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Unith e.V. : Pauschale Honorarkürzungen bedrohen die Versorgung psychisch erkrankter Menschen

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Der Berufsverband unith e.V. kritisiert die Pläne des GKV-Spitzenverbands,
psychotherapeutische Honorare pauschal um zehn Prozent zu kürzen.
Angesichts steigender Nachfrage und bereits langer Wartezeiten gefährden
solche Einschnitte die ambulante Versorgung und verschärfen regionale
Ungleichheiten. „Wer die Honorare kürzt, kürzt keine Kosten, sondern
Therapieplätze – die Leidtragenden sind die Patient*innen“, so unith e.V.
Der Verband unterstützt die Petition „Keine Kürzung der
psychotherapeutischen Honorare“ und fordert bedarfsgerechte, transparente
Lösungen statt pauschaler Sparmaßnahmen.



Frankfurt am Main, 06.02.2026 – Der Berufsverband unith e.V. kritisiert
die Pläne des GKV-Spitzenverbands, die Honorare für psychotherapeutische
Leistungen pauschal um zehn Prozent abzusenken, mit Nachdruck. Ein
entsprechender Beschluss im Bewertungsausschuss steht nach aktuellen
Berichten im Raum und soll noch im laufenden Jahr greifen. Aus Sicht von
unith e.V. droht eine solche Maßnahme, die ambulante psychotherapeutische
Versorgung nachhaltig zu schwächen.

Psychotherapeutische Praxen stehen bereits heute unter erheblichem Druck:
steigende Nachfrage, lange Wartezeiten, hohe administrative Anforderungen
und wachsende Betriebskosten prägen den Arbeitsalltag. Eine pauschale
Honorarkürzung würde diese Belastung weiter verschärfen und die
wirtschaftliche Grundlage vieler Praxen gefährden.
„Wer die Honorare kürzt, kürzt keine Kosten, sondern Therapieplätze. Die
Leidtragenden sind nicht die Therapeut*innen, sondern die Menschen, die
monatelang auf Hilfe warten oder gar keine mehr bekommen“, erklärt Prof.
Dr. Rudolf Stark, Vorstandsvorsitzender von unith e.V.. Mit pauschalen,
inhaltlich nicht begründbaren Einschnitten lasse sich weder
Versorgungsqualität sichern noch der steigende Bedarf auffangen.

unith e.V. betont zugleich, dass es sich bei dem Vorstoß nicht um eine
rein technische Anpassung handelt, sondern um eine politische
Weichenstellung mit weitreichenden Folgen. Psychische Erkrankungen nehmen
seit Jahren zu, gleichzeitig wird der Zugang zu Therapieangeboten immer
schwieriger. Eine undifferenzierte Abwertung psychotherapeutischer
Leistungen sende in diesem Kontext ein fatales Signal – sowohl an die
Berufsgruppe als auch an die Betroffenen.
Besonders problematisch sei, dass die geplanten Kürzungen ohne erkennbare
Bedarfsanalyse oder differenzierte Steuerung erfolgen sollen. Statt
gezielter Lösungen drohe eine pauschale Kürzungsstrategie, die
funktionierende Versorgungsstrukturen schwächt und regionale
Ungleichheiten weiter verschärft.

Gegen die geplanten Honorarkürzungen hat sich inzwischen breiter
Widerstand formiert. Unter dem Titel „Keine Kürzung der
psychotherapeutischen Honorare“ fordert eine Petition auf Change.org den
Erhalt einer auskömmlichen Vergütung und warnt vor einer weiteren
Verschlechterung der Versorgung psychisch erkrankter Menschen.

Zur Petition:
https://www.change.org/p/keine-k%C3%BCrzung-der-psychotherapeutischen-
honorare

unith e.V. schließt sich dieser Forderung ausdrücklich an und ruft dazu
auf, von pauschalen Sparmaßnahmen Abstand zu nehmen. Erforderlich seien
stattdessen transparente, differenzierte und zukunftsorientierte Lösungen,
die sowohl die Arbeitsbedingungen der Psychotherapeutinnen als auch die
Versorgungssicherheit für Patientinnen in den Blick nehmen. Die Kürzungen
würden darüber hinaus die Finanzierung von ambulanten
Weiterbildungsstellen für zukünftige Fachpsychotherapeut*innen schwächen.