Handlungsfähig trotz Dauerkrisen: Resilienz entscheidend für Versorgung und Forschung - Opinion Leader Meeting der DGIM
Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, geopolitische Krisen und
Klimawandel setzen das Gesundheitssystem unter Druck. Beim 17. Opinion
Leader Meeting (OLM) der DGIM am 6./7. Februar 2026 in Mainz diskutierten
Expertinnen und Experten aus Medizin, Wissenschaft, Gesundheitswirtschaft
und Selbstverwaltung, wie Resilienz künftig systematisch gestärkt werden
kann.
Deutlich wurde: Angesichts globaler Krisen ist Resilienz
entscheidend, damit Forschung und Versorgung in Deutschland
handlungsfähig, stabil und innovativ bleiben. Die Ergebnisse des OLM
werden in Kürze in einem Whitepaper veröffentlicht, das politischen
Entscheidungsträgern sowie weiteren Verantwortlichen zur Verfügung
gestellt wird.
Das OLM knüpfte inhaltlich an das Kongressmotto der DGIM-Jahrestagung 2025
„Resilienz – sich und andere stärken“ an und führte die Debatte auf der
Systemebene fort. „Resilienz entscheidet darüber, ob unser
Gesundheitssystem auch unter dauerhaftem Druck handlungsfähig bleibt“,
betonte Professor Dr. med. Jan Galle, der 1. stellvertretende Vorsitzende
der DGIM und letztjährige Kongresspräsident. „Resilienz entsteht nicht
erst in der Krise, sondern durch vorausschauende Strukturen, klare
Verantwortlichkeiten und die Fähigkeit, aus Belastungen zu lernen“, sagte
auch Dr. med. Markus Mundhenke, der das OLM als Sprecher der Korporativen
Mitglieder der DGIM mitorganisiert hat.
Multiple Krisen erfordern Umdenken
Mit Impulsen renommierter Expertinnen und Experten aus Versorgung,
Forschung, Gesundheitswirtschaft und Politik beleuchtete die Veranstaltung
verschiedene Faktoren, die das Gesundheitswesen widerstandsfähig machen.
„Resilienz meint nicht mehr ausschließlich die persönliche
Widerstandsfähigkeit jedes Einzelnen, sondern auch Fragen nach der
Krisenfestigkeit ganzer Systeme – von Krankenhäusern und Praxen über die
Forschung bis hin zur pharmazeutischen Industrie“, so Galle. Dabei gebe es
Herausforderungen mehrerer Dimensionen zu beachten, die teilweise
aufeinander einwirken.
Auf globaler Ebene ging es um die Lehren aus Pandemien, die
gesundheitlichen Folgen des Klimawandels und die Bedrohung der
medizinischen Versorgung in Krisenregionen. Auf nationaler Ebene standen
die Widerstandsfähigkeit von Krankenhäusern und Praxen, der demografische
Wandel und der Fachkräftemangel sowie die Bedeutung von Führung,
Kommunikation und interprofessioneller Zusammenarbeit im Fokus. Ein
weiterer Schwerpunkt lag auf Innovation, Forschung und
Versorgungssicherheit. Dazu zählen unter anderem stabile Lieferketten und
wirtschaftliche Rahmenbedingungen, personalisierte Medizin und der Einsatz
digitaler und datengetriebener Technologien.
„Resilienz in diesen Bereichen zu schaffen, bedeutet auch, den Standort
Deutschland und Europa so aufzustellen, dass Forschung, Innovation und
Versorgung langfristig gesichert sind“, sagte Galle. Dazu brauche es
verlässliche Rahmenbedingungen und einen kontinuierlichen Dialog zwischen
Medizin, Wissenschaft, Industrie und Politik.
Weg von der Problembeschreibung, hin zur Umsetzung
Diesen Dialog will die DGIM mit dem Opinion Leader Meeting anregen. „Wir
bringen die zahlreichen unterschiedlichen Akteure zusammen, die jeweils
ihren Verantwortungsbereich im deutschen Gesundheitswesen reformieren
müssen, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Deutschland
langfristig sicher zu stellen“, sagte auch Professor Dr. med. Georg Ertl,
Generalsekretär der DGIM.
Die Ergebnisse des 17. Opinion Leader Meetings werden derzeit in einem
Whitepaper zusammengeführt. Dieses wird in Kürze veröffentlicht und soll
politischen Entscheidungsträgern sowie weiteren Verantwortlichen im
Gesundheitswesen zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es, die
diskutierten Handlungsempfehlungen in die gesundheitspolitische Debatte
einzubringen und Impulse für eine resilientere Ausgestaltung des
Gesundheitssystems zu setzen.
Sie finden diese Meldung auch online unter:
https://www.dgim.de/presse/pre
