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Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie

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Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft sind im Jahr 2024 auf
213,3 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 4,9 Prozent
im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts einer Inflationsrate von 3,1 Prozent
bedeutet dies einen leichten realen Zuwachs. Die Innovationsplanung für
die kommenden Jahre bleibt auf einem konstanten Niveau, wie der neue
Bericht zur Innovationserhebung 2025 des ZEW Mannheim im Auftrag des
Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) zeigt.

Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär
erklärt dazu: „Wir wollen als Bundesregierung unser Land mit der Hightech
Agenda Deutschland zum Top-Technologieland machen - für internationale
Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und technologische Souveränität. Dafür
braucht es Unternehmen, die in Innovationen investieren. Das wollen wir
als Regierung unterstützen. Der zunehmende Einsatz von KI stimmt mich
optimistisch. KI ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Wir fördern die
Schlüsseltechnologie KI gezielt und machen sie zu einem wichtigen Werkzeug
in zentralen Forschungs- und Anwendungsfeldern.“

„Die Resultate zeigen, dass Unternehmen in Deutschland auch unter
schwierigen konjunkturellen Bedingungen weiterhin gezielt in Innovation
investieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Auffällig ist vor
allem die deutliche Zunahme der Innovationsausgaben im
Dienstleistungsbereich, die den Strukturwandel hin zu neuen, innovativen
Serviceangeboten deutlich macht“, erklärt Dr. Christian Rammer,
stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik
und Unternehmensdynamik“. „Trotz großer Unsicherheiten bei der
Innovationsplanung setzen weiterhin viele Unternehmen auf Innovationen, um
ihre Marktposition zu verbessern. Aufgabe der Politik ist es, die
Rahmenbedingungen verlässlich und innovationsfreundlich zu gestalten. Dies
beginnt beim Thema Bürokratieabbau und reicht bis zum Fachkräfteangebot,
attraktiven Finanzierungsbedingungen und fairem Wettbewerb.“

Dienstleistungssektor steigert Innovationsausgaben deutlich

Wie in den Vorjahren setzt sich die Verschiebung der Innovationstätigkeit
hin zu den Dienstleistungen fort. Vor allem der Dienstleistungssektor
trägt mit einem Plus von 8,3 Prozent überdurchschnittlich zu dieser
Entwicklung bei, während der Zuwachs in der Industrie mit 3,5 Prozent
deutlich geringer ausfällt. Dabei ist das Niveau der Innovationsausgaben
in der Industrie mit 150,1 Milliarden Euro allerdings mehr als doppelt so
hoch wie in den Dienstleistungen mit 63,1 Milliarden Euro.

Der größte Teil der Innovationsausgaben entfällt auf Großunternehmen mit
250 und mehr Beschäftigten. Im Jahr 2024 haben sie 178,4 Milliarden Euro
für Innovationen ausgegeben, was einem Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber
dem Vorjahr entspricht. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) weisen im
Jahr 2024 Innovationsausgaben in Höhe von 34,9 Milliarden Euro auf. Im
Vergleich zum Vorjahr sind diese mit 7,1 Prozent stärker angestiegen als
die der Großunternehmen.

Nutzung von Künstlicher Intelligenz

Die Verbreitung des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) in
Unternehmen in Deutschland schreitet voran. Gut ein Viertel der
Unternehmen nutzen KI-Methoden aktiv in ihren Geschäftsprozessen oder
Produkten. Die vermehrte Nutzung von KI setzte im Jahr 2023 ein, als
bereits rund 14 Prozent KI verwendeten. Bis Ende des Jahres 2024 erhöhte
sich der Anteilswert auf fast 24 Prozent. Die Verbreitung von KI ist in
den Dienstleistungen mit 28 Prozent weiter vorangeschritten als in der
Industrie mit 19 Prozent. Mehr als jedes zweite Großunternehmen setzte
2025 KI-Methoden ein, in der Gruppe der KMU lag diese Quote bei knapp 25
Prozent.

Die Branche, in der KI am häufigsten eingesetzt wird, ist „Information und
Kommunikation“, zu der die Bereiche Software und IT-Dienstleistungen
zählen. 58 Prozent der Unternehmen dieser Branche setzen KI in Produkten
oder Geschäftsprozessen ein. Die KI-Nutzung ist außerdem in der
Beraterbranche (Rechts-, Wirtschafts-, Unternehmensberatung, Werbung) mit
53 Prozent und bei den Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen,
Finanzvermittlung) mit 37 Prozent hoch. Die Elektroindustrie liegt mit
einem Anteil von 35 Prozent beim KI-Einsatz in Produkten oder
Geschäftsprozessen bei den Industriebranchen vorne.

Über die Innovationserhebung

Das ZEW Mannheim untersucht im Auftrag des Bundesministeriums für
Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) jedes Jahr das
Innovationsgeschehen in der deutschen Wirtschaft – gemeinsam mit dem
Institut für angewandte Sozialwissenschaften (infas) und dem Fraunhofer-
Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Die Studie erfasst
Unternehmen mit fünf oder mehr Beschäftigten. Im Jahr 2024 waren dies rund
369.000 Unternehmen.