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Schnellere Erholung nach Nieren-OP mit Fast-Track

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Das Fast-Track-Verfahren wurde am Uniklinikum Würzburg nun erstmals auch
bei einer Nierenkrebs-Operation erfolgreich angewendet. Die Patientin
profitierte von einer nahezu schmerzfreien Behandlung, einer schnellen
Erholung und einem kurzen Krankenhausaufenthalt.

Würzburg. Die Fast-Track-Chirurgie ist ein modernes Behandlungskonzept,
das darauf abzielt, den Körper nach einer Operation schneller wieder ins
Gleichgewicht zu bringen, postoperative Komplikationen zu minimieren und
die Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten möglichst zügig
wiederherzustellen. Das dazugehörige Maßnahmenbündel umfasst zum Beispiel
eine optimierte Ernährung, ein differenziertes, multimodales
Schmerzkonzept und eine individuelle Betreuung.

Bewährtes Konzept nun auch bei Nierenoperationen

Am Uniklinikum Würzburg (UKW) wurde das Konzept bislang in der
Allgemeinchirurgie und der gynäkologischen Chirurgie umgesetzt. Die Klinik
und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW wendet Fast-Track
bereits seit einem Jahr erfolgreich bei radikalen Harnblasenentfernungen
an. Im Januar dieses Jahres wurde das Verfahren nun auch auf
Nierenoperationen ausgeweitet. Pilotpatientin war hier Petra Engelhardt.
Die 72-Jährige war von einem Tumor an der rechten Niere betroffen. Dieser
wurde von Privatdozent Dr. Charis Kalogirou, leitender Oberarzt an der
Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW, und seinem
Team am 20. Januar operativ entfernt. Das Organ konnte dabei erhalten
werden.

Entlassung schon drei Tage nach der OP

„Bei einem herkömmlichen Vorgehen wäre Frau Engelhardt mindestens sechs
Tage stationär bei uns geblieben. Durch die Fast-Track-Chirurgie konnte
sie schon nach drei Tagen und in einem sehr guten Gesundheitszustand nach
Hause entlassen werden“, berichtet Kalogirou. Zu diesem überaus positiven
Ergebnis trug neben dem minimalinvasiven Eingriff mit dem DaVinci-
Operationsroboter vor allem ein innovatives Regionalanästhesieverfahren
bei: Beim sogenannten Quadratus-Lumborum-Block werden Nerven
ultraschallgesteuert gezielt blockiert. Zentraler Partner hierbei ist die
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin
und Schmerztherapie. Deren Oberarzt, Privatdozent Dr. Maximilian Kippnich,
erläutert: „Diese moderne Betäubungstechnik ermöglicht eine deutlich
frühere Mobilisation der Patientinnen und Patienten, einen erheblich
geringeren Bedarf an Schmerzmitteln – insbesondere an Opiaten – und trägt
maßgeblich zur guten Ergebnisqualität bei." Außerdem konnte auf eine
Drainage des Operationsgebiets verzichtet werden.

Optimierte Ernährung und schnelle Mobilisation

Das beschleunigende Verfahren startete allerdings schon deutlich vor der
Operation. „Wir haben der Patientin in einem Gespräch erläutert, wie
wichtig ihre Mithilfe hierbei ist", berichtet die Pflegekraft Verena
Bolldorf aus dem Fast-Track-Team der Urologischen Klinik und fährt fort:
„Beispielsweise hatte sie in der Zeit vor dem Eingriff auf eine
kohlenhydrat- und eiweißreiche Ernährung plus ausreichend Bewegung mit
Spaziergängen sowie Atem- und Beingymnastik zu achten."
Nach der Operation wurde eine schnelle Mobilisation angestrebt: Schon am
Tag des Eingriffs konnte Petra Engelhardt zwei Stunden lang das Bett
verlassen, was in den folgenden drei Tagen schrittweise auf acht Stunden
gesteigert wurde. Der Dauerkatheter wurde bereits am Morgen nach der
Operation gezogen. Noch am Operationstag selbst gab es für die Patientin
feste, proteinreiche Kost, die die Wundheilung unterstützt und dem
Muskelabbau entgegenwirkt.
Verena Bolldorf und ihre Kollegin Cornelia Röth-Mais vom Fast-Track-Team
begleiteten und unterstützten Petra Engelhardt während ihres gesamten
stationären Aufenthalts. „Und auch nach der Entlassung rufen wir die
Patientinnen und Patienten innerhalb von 30 Tagen noch zweimal an, um uns
nach dem Befinden zu erkundigen und bei Bedarf noch Empfehlungen zu
geben", schildert die Fast-Track-Nurse Cornelia Röth-Mais.

Text: Pressestelle / UKW