Eine Hommage und Begegnung der besonderen Art
Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Ellen Fricke gestaltet am 5. Februar
2026 den „Sprachklangabend – das Davor der Artikulationen im hör- (und
sichtbaren) Danach“ gemeinsam mit den Kunstsammlungen Chemnitz und
erinnert dabei an den Künstler Carlfriedrich Claus (1930–1998) und den
Komponisten Peter Ablinger 1959–2025)
Als Lautdichter und Mitbegründer der visuellen Poesie ist Carlfriedrich
Claus (1930–1998), der in Annaberg-Buchholz und Chemnitz lebte,
international vernetzt und anerkannt. Die Kunstsammlungen Chemnitz rücken
aktuell besonders das phonetische Werk des Avantgarde-Künstlers ins
Zentrum einer neuen Ausstellung. Die Schau „Am Rand des Jetzt am Rand des
Hier“ ist bis zum 1. März 2026 im Haus am Chemnitzer Theaterplatz zu
sehen. Mittelpunkt der Ausstellung ist die Soundinstallation
„Lautprozessraum“ von Carlfriedrich Claus im großen Oberlichtsaal, die
über Bewegungsmelder ausgelöst wird.
Sprachklangabend schafft besondere Zugänge
Am 5. Februar 2026 kommt es ab 18:30 Uhr im Rahmen des „Sprachklangabends
– Das Davor der Artikulationen im hör- (und sichtbaren) Danach“ in den
Kunstsammlungen am Theaterplatz zu einer besonderen Begegnung des
sächsischen Avantgarde-Künstlers mit dem österreichischen Komponisten
Peter Ablinger (1959–2025). „Persönlich sind sich beide nie begegnet, doch
lassen sich in ihren Arbeiten markante Korrespondenzen und zugleich
komplementäre Zugänge zum Hören, zur Sprache und zu ihren Grenzbereichen
erkennen”, sagt Prof. Dr. Ellen Fricke. Sie ist Inhaberin der Professur
Germanistische Sprachwissenschaft, Semiotik und Multimodale Kommunikation
an der Technischen Universität Chemnitz. In ihrem Einführungsvortrag
erläutert sie, wie sogenannte Sprachschichtungen entstehen und was diese
mit Claus, Ablinger und ihrer eigenen Forschung zu Sprache und
Sprachentwicklung zu tun haben.
Im Anschluss beginnt das eigentliche Konzert. Es wird gestaltet von der in
Berlin lebenden Künstlerin Natalia Pschenitschnikova und der italienisch-
schwedischen Stimmakrobatin Anna Clementi. Gemeinsam mit Fricke wird auch
das an der TU Chemnitz entstandene Werk Soundscapes of Europe: Babel 5 für
drei Sprecherinnen und KI-Chor uraufgeführt (www.babelmanufaktur.org). Das
Projekt wurde von der Fritz Thyssen Stiftung und der TU Chemnitz in
Kooperation mit dem Zentrum für Mensch und Technik (MeTech) im Rahmen von
TUCculture2025 gefördert.
Der Sprachklangabend ist eine vorgezogene Auftaktveranstaltung des
Konzertsymposiums „Schichtungen: Chemnitz, Berlin, Wien. In memoriam Peter
Ablinger (1959–2025)“, das für Ende Mai 2026 als gemeinsame Veranstaltung
der TU Chemnitz und der Kunstsammlungen Chemnitz geplant ist.
Programm des Sprachklangabends und Vorstellung der Akteurinnen:
https://www.kunstsammlungen-ch
