Feierliche Eröffnung der Skulptur „Flucht, Heimatverlust und Neuanfang“ am Museum Friedland
Am 20. Januar 2026 wurde am Museum Friedland eine
neue Skulptur eröffnet, die sich den Themen Flucht, Heimatverlust und
Neuanfang widmet. Entstanden ist das Kunstwerk in einem von Prof. Martin
Krenn geleiteten Kooperationsprojekt zwischen Studierenden der Hochschule
für Bildende Künste Braunschweig (HBK), geflüchteten Menschen und dem
Museum Friedland.
Mit Hilfe von Fördergeldern des Staatlichen
Baumanagement Südniedersachsen konnte die Skulptur in den Jahren 2023 bis
2025 im Rahmen von „Kunst am Bau“ zur Erweiterung des Museums Friedland
realisiert und vor dem neuen Museumsgebäude verortet werden.
Partizipatives Kunst-am-Bau-Projekt von Studierenden der HBK Braunschweig,
geflüchteten Menschen und dem Museum Friedland
„Künstlerische Kooperationen wie diese sind ein ideales Feld, um
Perspektiven auszutauschen, unbekannte Lebenswelten, andere
Kommunikationsformen und neuartige Gedanken kennen und tolerieren zu
lernen und eventuelle Gemeinsamkeiten auszuloten. Letztlich ist dies ein
Prozess, der jedem künstlerischen Erlebnis zugrunde liegt, und genau so
kann man das Ziel der Kunstvermittlung auch verstehen: als in Verbindung
bringende Positionierung,“ betont die HBK-Präsidentin Prof. Dr. Ana Dimke.
Die Skulptur entstand in zwei Workshops mit Geflüchteten im
Grenzdurchgangslager Friedland und vereint deren persönliche Erfahrungen,
Erinnerungen und Zukunftswünsche. Unterstützt vom Museum Friedland und
begleitet von Kunststudierenden wurden individuelle Motive im Linol- und
Styrodurdruck entwickelt, die später zu einer Skulptur collagiert und in
der Metallwerkstatt der HBK Braunschweig gefertigt wurden.
In drei farbigen Ebenen erzählt die Skulptur von Vergangenheit (rot:
Verlust, Flucht, Trauma), Gegenwart (blau: Zeit und Unsicherheit in
Friedland, Fluchtwege, Hoffnung) und Zukunft (grün: Wünsche nach Arbeit,
Familie, Wohnen und einem besseren Leben). Als künstlerisches Zeugnis
macht das Werk die oft unsichtbaren Lebensrealitäten von Geflüchteten
sichtbar und versteht sich zugleich als Kunstvermittlung in künstlerischer
Praxis: als Sensibilisierung und Einladung zum ästhetischen Dialog über
Flucht, Neubeginn und gesellschaftliche Verantwortung.
„Das Werk entspricht nicht dem traditionellen Verständnis eines von einer
einzelnen Künstlerpersönlichkeit geschaffenen Kunstwerks. Stattdessen
stellt es das Resultat eines partizipativen Prozesses dar, der gezielt die
Bewohner*innen des Grenzdurchgangslagers Friedland einbezog. Der
Zusatzlehrgang »Zusatzqualifikation Kunstvermittlung« an der Hochschule
für Bildende Künste Braunschweig initiierte den Prozess, konzipierte
Workshops und schuf die Skulptur für den Standort vor dem neuen Gebäude
des Museums Friedland,“ so beschreibt Prof. Martin Krenn den Ansatz des
Projekts.
Mit der Skulptur erhält das Museum Friedland ein dauerhaftes Kunstwerk,
das nicht nur Erinnerungsort ist, sondern auch ein sichtbares Zeichen für
Dialog, Teilhabe und gemeinsames Gestalten setzt – und damit die
gesellschaftliche Relevanz von Kunstvermittlung im Kontext von Migration
und Erinnerungskultur unterstreicht.
Design der Skulptur und Collagen: Paul-Can Atlama
Projektorganisation: Daphne Schüttkemper
Teilnehmende Künstler:innen: Muyad Alhumairi, Malik Ali, Batool, Tatjana
Frick, Tatjana Gauk, Enas Saiid, Ewgenia Tavadze, Zenb und viele mehr.
Metallkonstruktion: Peter Keyser, Metallwerkstatt der HBK Braunschweig
Produktion der Platten und Beratung: Fundermax Deutschland GmbH, Marko
Kokic
Konzeption und Durchführung der Workshops mit den Bewohner:innen des
Grenzdurchgangslagers Friedland (GDL) im Januar und Februar 2023: Paul-Can
Atlama, Xiaoming Huang, Hye-Hyun Kim, Rubia Rose, Aaron Schreiner, Daphne
Schüttkemper, Iris Wegner
Danke an die Caritasstelle im Grenzdurchgangslager Friedland und an die
Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, Standort Grenzdurchgangslager
Friedland, für die Unterstützung.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Martin Krenn, Kunstvermittlung, Hochschule für Bildende Künste
Braunschweig
