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Wie gelingt Motivation für gerechten Klimaschutz?

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Klimaschutz zählt nach wie vor zu den wichtigsten gesellschaftlichen
Herausforderungen. Ob politische Maßnahmen jedoch umgesetzt werden und
wirken, hängt von ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Welche Faktoren
beeinflussen, ob Menschen Klimaschutzmaßnahmen unterstützen oder ablehnen,
erläutert Jonathan Schreiber vom Öko-Institut in der neuen Folge des
Podcasts „Wenden bitte!“.



Zum Podcast „Wie wird Klimaschutz gerecht?“ des Öko-Instituts
[https://www.oeko.de/podcast/wie-wird-klimaschutz-gerecht/]

Akzeptanz entscheidend für Umsetzung und Wirkung

„Damit Klimaschutz politisch umgesetzt und langfristig getragen wird,
braucht es gesellschaftliche Zustimmung“, so der wissenschaftliche
Mitarbeiter. „Wenn etwas gesellschaftlich unterstützt wird, ist es auch
für jede einzelne Person einfacher, sich klimafreundlich zu verhalten.“
Wie Klimaschutzmaßnahmen wahrgenommen werden, unterscheidet sich je nach
persönlichem Umfeld wie Einkommen, Wohnort oder Familiensituation.

Ebenso wichtig ist, wie klimapolitische Maßnahmen ausgestaltet sind.
Sogenannte „Pull-Maßnahmen“ wie Informationen oder finanzielle Förderung
werden häufig besser akzeptiert als „Push-Maßnahmen“ wie etwa Bepreisung
oder Verbote. Gleichzeitig sind Push-Maßnahmen aus klimapolitischer Sicht
besonders wirksam.

„Ob Maßnahmen wirksam sind und als gerecht wahrgenommen werden,
beeinflusst stark, ob Menschen bereit sind, selbst klimafreundlich zu
handeln“, sagt Jonathan Schreiber im Podcast. „Klimaschutz sollte nicht
nur eine Pflichtaufgabe sein, sondern auch Spaß machen.“ Politische
Vorgaben stecken den Rahmen: Sind sie sozial gerecht und berücksichtigen
sie unterschiedliche Lebensbedingungen wie die Höhe des Einkommens, werden
sie häufiger akzeptiert.

Unabhängigkeit als Motivation für Klimaschutzmaßnahmen

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Motivation: Menschen handeln eher
klimafreundlich, wenn sie den Sinn ihres Handelns erkennen und sich als
wirksam erleben. Um Einblicke in Einstellungen, Sorgen und die Motivation
zum Klimaschutz zu erhalten, hat das Öko-Institut ein Spendenprojekt
durchgeführt, in dessen Rahmen Fokusgruppen interviewt wurden.

In zwei dieser Fokusgruppen wurde untersucht, welche Hemmnisse Menschen im
ländlichen Raum für den Umstieg auf Elektroautos sehen. In beiden
Fokusgruppen wurden neben hohen Kaufpreisen auch bürokratische
Förderinstrumente als zentrale Sorgen genannt. In den Diskussionen zur
Elektromobilität wurde zudem ein erheblicher Informationsbedarf deutlich.
Das betrifft unter anderem Fragen zu Brandrisiken, Reichweite und der
Umweltbilanz im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Bei der energetischen Gebäudesanierung zeigte sich: Neben der Haltung zum
Klimaschutz ist das Bedürfnis nach Autonomie und Selbstwirksamkeit ein
zentraler Antrieb. In Fokusgruppen mit Eigenheimbesitzer*innen, die ihr
Haus selbst nutzen, wurde deutlich, dass Menschen auch dann in
energetische Maßnahmen investieren, wenn sie gesetzlichen
Klimaschutzmaßnahmen eher kritisch gegenüberstehen.

Ausschlaggebend ist häufig der Wunsch, unabhängiger von Energiemärkten und
politischen Rahmenbedingungen zu sein, etwa durch ein eigenes
Energieversorgungssystem. Dieser Wunsch nach Unabhängigkeit wurde auch in
den Fokusgruppen zur Elektromobilität deutlich: Besonders offen dafür
zeigen sich Haushalte, die bereits über eigene Photovoltaik-Anlagen
verfügen.

„Die Begeisterung für neue Technik und fürs Energiesparen ist oft groß“,
erklärt Schreiber. Dennoch bleiben politische Rahmenbedingungen
entscheidend: Sozial gerecht gestaffelte Förderprogramme, verständliche
Informationen und niedrigschwellige Beratungsangebote erhöhen die
Bereitschaft, selbst aktiv zu werden.

Wissen statt Alltagsberatung

Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit
politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien,
NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderieren Mandy Schoßig, Leiterin
Öffentlichkeit & Kommunikation am Öko-Institut, und Nadine Kreutzer,
Journalistin und Moderatorin. Rund eine Stunde lang sprechen sie mit einem
Experten beziehungsweise einer Expertin aus dem Öko-Institut über
anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die
„Langstrecke der Umweltpodcasts“. Die Spezial-Folgen greifen tagesaktuelle
politische und gesellschaftliche Themen auf.

Podcast „Wenden bitte!“, Episoden der 6. Staffel

Episode 1 „Wie wird Klimaschutz gerecht?“ mit Jonathan Schreiber,
erschienen am 29.1.2026 [https://www.oeko.de/podcast/wie-wird-klimaschutz-
gerecht/
]

Alle Staffeln und Episoden des Podcasts auf [www.oeko.de/podcast]
Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei
Apple Podcasts [https://podcasts.apple.com/de/podcast/wenden-bitte-der-
podcast-zu-wissenschaft-und-nachhaltigen/id1559020985
] sowie bei Spotify
[https://open.spotify.com/show/1JrGB3BesOrmr8VUZvGBqA?si=NZDW93ozTfe2yUJVi9uxvw&nd=1].