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Mehrsprachigkeit, Notfallknopf, größere Schrift: Was sich Senior*innen von der Betrugsradar-App wünschen

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Im Rahmen eines Workshops haben Senior*innen eine von Studierenden der
Universität Hildesheim entwickelte App Betrugsradar+ weiterentwickelt.
Ziel der App ist es, Senior*innen zu helfen, telefonische Betrugsmaschen
frühzeitig zu erkennen. Nun gibt es erste Ergebnisse und Impulse für die
Weiterarbeit.



Es ist ein emotionales Thema: „Betrugsmaschen verursachen Leid und
finanziellen Schaden bei den Betroffenen“, sagt Prof. Dr. Anne Meißner,
Leiterin der Abteilung IT für die sorgende Gesellschaft an der Universität
Hildesheim, die die Studierenden im Rahmen eines Seminars bei der App-
Entwicklung begleitet.

Die App unterstützt gezielt: Sie warnt vor verdächtigen Kontakten und
stellt Wissens-Nuggets bereit. So können sich Nutzer*innen schulen und
informiert Entscheidungen treffen. „Es war von Anfang an ein riesiges
Thema, Menschen für Betrugsmaschen zu sensibilisieren“, erklärt Johanna
Götz, Wirtschaftsinformatikstudentin und Mit-Entwicklerin der App: „Der
Workshop hat dies nochmal bestätigt.“

Was sich die Workshop-Besucher*innen wünschen? Einen Notfallknopf, mit dem
im Falle eines Betrugsverdachtes ein Notfallkontakt informiert werden
kann, sowie mehrsprachige Inhalte, um Sprachbarrieren zu senken.

„Der Seniorenbeirat findet die Idee der Studierenden toll, eine App zu
programmieren, die vor Telefonbetrug und Schockanrufen warnt. Gerade die
Warnung bei eingehendem Anruf ist besonders wichtig, da die Betrüger die
Menschen so emotional unter Druck setzen, dass sie dann häufig nicht mehr
zu rationalen Entscheidungen fähig sind. Wir wünschen uns, dass die App
leicht und intuitiv zu bedienen ist, und dass Schriftgröße und Farbe so
sein werden, dass auch ältere Menschen, und im Sehvermögen beeinträchtigte
Personen, die Texte leicht lesen können“, sagt Thomas Meyer-Hermann,
Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Hildesheim.

Obwohl die Zielgruppe oft schwer erreichbar sei, besuchten 14 Senior*innen
den Workshop, berichten Meißner und Götz. Neben Mitgliedern des
Seniorenbeirats der Stadt Hildesheim sowie der AG 55+ Sicherheit des
Präventionsrates Hildesheim nahmen weitere Interessierte sowie ein
Polizei-Hauptkommissar mit Fokus Prävention und eine langjährige
Ermittlerin für entsprechende Betrugsstraftaten an der Veranstaltung teil.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Vechta werden die Studierenden nun die
Ergebnisse und Designwünsche implementieren. Langfristig ist es Ziel, die
App – inklusive des Feedbacks der Senior*innen zur Nutzung zur Verfügung
zu stellen.

Weitere Informationen

Städte, Gemeinden, Landkreise und andere interessierte Institutionen, die
Interesse daran haben, mit den Studierenden und der Stadt Vechta
zusammenzuarbeiten, sind eingeladen, sich über die Emailadresse goetzj
@uni-hildesheim.de mit Johanna Götz in Verbindung zu setzen.