harbach belegen.“

Dr. Harvey Harbach zeigt sich ebenfalls beeindruckt: „In den regelmäßigen
Coaching-Gesprächen war ich jedes Mal aufs Neue begeistert, wie stark die
Studierenden ihre Problemlösungskompetenz, Selbstreflexion und Soft Skills
weiterentwickelt haben.“

Starker Beitrag zum Ressourcenschutz

Mit Projekten wie EcoFloatFarm unterstreicht die Hochschule Hof –
insbesondere das Institut für nachhaltige Wassersysteme (inwa) – ihr
Profil im Bereich umweltbezogener Ressourcenschutz. Das Projekt zeigt
exemplarisch, wie angewandte Forschung und Lehre konkrete, zukunftsfähige
Lösungen für nachhaltige Stadtentwicklung hervorbringen können.

Die Ergebnisse des Projekts sollen künftig als Grundlage dienen, um
Schwimminsel-Konzepte auch praktisch umzusetzen – und nachhaltige
Lebensmittelproduktion sowie Wasseraufbereitung buchstäblich zum Leben zu
erwecken.