Made in Germany: DBU fördert 100. grünes Startup
Jubiläum im Green Startup-Programm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
(DBU): Zum 100. Mal wird ein junges auf Umwelt- und Ressourcenschutz
orientiertes Unternehmen Teil der Förderung. Di.monta aus Aachen
entwickelt Fähigkeiten zur effizienten Demontage von Elektrogeräten wie
Waschmaschinen oder Elektroautobatterien per Roboter und künstlicher
Intelligenz (KI).
di.monta: effizientes Recycling per KI
Osnabrück/Aachen. Zukunftsweisendes Jubiläum in dem seit 2019 laufenden
Green Startup-Programm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU): Zum 100.
Mal ist nun ein junges auf Umwelt- und Ressourcenschutz orientiertes
Unternehmen in die Förderung aufgenommen worden. di.monta aus Aachen
entwickelt Fähigkeiten zur effizienten Demontage von beispielsweise
Elektrogeräten wie Waschmaschinen oder Elektroautobatterien per Roboter
und künstlicher Intelligenz (KI). DBU-Generalsekretär Alexander Bonde:
„Das ist ein vorzügliches Beispiel, was junge Gründerinnen und Gründer auf
die Beine stellen können. Mit grünen Technologien lässt sich Geld
verdienen."
Bonde: DBU bleibt auch künftig Sprungbrett für innovative Pioniere
Seit Beginn des Green Startup-Programms 2019 hat die DBU die jungen Firmen
mit insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro unterstützt. Bonde: „Die DBU
bleibt auch künftig ein Sprungbrett für solche innovativen Pioniere.“ Ziel
des Aachener Startups ist die Wiederverwendung möglichst vieler Bauteile,
ein zügiges Recycling und in der Folge eine wirksame Kreislaufwirtschaft.
Bei der zweijährigen Startup-Förderung der DBU handelt es sich um bis zu
125.000 Euro nicht zurück zu zahlende finanzielle Unterstützung. Hinzu
kommen eine inhaltliche Beratung und ein umfassendes DBU-Fachnetzwerk. Bei
di.monta handelt es sich um ein Ausgründungsvorhaben aus der Rheinisch-
Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Markus Schmitz vom
fünfköpfigen Gründungsteam: „Wir wollen Herstellern von Produkten eine
wirtschaftliche, effiziente und automatisierte Möglichkeit zum erneuten
Nutzen und Recycling von Altgeräten bieten.“
Selbstlernende Software ermöglicht eigenständige Roboter-Demontage
Schmitz erklärt das Prinzip anhand einer Waschmaschine: „Unsere Software
analysiert die Demontage der Maschinen durch Fachleute – und lernt Schritt
für Schritt dazu.“ Das Ziel: Mithilfe der selbstlernenden Software
bewältigt ein Roboter die Demontage eigenständig, schnell und sicher.
Möglichst viele Bauteile – etwa die Gewichte einer Waschmaschine für einen
festen Stand beim Schleudern – können Schmitz zufolge dann in einer neuen
Maschine verbaut werden, andere Teile werden effizient recycelt. Schmitz
weiter: „Mikrochips und Kabel enthalten wertvolle Edelmetalle. Eine
passgenaue Demontage führt zu einem einfachen, präzisen und energiearmen
Recycling. Rohstoffe gelangen schneller zurück in den
Wirtschaftskreislauf.“ Das sei gelebte Kreislaufwirtschaft, für Firmen
wirtschaftlicher als die Verwendung immer neuer Rohstoffe und stärke den
Umweltschutz. Risikoreiche Demontagen etwa von E-Autobatterien will das
Startup durch Automatisierung reduzieren. Schmitz sieht in derartigen
Anwendungen eine große Chance für mehr Energie-Unabhängigkeit: „Bauteile
und technische Komponenten, die bei der Umsetzung der Energiewende
unverzichtbar sind, können auf diese Weise in nationaler oder europäischer
Kreislaufwirtschaft für neue Nutzungen bewahrt werden.“
Green Startup-Förderung der DBU widmet sich unterschiedlichsten Branchen
Die DBU-Green Startup-Förderung unterstützt junge Firmen aus
unterschiedlichsten Branchen, darunter Textilien. Dazu gehörte auch die
Firma Circular Fashion aus Berlin, die von 2020 bis 2023 als Startup
gefördert wurde. Laut Gründerin Ina Budde soll der vom Unternehmen
gemeinsam mit führenden Marken, Recyclern, Experten und politischen
Initiativen entwickelte Circular Design Standard (CDS) die
Kreislaufwirtschaft in der Kleidungsindustrie voranbringen. Budde: „Der
CDS ist ein branchenorientierter Standard und eine Zertifizierung. Damit
werden Produkte von Dritten auf Zirkularität über vier Säulen geprüft:
zirkuläre Inputs, Design für Recycling, Design für Langlebigkeit und
Ermöglichung von Zirkulation.“ Der digitale Prozess gewährleiste
effiziente, datengestützte und glaubwürdige Kennzeichnung. Gleichzeitig
hilft der CDS Budde zufolge Firmen dabei, behördliche Anforderung
einzuhalten und zu übertreffen. Inzwischen habe Circular Fashion mehr als
400 Unternehmen unterstützt und über 3.000 Fachleute darin geschult,
zirkuläre Prinzipien auf Produkte und Systeme anzuwenden.
DBU-gefördertes Startup Phaeosynt: Antikörper auf Algenbasis für vegane
Schwangerschaftstests
Ebenfalls Teil der Startup-Förderung ist Phaeosynt aus Hannover.
Mitgründerin Stephanie Pfeil-Coenen: „Wir entwickeln Antikörper auf
Algenbasis als Ersatz für oftmals tierische Antikörper, die bei Produkten
wie Schwangerschaftstests, Covid-19-Tests und vielen vergleichbaren
Vorgängen im medizinischen Bereich verwendet werden.“ Eine Idee, die von
Erfolg gekrönt war. Pfeil-Coenen: „Wir haben den ersten veganen
Schwangerschaftstest auf den Markt gebracht und parallel an unserer
Antikörper-Technologie geforscht, um vielversprechende Produkte für die
Diagnostik zu entwickeln. Um an diesen Punkt zu kommen, hat uns die DBU-
Förderung sehr geholfen.“ Kundenspezifische Antikörper aus Algen statt aus
tierischen Zellen würden derzeit entwickelt und ein neuer Markt
adressiert.
DBU-Förderung steigert Legitimität der Startups
Alexander Müller, langjähriges Mitglied der DBU-Startup-Jury und Gründer
des ehemaligen Startups Sumteq, schätzt an der DBU-Startup-Förderung neben
der finanziellen Unterstützung besonders einen Aspekt: „Die Startups
durchlaufen bei der DBU ein intensives Auswahlverfahren. Wenn die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt ein Unternehmen fördert, ist das für viele
Investoren ein wichtiges Zeichen für die Legitimität der Startups. Daraus
resultieren oft größere Investitionen in die jungen Firmen.“ Als Jury-
Mitglied reizte Müller nicht nur die aktive Unterstützung der deutschen
Startup-Branche, sondern auch die Vielfalt der Ideen: „Häufig hat man
bestimmte Themen für Nachhaltigkeitsinnovationen zunächst nicht auf dem
Schirm. Bei den Startup-Präsentationen geht einem dann ein Licht auf. Das
begeistert mich am meisten“, sagt Müller.
