Neuer Ökologie-Master mit Doppelabschluss
Die Universitäten Würzburg und Bergen haben einen neuen Studiengang
gestartet. Studierenden des neuen Master of Global Change Ecology winken
zwei Abschlüsse und mehrere Auslandssemester. Doppelt hält bekanntlich besser. Das gilt auch für ein Masterprogramm, das
zwei Abschlüsse aus zwei europäischen Städten anbietet.
Denn die Julius-
Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hat mit der Universität Bergen
(Norwegen) den Studiengang MERGE (Master of Global Change Ecology) zum
Wintersemester 2025/2026 eingeführt. Im Zentrum des Studiengangs stehen
die Auswirkungen des globalen Wandels auf die Biodiversität und
Ökosystemfunktionen: Klimawandel, Habitatverlust, invasive Arten und
Umweltverschmutzung sowie Konzepten für nachhaltige Landnutzung und den
Naturschutz finden hierbei besonders Berücksichtigung.
Studierende können in vier Semestern sowohl den Master-Abschluss
Biowissenschaften der JMU als auch den Master of Biology der Uni Bergen
erwerben. Um in das Rennen für einen der zehn Studienplätze pro Semester
einzusteigen, brauchen Bewerberinnen und Bewerber eine Bachelorarbeit in
einem biowissenschaftlichen Fach mit der Note 1,7 oder besser. Der Umfang
des Masterprogramms beträgt insgesamt 120 Leistungspunkte. Masterarbeiten
betreuen je ein Dozent oder eine Dozentin aus beiden Universitäten. Für
das Wintersemester 2026/2027 können sich Interessierte bis 15. Juli 2026
bewerben.
Das Besondere: JMU-Studierende können ein bis drei Semester in Bergen
verbringen. Umgekehrt ermöglicht das Programm den norwegischen
Studentinnen und Studenten einen Aufenthalt im gleichen Umfang in
Würzburg.
„Die Studieninhalte der beiden Universitäten ergänzen sich hervorragend,
Bergen mit seinem Fokus auf Pflanzenökologie und Würzburg mit der
Expertise in der Tropenökologie“, so Jochen Krauß, Professor am JMU-
Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie und wissenschaftlicher
Koordinator von MERGE. Beide Länder bieten zudem unterschiedliche
natürliche Lebensräume zur Erkundung an; optimal geeignet für Studierende,
die vor allem in die Freilandökologie eintauchen wollen.
Mit dem Masterprogramm nach Bergen und auf eine norwegische Insel
Unter diese Kategorie fällt Julius Schneider, der sich vor allem für
Ornithologie, also Vogelkunde, interessiert. Der JMU-Student absolvierte
im Rahmen von MERGE seinen Aufenthalt in Bergen bereits von Juli bis Mitte
Dezember 2025. Da das Wintersemester dort schon früher startet, machte er
seinen Auslandsaufenthalt bereits vor dem offiziellen Beginn in Würzburg.
Sein Highlight war eine Exkursion in der Paleo-Ökologie, die sich mit
fossilen Lebensräumen und Lebensgemeinschaften beschäftigt.
„Drei Nächte haben wir in einer Forschungsstation auf Lygra, einer
norwegischen Insel, verbracht. Dort entnahmen wir Bodenproben und
untersuchten diese“, so der Masterstudent. Aus solchen Proben ließe sich
gut die momentane sowie die frühere Bodenbeschaffenheit erkennen. „Je
tiefer man gräbt, desto weiter reicht der Blick in die Vergangenheit“,
sagt Julius.
Von Norwegen nach Würzburg und Kenia
Aus Bergen befinden sich aktuell zwei Studentinnen in Würzburg. Eine davon
ist Anja Ryabinina. Sie verbringt insgesamt drei Semester an der JMU.
„Mein Hauptinteresse liegt in der Tropenökologie und der
Naturschutzbiologie. Die Uni Würzburg bietet dafür das optimale
Studienumfeld“, erklärt die Norwegerin.
Im September geht Anja für zwei Wochen auf Exkursion nach Kenia. Dort will
sie unterschiedliche Lebensräume untersuchen und beobachten: „Von Savannen
über Regenwälder bis hin zu Küstengebieten ist alles dabei“, so die
Studentin. MERGE-Studierende tauschen sich auch regelmäßig aus. Julius
habe beispielsweise Anja geholfen, in Würzburg anzukommen und mit der Uni-
IT zurechtzukommen.
Koordination des Programms
Die Gesamtkoordination von MERGE an der JMU hat Ingolf Steffan-Dewenter,
Leiter des Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie. An der
Universität Bergen zeichnet Peter Manning, Professor für Global Change
Ecology, verantwortlich.
