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Wie Computer lernen, Figuren in Texten zu erkennen

Computer  Symbolbild
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FAU-Mediävistik entwickelt neue Methoden zur Analyse literarischer Figuren
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der österreichische
Wissenschaftsfonds FWF fördern im internationalen Weave-Programm ein
Forschungsprojekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
(FAU). Ziel des Projekts ist es, literarische Figuren in mittelalterli-
chen Texten mithilfe digitaler Methoden systematisch untersuchen zu
können.



Das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben wird von Prof. Dr.
Friedrich Michael Dimpel (FAU) gemeinsam mit Dr. Nora Ketschick
(Universität Stuttgart) und Dr. Katharina Zeppezauer-Wachauer (Uni-
versität Salzburg) geleitet. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und
der österreichische Wissenschaftsfonds FWF fördern das Projekt mit rund
560.000 Euro. Das Forschungsteam entwi-ckelt bestehende Verfahren mithilfe
von KI und automatischen Lernverfahren weiter, sodass Computer künftig
Figuren in mittelalterlichen Texten zuverlässiger erkennen können.

„Wir Menschen wissen sofort, um wen es geht, wenn in einem Text erst von
‚Parzival‘, dann von ‚dem Ritter‘ oder nur von ‚er‘ die Rede ist“, erklärt
Prof. Dr. Friedrich Michael Dimpel vom Lehrstuhl für Ältere deutsche
Literatur der FAU. „Computer tun sich bisher damit schwer.“ Gerade diese
Bezüge sind je-doch die Voraussetzung dafür, literarische Figuren
systematisch digital zu untersuchen.

Figuren in mittelalterlichen Texten digital erfassen

Mithilfe digitaler Verfahren soll dann erfasst werden, wie Figuren mit
Themen, Eigenschaften, Wertungen und Bedeutungskonzepten zusammenhängen.
Dafür verknüpft das Forschungsteam diese inhaltli-chen Bezüge mit dem
Begriffssystem der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank (MHDBDB), das im
Projekt weiterentwickelt wird. Damit schafft das Projekt die Grundlage für
neue digitale Analysen mittelalterlicher Literatur.

Die neuen Methoden sollen erstmals digitale Analysen dazu ermöglichen,
•       welche Themen besonders häufig mit bestimmten Figuren verbunden
sind,
•       wie weibliche und männliche Figuren dargestellt werden,
•       oder ob Begriffe wie „Ehre“, „Ritterkampf“ oder „Kommunikation“ im
Umfeld einer Figur eher positiv oder negativ verwendet werden.

Wie können Forschende die entwickelten Daten und Methoden nutzen?

Die entwickelten Daten und Methoden werden veröffentlicht und stehen der
Forschung dauerhaft zur Verfügung. Figurenreferenzen werden in die
Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank integriert. Darüber hinaus entstehen
Leitfäden, mit denen andere Forschende weitere Texte erschließen und
analysieren können. So schafft das Projekt eine Grundlage für weitere
Studien zur mittelalterlichen Literatur.